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Vorarlbergs Wirtschaft steigerte Exporte

03.01.2022 • 20:21 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Das Güterterminal in Wolfurt ist ein zentraler Umschlagplatz für den Außenhandel.<span class="copyright"> ÖBB Lukas Hämmerle</span>
Das Güterterminal in Wolfurt ist ein zentraler Umschlagplatz für den Außenhandel. ÖBB Lukas Hämmerle

Der Außenhandelsbericht für das erste Halbjahr 2021 bringt einen neuen Rekord.

Trotz der Pandemie entwickelte sich die Vorarlberger Exportwirtschaft im ersten Vorjahreshalbjahr hervorragend. Neben dem neuen Rekordwert beim Export, stieg auch der Außenhandelsüberschuss – das Mehr an Exporten gegenüber den Importen – von 1,2 MilliardenEuro im ersten Halbjahr 2020 auf 1,7 Mrd. Euro von Jänner bis Ende Juni 2021.

Vorarlberger Exporte im jeweils ersten Halbjahr. <span class="copyright">NEUE</span>
Vorarlberger Exporte im jeweils ersten Halbjahr. NEUE

Mit dem Mit dem 25,9-prozentigen Zuwachs bei den Ausfuhren konnte sich Vorarlberg bundesweit an die Spitze setzen.

Jähe Einbrüche

Noch vor über einem Jahr trafen die Auswirkungen der globalen Pandemie den Außenhandel der Vorarlberger Wirtschaft mit voller Wucht. Die Zeitreihe des beinahe jährlich stetigen Wachstums wurde im ersten Halbjahr 2020 mit so noch nicht dagewesenen Verlusten zum Vergleichszeitraum des Vorjahres von jeweils über minus acht Prozent bei Aus- und Einfuhren massiv verändert. Dabei war Vorarlberg vergleichsweise glimpflich davongekommen, lagen doch die Verluste bei den Außenhandelsumsätzen in ganz Österreich um mehr oder weniger die Hälfte höher. Umso erfreulicher stellt sich das Bild in der ersten Jahreshälfte 2021 dar.

Mehr als eine Erholung

In einer ebenso beispiellosen Entwicklung gingen die Ausfuhren gegenüber dem ersten Halbjahr 2020 um 25,9 Prozent, die Einfuhren um 19,9 Prozent nach oben. In einer ebenso beispiellosen Entwicklung gingen die Ausfuhren gegenüber dem ersten Halbjahr 2020 um 25,9 Prozent, die Einfuhren um 19,9 Prozent nach oben. Bundesweit stiegen hingegen die Importe stärker an als die Exporte. In Vorarlberg liegen die Ausfuhren damit auf einem Allzeit-Hoch von 6,1 Milliarden Euro.

Davon beeindruckt zeigen sich Landeshauptmann Markus Wallner und Wirtschaftslandesrat Marco Tittler sowie der Präsident der Vorarlberger Wirtschaftskammer, Hans Peter Metzler, in einer gemeinsamen Stellungnahme. Wallner sprach von einem „Exportzuwachs in nie dagewesener Größenordnung“, der „auch bundesweit die absolute Spitzenposition“ einnehme. Auch der Handelsbilanzüberschuss übersteigt mit 1,7 Milliarden alle Spitzenwerte der vergangenen ersten Halbjahre und weist jenen von 2017 mit knapp 1,5 Milliarden Euro auf den zweiten Platz. Die Vorarl­berger Wirtschaft exportierte damit erneut deutlich mehr Güter als sie importiert.

EU wichtigster Partner

Bedeutendster Handelspartner blieben die EU-Staaten, deren Anteil am Gesamtexportaufkommen von 57,8 Prozent wieder leicht auf 59,5 Prozent stieg, wobei der Export nach Großbritannien zu Vergleichszwecken rückwirkend herausgerechnet wurde.

Besonders positiv entwickelten sich die Exporte nach Italien, die vom ersten Halbjahr 2020 zum Vergleichszeitraum des Vorjahres um 31,3 Prozent auf 351,7 Millionen Euro stiegen. Jene nach Frankreich legten gar um 35,2 Prozent auf 277,5 Millionen Euro zu. Auch Polen erwies sich mit 37,8 Prozent an Mehrausfuhren und einem Exportvolumen von 245,9 Millionen Euro als Zukunftsmarkt.

Besonderheiten im Export

Mali ist Vorarlbergs größter Handelspartner in Afrika. Es führte im ersten Halbjahr 2021 87 Millionen ein.

Belarus zeigte sich in kleinem Rahmen importfreudig. Trotz der EU-Sanktionen gegen das Regime stiegen die Vorarlberger Exporte von 4,4 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2020 auf 15 Millionen in der ersten Hälfte des Vorjahres.

Honkong war hingegen ein weniger florierender Markt. Die Exporte in die chinesische Sonderverwaltungszone brachen um 30,3 Prozent ein. Dies könnte aber aufgrund des geringen Handelsvolumens auch an Einmaleffekten liegen.

Handelsdefizite und -überschüsse

Außenhandelsdefizite bestehen seit Längerem mit den Nachbarländern Schweiz und Liechtenstein sowie beim Handel mit dem asiatischen Raum.
Mit China besteht das derzeit größte Handelsbilanzdefizit von 217 Millionen Euro – um diese Summe wurden im ersten Halbjahr 2021 mehr Waren und Dienstleistungen aus dem Reich der Mitte importiert als dorthin ausgeführt.
Allerdings stiegen die Exporte nach China (+20,3%) stärker an, als die Importe (+12,4%). Die Ausfuhren in die EFTA-Staaten, zu denen auch die Schweiz und Liechtenstein gehören, stiegen zwar im Volumen leicht an, nahmen aber im Verhältnis zu den Gesamtexporten einen geringeren Stellenwert ein. Handelsbilanzüberschüsse bestehen unter anderem mit Russland und dem Vereinigten Königreich. Letzteres importierte (171 Millionen Euro) drei Mal mehr aus dem Ländle, als es hierher ausführte (56 Millionen Euro).

Russlands Einfuhren aus Vorarlberg (90 Millionen Euro) standen in einem noch größeren Missverhältnis zu dessen Ausfuhren (11 Millionen Euro).

Exporthits

Zu den erfolgreichsten Exportschlagern zählten Eisen- und Metallwaren (1,7 Milliarden Euro) sowie Kessel, Maschinen und Apparate (1,1 Milliarden Euro) sowie Nahrungs- und Genussmittel (707,5 Millionen Euro) und Textilien (500 Millionen Euro). Innerhalb der Warengruppen stieg vor allem der Export von Waren aus unedlen Metallen, wie Scharnieren, und von Getränken, wie etwa Fruchtsäften.

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