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Anklage: Missbrauch im Boot an schlafender Frau

08.01.2022 • 22:21 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Schöffenprozess am Landesgericht findet am 19. Jänner statt. <span class="copyright">Hartinger</span>
Der Schöffenprozess am Landesgericht findet am 19. Jänner statt. Hartinger

Mann soll beim Übernachten auf dem Bodensee Sex gegen den Willen von 23-Jähriger gehabt haben.

Was sich zugetragen hat, schildert die Staatsanwaltschaft Feldkirch in ihrer Anklageschrift so: Zu einem Bootsausflug auf dem Bodensee ließ sich die 23-Jährige am 2. Juni 2021 vom Angeklagten einladen. Der 28-jährige Unterländer fuhr mit seinem Boot zum Kaiserstrand nach Lochau, wo eine Veranstaltung mit Musik stattfand. Auf dem Boot wurde Alkohol getrunken. Nachdem drei Gäste das Boot verlassen hatten, fuhr der Angeklagte gegen Mitternacht zur Bregenzer Bucht. Dort warf er Anker. Er und seine Bekannte wollten auf dem Boot schlafen.
In der Anklageschrift wird weiter ausgeführt: Die 23-Jährige fühlte sich nicht wohl und musste sich mehrfach übergeben. Sie hatte Alkohol konsumiert und an jenem Tag nach ihrer Coronaimpfung eine Schmerztablette eingenommen. Nachdem sie auf dem Boot eingeschlafen war, entkleidete der Angeklagte sie. Er vollzog mit der Schlafenden den Geschlechtsverkehr. Nachdem sie realisiert hatte, was vor sich ging, sagte sie mehrmals, dass er aufhören solle, sie das nicht wolle und Schmerzen habe.

Sie solle das Ganze vergessen

Der Angeklagte erwiderte lediglich, dass es doch egal sei und sie nicht so tun solle. Es gelang ihr nicht, ihn von sich wegzuschieben. Nachdem er von ihr abgelassen hatte, drang er später ein zweites Mal in sie ein. Die junge Frau war nicht einmal mehr in der Lage sich anzuziehen und schlief nackt ein. Am Morgen fragte sie ihn, was in der Nacht passiert sei. Der Angeklagte sagte, dass sie das Ganze vergessen sollten.
Die Staatsanwaltschaft hat Anklage wegen sexuellen Missbrauchs einer wehrlosen Person erhoben. Dafür sieht das Strafgesetzbuch für den Fall eines Schuldspruchs ein bis zehn Jahre Gefängnis vor. Für den Angeklagten gilt die Unschuldsvermutung. Der Schöffenprozess am Landesgericht Feldkirch findet am 19. Jänner statt.
Der Beschuldigte räumte vor der Polizei den nächtlichen Geschlechtsverkehr mit der 23-Jährigen auf dem Boot ein. Er sagte, er wisse nicht mehr, wie es dazu gekommen sei. Sie seien beide angezogen auf dem Boot eingeschlafen. Er habe ziemlich viel Alkohol getrunken und so etwas wie ein Blackout gehabt. Als er realisiert habe, was vor sich gegangen sei, sei das ein Schock für ihn gewesen, und er habe mit dem Geschlechtsverkehr aufgehört.

Wusste schon noch, was er tat

Aus Sicht der Staatsanwaltschaft war der Angeklagte aber nicht derart alkoholisiert, dass er nicht mehr wusste, was er tat.

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