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Endspurt im Handel war noch sehr gut

27.12.2021 • 20:32 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Den Montag nach dem Weihnachtswochenende nutzen einige für einen Einkaufsbummel im Messepark.  <span class="copyright">Dietmar Stiplovsek</span>
Den Montag nach dem Weihnachtswochenende nutzen einige für einen Einkaufsbummel im Messepark. Dietmar Stiplovsek

Aufgeholt werden konnte – wie prognostiziert – vom Verlust aber kaum etwas.

Die drei Wochen Lockdown im so wichtigen Weihnachtsgeschäft haben dem Handel naturgemäß nicht gutgetan. Zwei Wochen blieben letztendlich, um doch noch einen Teil des Weihnachtsumsatzes zu erwirtschaften – und das scheint doch recht gut gelungen zu sein.

„Grundsätzlich sind wir zufrieden“, zieht Messepark-Geschäftsführer Burkhard Dünser eine erste Bilanz. Nachsatz: „Aber abgerechnet wird am Schluss.“ Nachdem sich der Messepark-Gutschein heuer zu einem absoluten Renner entwickelt habe, erwartet er sich auch für die kommenden Tage, wenn die Gutscheine dann eingelöst werden, noch einiges.

“Sehr komprimiert”

In der Sportbranche sei es aufgrund des vorhandenen Schnees gut gelaufen, informiert Dünser. „Sehr komprimiert“ sei es im Geschenkesektor zugegangen, spielte er auf den kurzen Zeitraum, der für Einkäufe vor Weihnachten zur Verfügung stand, an. Dafür, dass man einen Lockdown hatte, sei man aber doch recht zufrieden, so Dünser.

Die Woche zwischen Weihnachten und Neujahr ist erfahrungsgemäß auch noch stark.

Manfred Böhmwalder, Verein Wirtschaft am Kumma

„Es gab noch einen starken Endspurt“, sagt Manfred Böhm­walder, Obmann des Vereins Wirtschaft amKumma der Gemeinden Götzis, Altach, Koblach und Mäder. „Die letzte Woche ist sehr gut gelaufen.“ Aufholen hat man das Verpasste wie befürchtet nicht können, so Böhmwalder. Für ihn stellt sich auch noch die Frage, wie die aktuelle Woche läuft. Viele Menschen hätten Urlaub, auch würde mancherorts schon der Ausverkauf beginnen, sodass Böhmwalder davon ausgeht, dass noch einiges an Umsatz erwirtschaftet werden könnte. „Die Woche zwischen Weihnachten und Neujahr ist erfahrungsgemäß auch noch stark.“

Der Bürser Spielwarenhändler Adrian Juriatti.    <span class="copyright">Stiplovsek</span>
Der Bürser Spielwarenhändler Adrian Juriatti. Stiplovsek

„Die zwei Wochen, die wir offen haben durften, waren sehr gut“, heißt es auch von Adrian Juriatti von Spiel+Freizeit Juriatti in Bürs. „Sie waren so, wie sie sein sollten – aber nicht viel mehr“, fügt er hinzu. Allerdings sei die Lockdownzeit damit nicht einmal ansatzweise aufzuholen gewesen, stellt Juriatti, der auch der Vorarlberger Fachgruppen-Obmann für den Spielwarenhandel ist, fest. Gespräche mit Kollegen hätten ergeben, dass in den zwei offenen Wochen vielleicht rund zehn bis zwanzig Prozent des Lockdownverlusts wettgemacht werden konnten, erzählt er.

Mehrere Gründe

Sein eigenes Geschäft sei durch den gut funktionierenden Onlineshop diesbezüglich noch im Vorteil gewesen, so Juriatti. Bei ihm betrage das Umsatzminus im Vergleich zum vorjährigen Weihnachtsgeschäft rund 25 Prozent, informiert er. Bei Kollegen in derselben Branche schaue es da schon schlechter aus, weiß er. Gründe für das heurige Minus im Vergleich zum letztjährigen Weihnachtsgeschäft, das auch teilweise in einem Lockdown unterging, sieht der Spielwarenhändler mehrere. So habe heuer eine Unsicherheit darüber geherrscht, ob die Geschäfte wirklich noch vor Weihnachten aufgehen, sagt er. Dazu kam die – nicht zu Unrecht – häufig thematisierte Warenknappheit.

Und noch etwas prangert er gerade auch in Hinblick auf seine Branche an: Die großen Lebensmittelläden, die ja durchgehend offen waren, seien jedes Wochenende mit Rabattaktionen auch bei Spielwaren rausgegangen. „Die haben diesbezüglich vermutlich den Umsatz ihres Lebens gemacht“, merkt er mit einem bitteren Unterton an.

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