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Selbstjustiz im Auftrag des Diebstahlsopfers

30.12.2021 • 19:38 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
20 Gramm Marihuana waren einem 21-Jährigen gestohlen worden. <span class="copyright">Symbolbild/dpa</span>
20 Gramm Marihuana waren einem 21-Jährigen gestohlen worden. Symbolbild/dpa

Bedingte Haftstrafe trotz sieben Vorstrafen: 29-Jähriger holte mit Gewalt gestohlenes Marihuana zurück.

Ein vorbestrafter 22-Jähriger wurde vor einiger Zeit am Landesgericht Feldkirch wegen räuberischen Diebstahls zu 15 Monaten Gefängnis verurteilt, davon fünf Monate unbedingt. Nach den gerichtlichen Feststellungen hat er einem 21-Jährigen 20 Gramm Marihuana gestohlen und auf der Flucht die Beute mit Gewalt verteidigt.

Vor der Polizei gelogen

Das Opfer des räuberischen Diebstahls hat verbotenerweise Selbstjustiz geübt. Der 21-Jährige holte sich zusammen mit Komplizen in Bregenz vom Täter das gestohlene Rauschgift mit Gewalt zurück. Und er hat danach als Zeuge vor der Polizei gelogen. Indem er behauptet hat, ein 29-jähriger Tschetschene sei bei der Racheaktion nicht dabei gewesen.

Der 29-Jährige drohte dem 22-Jährigen mit Schlägen. <span class="copyright">Shutterstock</span>
Der 29-Jährige drohte dem 22-Jährigen mit Schlägen. Shutterstock

Dafür wurde der geständige 21-Jährige im Oktober wegen Anstiftung zur Nötigung und versuchten Nötigung sowie wegen falscher Zeugenaussage schuldig gesprochen. Der mit vier Vorstrafen belastete Arbeitslose wurde rechtskräftig zu einer bedingten Haftstrafe von sechs Monaten und einer Geldstrafe von 520 Euro (130 Tagessätze zu je 4 Euro) verurteilt.

Diversionelle Geldbuße

Sein 24-jähriger Chauffeur, der ihn mit seinem Auto zum Tatort nach Bregenz gefahren hat, kam als unbescholtener Beitragstäter zu den Nötigungen und wegen falscher Zeugenaussage mit einer diversionellen Geldbuße von 2000 Euro davon.

Mit weiteren Schlägen gedroht

Der 29-jährige Tschetschene war in der zweiten Verhandlung doch noch geständig. Demnach hat er im Auftrag des Opfers dem Dieb eine Ohrfeige verpasst und ihn so zur Rückgabe der gestohlenen 20 Gramm Marihuana gezwungen. Zudem hat er dem 22-Jährigen mit weiteren Schlägen gedroht, sollte er dem Opfer des räuberischen Diebstahls das geforderte Schmerzengeld von 300 Euro nicht bezahlen.

Trotz seiner sieben einschlägigen Vorstrafen wurde dem Angeklagten für die Nötigung und die versuchte Nötigung rechtskräftig eine bedingte, nicht zu verbüßende Haftstrafe von acht Monaten gewährt.

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