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Skischüler kurvten wieder über die Pisten

08.01.2022 • 22:11 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Skifahrer von morgen in der Skischule Egg-Schetteregg. <span class="copyright">Stiplovsek</span>
Skifahrer von morgen in der Skischule Egg-Schetteregg. Stiplovsek

Auslas­tung der Skischulen über die Feiertage war relativ gut.

Letztes Jahr fehlte über Weihnachten etwas im gewohnten Bild auf Vorarl­bergs Skipisten: die Skischulgruppen.

Wegen der Pandemie fiel die Saison für die Skischulen damals fast komplett aus. Heuer wiederum kurvten die Schüler mit ihren Lehrern auf den Pisten. Kurz vor Weihnachten war die Lage allerdings noch recht unsicher: Deutsche Kinder unter zwölf Jahren hätten bei ihrer Rückkehr nach Deutschland in Quarantäne müssen, Omikron kam langsam bei uns an und in den Niederlanden herrschte Lockdown.
Sprichwörtlich in letzter Minute, am 23. Dezember, gab das Robert Koch-Institut bekannt, dass Deutschland Österreich nicht mehr als Hochrisikogebiet einstuft. Die Regel für die unter Zwölfjährigen trat damit außer Kraft. Die Weihnachtsferien sind nun fast vorbei, und die NEUE am Sonntag hat nachgefragt, wie die Auslastung der Skischulen über die Weihnachtsfeiertage war.

Joe Tripp, Leiter der Skischule Schruns.<span class="copyright"> privat</span>
Joe Tripp, Leiter der Skischule Schruns. privat

Verschiedene Rückmeldungen

Conny Berchtold, Obmann des Vorarlberger Skilehrerverbandes, berichtet, dass er unterschiedliche Rückmeldungen von den Skischulen erhalten habe. „Manche sind beinahe überrannt worden. Anderen wiederum fehlten Skischüler.“ Die Skischulen Egg-Schetteregg, und Schruns zählten eher zur ersten Kategorie: Klaus Waldner, Leiter der Skischule Egg-Schetteregg sagt, dass die Nachfrage da war und die Auslastung seinen Erwartungen entsprochen habe. Joe Tripp, Leiter der Skischule Schruns, zieht folgendes Resümee: „Unsere Auslastung war relativ gut und besser als erwartet.“ Im Vergleich zu Weihnachten 2019 hätte die Skischule Schruns Einbrüche von 30 bis 40 Prozent gehabt. Was abseits der Zahlen aber auch wichtig ist: „Die Skischüler waren zufrieden und wir hatten somit eine gute Stimmung in der Skischule.“

Klaus Waldner (links) mit einer Skischulgruppe. <span class="copyright">Stiplovsek</span>
Klaus Waldner (links) mit einer Skischulgruppe. Stiplovsek

Anfragen spontan gestiegen

Zu Winterbeginn hätte die Skischule Schruns noch nicht viele Anmeldungen verzeichnet – und das, obwohl Weihnachtsurlauber üblicherweise im Vorfeld buchen. Als jedoch bekannt geworden sei, dass die Rückreiseregelung für deutsche Kinder unter zwölf Jahren gefallen ist, seien die Anfragen spontan gestiegen. Waldner von der Skischule Egg-Schetteregg berichtet Ähnliches.
In der kleinen Skischule im Bregenzerwald stammen viele der Skischüler aus der Region und der näheren Umgebung: der Anteil der Einheimischen liegt bei circa 35 bis 40 Prozent. Die weiteren Hauptkunden sind deutsche und niederländische Kinder. Über Weihnachten heuer seien fast 90 Prozent der Skischüler Deutsche gewesen, so Waldner. Und: „Holländer waren so gut wie keine da.“

Hälfte der Gäste Niederländer

Das war im Montafon anders, Tripp von der Skischule Schruns sagt: „Ich dachte, es werden heuer keine Holländer hier sein, weil sie einen Lockdown hatten, bei der Einreise drei Mal geimpft sein und einen negativen PCR-Test vorweisen mussten. Überraschenderweise waren dann fast die Hälfte unserer Gäste Holländer. So wie früher.“ Über Weihnachten kommt normalerweise der Großteil der Kunden der Skischule Schruns aus Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz. Das war auch in den heurigen Corona-Weihnachtsferien so.
Während in der Schrunser Skischule über Weihnachten so gut wie gar keine einheimischen Kinder das Skifahren erlernen, sieht es für den Jänner genau umgekehrt aus. „Wir sind, wenn alles normal läuft und Corona uns keinen Strich durch die Rechnung macht, voll ausgebucht. Wir geben Skikurse für die einheimischen Kindergärten und Schulen“, sagt Tripp. Apropos Einheimische, dem Montafoner Skischulleiter ist aufgefallen: Durch den von der Pandemie ausgelösten stärkeren Bewegungsdrang in der Natur fahren nun viele junge Einheimische Ski, die früher nicht auf den Brettern standen.

 Conny Berchtold, Obmann des Vorarlberger Skilehrerverbandes.  <span class="copyright">VSLV</span>
Conny Berchtold, Obmann des Vorarlberger Skilehrerverbandes. VSLV

Auswirkungen auf Skischulen

Conny Berchtold vom Landes­skilehrerverband sagt über den Jänner, in dem normalerweise – mit einigen Ausnahmen – generell weniger los ist: „Wir wissen nicht, wie es sich wegen Omikron entwickelt, wie stark die Welle sein wird und wie schnell sie vorbei ist. Gewiss wird es auch Ansteckungen bei Skilehrern und -schülern geben. Es kann aber auch sein, dass Privatunterkünfte oder Hotels wegen Personalmangel schließen müssen und den Skischulen dadurch Kunden abhanden kommen.“ Noch aber denkt der Obmann prinzipiell positiv und hofft, dass nicht alles oder allzu viel zusperren wird.

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