Allgemein

„Erschreckend, was Frauen angetan wird“

28.12.2021 • 20:39 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">Symbolbild/Shutterstock</span>
Symbolbild/Shutterstock

Geldstrafe für unbescholtenen 52-Jährigen, der Gattin und Tochter damit drohte, sie umzubringen.

Der Strafrichter äußerte sich zu den vielen Morden an Frauen in Österreich und grundsätzlich zur physischen und psychischen Gewalt gegen Frauen.

Es sei „mehr als erschreckend, was Frauen angetan wird“, sagte Richter Richard Gschwenter in seiner Urteilsbegründung. Bei der Strafbemessung dürfe deshalb kein Auge zugedrückt werden. Deshalb sei keine Einstellung des Strafverfahrens mit einer Diversion möglich. Stattdessen müsse bei Gewalt gegen Frauen genau hingesehen werden.

Per Whatsapp gedroht

Der geständige Angeklagte aus dem Bezirk Dornbirn schrieb im November auf Whatsapp, er werde seine Gattin und seine Tochter umbringen. Dafür habe er sich schon eine Schusswaffe gekauft. Eine der beiden Frauen bezeichnete er als Hure.

Auf Whatsapp schrieb der Angeklagte seiner Frau und seiner Tochter. <span class="copyright">Reuters</span>
Auf Whatsapp schrieb der Angeklagte seiner Frau und seiner Tochter. Reuters

Im Strafantrag der Staatsanwaltschaft wurde der Vorfall als gefährliche Drohung mit dem Tod gewertet. Das Strafgesetzbuch sieht dafür bis zu drei Jahre Gefängnis vor. In der Hauptverhandlung am Landesgericht Feldkirch nahm der Richter aber zugunsten des Angeklagten nur eine Drohung mit einer Körperverletzung an, mit einer Strafdrohung von bis zu einem Jahr Haft. Die schriftliche Äußerung sei, was den Vorsatz des Angeklagten anbelange, nicht als tatsächliche Todesdrohung zu verstehen, meinte Gschwenter.

Drei Tage Bedenkzeit

Wegen gefährlicher Drohung wurde der unbescholtene Angeklagte zu einer teilbedingten Geldstrafe von 1600 Euro (160 Tagessätze zu je 10 Euro) verurteilt. Davon beträgt der unbedingte, dem Gericht zu bezahlende Teil 800 Euro. Die anderen 800 Euro wurden für eine Probezeit von drei Jahren auf Bewährung bedingt nachgesehen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Denn der Angeklagte und Staatsanwalt Philipp Höfle nahmen drei Tage Bedenkzeit in Anspruch. Die verhängte Geldstrafe entspricht zwei Monaten Gefängnis. Mildernd wirkten sich das Geständnis, die Unbescholtenheit und die verminderte Zurechnungsfähigkeit des 52-jährigen Unterländers aus.

Du hast einen Tipp für die NEUE Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@neue.at.