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Ein „Jännerloch“ nach guten Feiertagen

10.01.2022 • 18:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Ab dieser Woche wird es in den Skigebieten vielerorts wieder ruhiger.       <span class="copyright">Stiplovsek</span>
Ab dieser Woche wird es in den Skigebieten vielerorts wieder ruhiger. Stiplovsek

Weihnachten und Silvester waren gut gebucht. Nun schaut es anders aus.

“Die Feiertage sind verhältnismäßig gut gelaufen“, zieht Markus Kegele, Obmann der Sparte Tourismus in der Wirtschaftskammer Vorarl­berg und Hotelbetreiber in Stuben am Arlberg, Bilanz. Allerdings hätte der dreiwöchige Lockdown bis Mitte Dezember zu zahlreichen Stornierungen geführt – „und das, was da versäumt wurde, war auch nicht mehr einzuholen“. Auch die vergangene Woche war noch gut, so der Branchenvertreter weiter, „aber jetzt wird es ruhiger“.

Das berühmte „Jännerloch“ dauere heuer vermutlich länger als sonst, befürchtet Kegele. Die Jahre vor Corona sei es eigentlich kein Thema mehr gewesen, sagt er, „jetzt ist es wieder da“. Es sei vor allem die ständige Verunsicherung, die sich negativ auf die Branche auswirke, stellt Kegele fest. „Wir brauchen Klarheit“, sagt er. Derzeit seien nicht nur die Gäste, sondern auch Mitarbeiter, Unternehmer und Lieferanten verunsichert. Und was die steigenden Infektionszahlen betrifft, so gebe es in der Hotellerie zwar auch Ansteckungen, aber in geringem Maße. „Wir sind es nicht“, betont Kegele.

Markus Kegele, Spartenobmann Tourismus und Hotelier.   <span class="copyright">Sams</span>
Markus Kegele, Spartenobmann Tourismus und Hotelier. Sams

„Die Feiertage sind gut gelaufen“, sagt auch Heike Ladurner-Strolz. Sie ist die Landesvorsitzende der Österreichischen Hoteliervereinigung und betreibt gemeinsam mit ihrer Familie ein familieneigenes Hotel in Schruns. Allerdings hätten manche Häuser beim Personal Probleme mit der Quarantäne als Kontaktpersonen gehabt, sodass sie froh ist, dass die diesbezüglichen Regelungen nun gelockert wurden.

Was den Jänner betrifft, gebe es derzeit überraschend viele kurzfristige Anfragen, erzählt sie. Ähnlich sei es laut ihren Informationen auch im Bereich der Privatunterkünfte. Und auch für den Sommer würden aktuell schon Anfragen eintrudeln, berichtet Ladurner-Strolz. Was die kommenden Tage betreffe, sei aber alles sehr kurzfristig, zumal die Leute wüssten, dass überall Platz sei. Das „Jännerloch“ aber hinterlässt seine Spuren. Ladurner-Strolz schätzt, dass die diesbezügliche Buchungslage in ihrem Haus rund 50 Prozent unter einem normalen Jänner liege. Andererseits hat sie aber durchaus das Gefühl, dass die Gäste wieder kommen wollen und das lässt hoffen.

Branchenvertreterin und Hoteliere Heike Ladurner-Strolz.      <span class="copyright">Hartinger </span>
Branchenvertreterin und Hoteliere Heike Ladurner-Strolz. Hartinger

„Die Wochen über Weihnachten und Silvester waren erfreulicherweise sehr gut“, informiert Hermann Fercher, Tourismusdirektor in Lech. Die Umsätze hätten die Erwartungen übertroffen, wenngleich die Situation schwierig gewesen sei. Er spielt damit auf die hohen Infektionszahlen in Lech an, die auch den einen oder anderen Betrieb kurzfristig zu einer kürzeren Schließung zwangen. Fercher gibt zu bedenken, dass die Infektionszahlen (gestern Nachmittag waren es laut Dashboard des Landes 194) im Verhältnis zu den rund 5000 Einheimischen und Tourismusmitarbeitern, die derzeit in Lech sind, gesehen werden müssten. Da seien sie dann nicht mehr so hoch, so der Tourimusdirektor.

Trotz allem aber könne vorerst ein positives Resümee gezogen werden, stellt Fercher fest, der auch zuversichtlich in die Zukunft blickt. Am kommenden Wochenende findet die Skirunde „Der Weiße Ring“ statt. „Da hoffe ich schon, dass einige Leute kommen“. Und ab nächster Woche würden die Buchungszahlen schon wieder ordentlich ausschauen, informiert er.

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