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Lügendes Opfer härter bestraft als Unfallfahrer

29.12.2021 • 21:09 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Wagen prallte am 30. Juni 2020 gegen ein Brückengeländer. <span class="copyright">Vol.at</span>
Der Wagen prallte am 30. Juni 2020 gegen ein Brückengeländer. Vol.at

Höhere Geldstrafe für Zeugen, der Autofahrer zu Freispruch verhelfen wollte.

Der 27-Jährige hatte seinen Pkw zu einem Rennauto mit 560 PS umgebaut.

Mit dem nicht zum Verkehr zugelassenen Fahrzeug verur­sachte der damals über keinen Führerschein verfügende Bregenzerwälder im Juni 2020 auf der Landesstraße zwischen Schwarzenberg und Egg einen Verkehrsunfall. Nach den gerichtlichen Feststellungen fuhr er mit dem hochmotorisierten Wagen 120 statt der erlaubten 60 Kilometer pro Stunde. Der Rennwagen prallte in einer Linkskurve gegen ein Brückengeländer. Nach dem Unfall liefen der Fahrer und der Beifahrer davon.

Am Bezauer Bezirksgericht gab es erst einen Freispruch im Zweifel für den Autolenker.<span class="copyright"> VOL.AT</span>
Am Bezauer Bezirksgericht gab es erst einen Freispruch im Zweifel für den Autolenker. VOL.AT

Die strafrechtlich entscheidende Frage war, ob der Beifahrer bei dem Unfall verletzt wurde oder nicht. Bei der Verhandlung am Bezirksgericht Bez­au im November 2020 wurde der angeklagte Autofahrer vom Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung im Zweifel freigesprochen. Denn das Erstgericht ging von den Angaben des Beifahrers aus. Der Zeuge sagte vor Gericht, er habe sich erst nach dem Unfall beim Weglaufen leicht verletzt, als er zu Boden gestürzt sei. Deshalb sei bei ihm im Dornbirner Stadtspital eine Knieprellung und eine Rissquetschwunde an einem Finger festgestellt worden.

Beim Unfall verletzt

Bei der Berufungsverhandlung im August am Landesgericht Feldkirch waren die Zweitrichter aber davon überzeugt, dass der Beifahrer sich die leichten Verletzungen beim Unfall zugezogen hatte. Die Berufungsrichter hielten die Angaben des Zeugen am Bezirksgericht für unglaubwürdig. Zumal er vor der Polizei noch zu Protokoll gegeben habe, beim Unfall verletzt worden zu sein. Er habe mit seiner Gefälligkeitsaussage vor Gericht eine Bestrafung des Angeklagten verhindern wollen.

In zweiter Instanz wurde der unbescholtene Angeklagte mit dem Netto-Monatseinkommen von 1600 Euro rechtskräftig wegen fahrlässiger Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 2400 Euro (160 Tagessätze zu je 15 Euro) verurteilt. Davon beträgt der unbedingte, dem Gericht zu bezahlende Teil 1200 Euro. Die mögliche Höchststrafe wäre sechs Monate Haft gewesen.

Falsche Zeugenaussage

Daraufhin wurde der von Daniel Wolff verteidigte Beifahrer angeklagt und nun am Landesgericht wegen falscher Zeugenaussage und Begünstigung schuldig gesprochen. Der unbescholtene 54-Jährige mit dem Netto-Einkommen von 1900 Euro wurde, bei einer Strafdrohung von bis zu drei Jahren Gefängnis, rechtskräftig zu einer Geldstrafe von 4320 Euro (240 Tagessätze zu je 18 Euro) verurteilt, davon 2160 Euro unbedingt.

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