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„Es ist toll, dass alle zusammen feiern“

23.12.2021 • 21:47 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Svenja Gehrmann mit dem NEUE-Titelbild für Heiligabend.       <span class="copyright">Hartinger</span>
Svenja Gehrmann mit dem NEUE-Titelbild für Heiligabend. Hartinger

Das Titelbild für unsere heutige Heiligabend-Ausgabe hat Svenja Gehrmann aus Gais gezeichnet.

Auf dem Bild sind bunte hohe Häuser zu sehen, die dicht an dicht nebeneinanderstehen. In der Mitte steht ein Christbaum mit brennenden Kerzen und der Himmel ist übersät mit vielen weißen Sternen auf blauem Hintergrund. Gemalt hat unser heuriges Titelbild für den Heiligabend die 35-jährige Svenja Gehrmann.

Svenja kommt aus Gais-Bludesch und arbeitet im Sprungbrett Lädele der Caritas in Bludenz (siehe Factbox). Auf ihrem Bild ist laut der 35-Jährigen die Stadt Bludenz zu sehen – eine Stadt, die ihr gefällt, weil dort das Sprungbrett Lädele ist. Beim Malen hat sie an einen Weihnachtsmarkt in der Alpenstadt gedacht. Das Bild hat Svenja zunächst mit schwarzer Farbe vorgezeichnet und dann ausgemalt. Die vielen Sterne sollen darauf hinweisen, dass es Nacht ist – eine Weihnachtsnacht in Bludenz.

Sprungbrett Lädele

Das Sprungbrett Lädele der Caritas in der Sturnengasse 20 in Bludenz ist eine Kreativwerkstatt und ein Geschäft, in dem Menschen mit Beeinträchtigung arbeiten. Verkauft werden zahlreiche Dekorations- und Gebrauchsgegenstände.

Daneben gibt es die Caritas-Werkstätten Bludenz, Ludesch und Schruns, in denen Menschen mit Beeinträchtigung kreativ arbeiten.

Svenja Gehrmann malt gern. Am liebsten bemalt sie Keramik und Gläser, erzählt die Betreuerin Florentina Fritsche. Beliebte Motive sind dabei Regenschirme, Engel oder eben auch Sterne. Dabei benutzt sie vorwiegend viele bunte Farben.

Svenja, die laut ihrem Umfeld, immer zu Späßchen aufgelegt ist, wohnt zusammen mit ihren Eltern in Gais. Dort wird heute auch Weihnachten gefeiert, worauf sie sich im Vorfeld schon sehr gefreut hat und auch ihre Eltern in den Vorbereitungen unterstützt.

Am heutigen Heiligabend kommt die ganze Familie mit ihren Geschwistern m Elternhaus zusammen. Am besten findet Svenja dabei, dass alle gemeinsam feiern und „dass es Kekse gibt, die die Mama macht“.

Die 35-Jährige beim Einpacken der Ware für eine Kundin.   <span class="copyright">Hartinger</span>
Die 35-Jährige beim Einpacken der Ware für eine Kundin. Hartinger

In diesem Jahr wünscht sich die 35-Jährige zu Weihnachten Schmuck und zwar aus dem Grund, weil ihre Kette kaputtgegangen ist. Vom Papa bekommt sie auch immer Schokolade, erzählt sie. Sie selbst wird ihren Eltern eine Weihnachtskarte schenken. Die hat sie allerdings nicht selbst gemalt, sondern ihr Kollege Jürgen vom Sprungbrett Lädele.

Geschenke für andere kauft Svenja öfters im Lädele ein, erzählt Florentina. Meist suche sie sich vor Weihnachten oder einem Geburtstag das eine oder andere Präsent im Laden aus – „und Mama zahlt dann später die Rechnung“.

Im Lädele kann auch gemalt werden.    <span class="copyright"> Hartinger</span>
Im Lädele kann auch gemalt werden. Hartinger

Seit zehn Jahren arbeitet Svenja im Bludenzer Sprungbrett Lädele. Sie ist sehr gerne dort. „Am liebsten male ich hier“, sagt sie. Neben dem Malen bereitet es ihr unter anderem Freude, Geschenkpapier zu machen oder sie hilft Florentina bei der Betreuung der Kunden, was sie auch sehr gerne macht. Da packt sie unter anderem die gekauften Waren ein.

Ihr liebstes Hobby ist Boccia. Sie spielt im Verein, in dem ihr Vater Trainer ist. Das eine oder andere Spiel hat sie auch schon gewonnen, erzählt sie. Svenja geht auch gerne langlaufen und „ich schreibe gerne Liebesbriefe am Computer von meinem Papa“ – an wen verrät die herzliche und sympathische Oberländerin aber nicht. Weiters hilft sie auch ihrem Vater mal im Büro oder ihrer Mutter beim Bügeln.

Der kleine Besucher wird von Svenja liebevoll begrüßt.   <span class="copyright"> Hartinger</span>
Der kleine Besucher wird von Svenja liebevoll begrüßt. Hartinger

Svenja Gehrmann hat viele Freunde und Freundinnen – vor allem im Sprungbrett Lädele. Einen besonderen Kontakt hat sie auch zu Marianne, der Pflegerin ihrer Oma, erzählt sie.
Die Corona-Pandemie hat auch das Leben der 35-Jährigen verändert. Es stört sie, dass sie im Bus eine Maske tragen muss. Und sie kann derzeit nicht zu ihrem Außenarbeitsplatz. Den hat Svenja eigentlich beim „Buntstiftle“, der Betriebskinderbetreuung von Getzner. Dort war sie zuvor einmal in der Woche. Aufgrund von Corona geht das derzeit nicht mehr.

Malen und Zeichnen gehören zu ihren Hobbys.    <span class="copyright">Hartinger</span>
Malen und Zeichnen gehören zu ihren Hobbys. Hartinger

Bludenz ist nicht nur Svenjas Arbeitsort – manchmal ist es auch ihr Ferienort, wenn sie einige Tage Urlaub in der Caritas-WG in der Kapuzinerstraße verbringt. Das findet sie super – wenngleich sie sich dann auch immer wieder sehr auf ihr Zuhause freut, wie Florentina abschließend noch erzählt.

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