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Kürzere Haftstrafe für jungen Gewalttäter

28.12.2021 • 20:32 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Haftstrafe gegen den jungen Mann wurde verkürzt. <span class="copyright">VOL.AT</span>
Die Haftstrafe gegen den jungen Mann wurde verkürzt. VOL.AT

Berufungsgericht entschied, dass 17-Jähriger statt zwölf nur vier Monate verbüßen muss.

Trotz des Schuldspruchs wegen schweren Raubes habe er ihm „ein sagenhaft mildes Urteil“ mit einer bedingten, nicht zu verbüßenden Haftstrafe von 20 Monaten und einer zu bezahlenden Geldstrafe von 960 Euro gewährt, sagte der Feldkircher Richter zum Angeklagten. Dennoch sei ihm nichts Besseres eingefallen, als fünf Tage später in Dornbirn zwei junge Männer zu schlagen und dabei leicht zu verletzen. Zudem habe er Monate zuvor einen anderen jungen Mann geschlagen und leicht verletzt. Und er habe einem 18-Jährigen damit gedroht, ihm für den Fall einer Strafanzeige alle Knochen zu brechen.

Eine Vorstrafe

Wegen des „äußerst raschen Rückfalls“ verurteilte der Strafrichter den mit einer Vorstrafe belasteten 17-Jährigen am Landesgericht Feldkirch zu einem Jahr Gefängnis. Der Schuldspruch erfolgte wegen versuchter schwerer Körperverletzung, Körperverletzung in zwei Fällen und versuchter Nötigung.

Am Oberlandesgericht Innsbruck wurde der Strafberufung teilweise Folge gegeben. <span class="copyright">Shutterstock</span>
Am Oberlandesgericht Innsbruck wurde der Strafberufung teilweise Folge gegeben. Shutterstock

In der Berufungsverhandlung am Innsbrucker Oberlandesgericht (OLG) wurde der Strafberufung des Angeklagten teilweise Folge gegeben. Statt zwölf Monaten hat er nun nur noch vier Monate zu verbüßen. Acht Monate der Freiheitsstrafe von zwölf Monaten wurden in zweiter Instanz für eine Probezeit von drei Jahren auf Bewährung bedingt nachgesehen. Das teilte auf Anfrage OLG-Sprecher Wigbert Zimmermann mit. Das Urteil ist rechtskräftig. Die mögliche Höchststrafe für den Jugendlichen wäre zweieinhalb Jahre Haft gewesen.

Kein Milderungsgrund

Die Gerichte sahen davon ab, die 20 bedingten Haftmonate aus der Vorstrafe wegen schweren Raubes nachträglich in unbedingte, zu verbüßende umzuwandeln. 20 Monate zusätzlich zur einjährigen Freiheitsstrafe wäre als Gesamtstrafe zu viel gewesen, merkte der Feldkircher Erstrichter an. Kein Milderungsgrund sei die Alkoholisierung zur Tatzeit und der Umstand, dass die Freundin des 17-Jährigen wenige Tage vor den Straftaten das gemeinsame Baby verloren habe.

Bewaffneter Raub

Im Herbst ist der junge Türke als Beteiligter an einem bewaffneten Raub­überfall verurteilt worden. Über den 18-jährigen Haupttäter wurde damals eine Haftstrafe von 30 Monaten verhängt, davon zehn Monate unbedingt. Der unbescholtene Lateinamerikaner hatte im Sommer bei einem vereinbarten Sex-Treffen im Unterland einem 34-jährigen Homosexuellen ein Klappmesser vorgehalten und ihm 100 Euro geraubt. Vor einem Bankomaten, an dem er für die Täter Geld beheben sollte, gelang dem Opfer die Flucht.

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