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Haft: Rückfall 17 Tage nach dem Urteil

03.01.2022 • 15:42 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
17 Tage nach seiner Verurteilung widersetzte sich der 19-Jährige erneut der Polizei.<span class="copyright"> Hartinger</span>
17 Tage nach seiner Verurteilung widersetzte sich der 19-Jährige erneut der Polizei. Hartinger

Fünffach Vorbestrafter neuerlich wegen versuchten Widerstands gegen Staatsgewalt verurteilt.

Am 7. Juli wurde der 19-Jährige am Landesgericht Feldkirch wegen versuchten Widerstands gegen die Staatsgewalt schuldig gesprochen. Der arbeitslose Vorbestrafte kam mit einer bedingten, nicht zu verbüßenden Haftstrafe von einem Jahr und einer unbedingten, dem Gericht zu bezahlenden Geldstrafe davon. Bereits 17 Tage nach seiner Verurteilung widersetzte sich der junge Erwachsene neuerlich der gegen ihn einschreitenden Polizei. Am 24. Juli war der aggressive Teen­ager bei einer Tankstelle in Hohenems kaum zu bändigen.

Weitere Vergehen

Das trug dem reumütig geständigen Angeklagten nun neuerlich einen Schuldspruch wegen versuchten Widerstands gegen die Staatsgewalt ein, zudem wegen schwerer Körperverletzung und Körperverletzung. Dafür wurde der fünffach Vorbestrafte in der nunmehrigen Hauptverhandlung am Landesgericht zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Darüber hinaus hat er zwei leicht verletzten Polizisten Schmerzengeld zu bezahlen. Das Urteil von Richterin Sabrina Tagwercher ist nicht rechtskräftig. Der Angeklagte und Staatsanwältin Karin Dragosits nahmen drei Tage Bedenkzeit in Anspruch. Die mögliche Höchststrafe wäre drei Jahre Haft gewesen.
Angesichts der Vorstrafen und des äußerst raschen Rückfalls sei ihr nichts anderes übrig geblieben, als über den Angeklagten nach den Geldstrafen und der kombinierten Strafe vom Juli erstmals eine zu verbüßende Freiheitsstrafe zu verhängen, sagte die Strafrichterin in ihrer Urteilsbegründung. Die Sanktion hätte noch strenger ausfallen können. Aber die Richterin sah von der von der Staatsanwaltschaft beantragten nachträglichen Umwandlung der bedingten Haftstrafe vom Juli in eine unbedingte, zu vollziehende ab. Dafür wurde die Probezeit von drei auf fünf Jahre verlängert.

Nicht bezahlte Geldstrafen

Zur Gerichtsverhandlung wurde der 19-Jährige aus der Justizanstalt Feldkirch vorgeführt. Dort verbüßt er bis Juni 2022 Ersatzfreiheitsstrafen für nicht bezahlte Geldstrafen.
Der ebenfalls angeklagte 21-Jährige erhielt eine letzte Chance. Dem vierfach vorbestraften Arbeitslosen wurde für den Widerstand bei der Tankstelle eine bedingte Haftstrafe von sechs Monaten und eine Geldstrafe von 1200 Euro (300 Tagessätze zu je 4 Euro) gewährt. Auch dieses Urteil ist nicht rechtskräftig. Er wurde auch wegen schwerer Sachbeschädigung schuldig gesprochen, weil er eine Arrestzelle der Polizei beschädigt hatte.