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Beschädigung: Trotz Geständnis Freispruch

29.12.2021 • 21:15 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
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Symbolbild/Reuters

Bowlingbahn beschädigt: Alkoholisiert habe er wohl ­gestanden, was er nicht getan habe, so der Angeklagte.

Wer im Juli die Bowlingbahn in dem Oberländer Gastlokal schwer beschädigt hat, bleibt auch nach dem Strafverfahren offen.

Denn der von Günter Flatz verteidigte Angeklagte wurde in der Hauptverhandlung am Landesgericht Feldkirch vom Vorwurf der schweren Sachbeschädigung rechtskräftig freigesprochen.

Widersprüchliche Angaben

Für Richterin Sabrina Tagwercher war nicht zweifelsfrei erwiesen, dass der unbescholtene 19-Jährige die Verkleidung verbogen, Elektrokabel herausgerissen und mit einer auf den Boden geworfenen Bowlingkugel die Bahn beschädigt hat. Zu widersprüchlich seien die Angaben der beiden Belastungszeugen gewesen, sagte die Richterin in ihrer Urteilsbegründung. Zeugen waren der Lokalpächter und ein Security.

Der Angeklagte war am besagten Abend stark alkoholisiert.<span class="copyright"> Symbolbild/Apa/dpa</span>
Der Angeklagte war am besagten Abend stark alkoholisiert. Symbolbild/Apa/dpa

Die Zeugen gaben an, der beschuldigte Gast habe die Tat im Lokal unmitelbar nach dem Vorfall zugegeben. Er habe Wiedergutmachung versprochen und um das Absehen der Verständigung der Polizei gebeten, als er im Lokal angehalten worden sei. Der angeklagte Lehrling sagte vor Gericht, er sei damals derart stark alkoholisiert gewesen, dass er in seiner Bedrängnis vielleicht zugegeben habe, was er aber tatsächlich gar nicht getan habe.

Zeugen nicht glaubwürdig

Verteidiger Flatz überzeugte die Richterin mit seinen Argumenten. Der Anwalt sagte, es gebe keinen Beweis für die Schuld seines Mandanten. Es gebe keine glaubwürdigen Tatzeugen. Die Polizei sei erst einige Tage später verständigt worden. Der Security habe gesagt, er habe den Beschuldigten beim Weggehen von der Bowlingbahn angehalten und daraufhin per Funk seinen Chef herbeigeholt. Sein Chef, der Lokalpächter, gab aber vor Gericht zu Protokoll, er habe gesehen, dass der Beschuldigte eine Bowlingkugel auf die Bahn geworfen habe. Und er habe beobachtet, dass ein weiterer möglicher Täter durch die Notfalltür geflüchtet sei. Die voraussichtlichen Reparaturkosten bezifferte er mit 12.000 Euro.

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