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Fasnat läuft erneut auf Sparflamme

10.01.2022 • 22:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Am Landesnarrentag erfolgt normalerweise der Auftakt zur fünften Jahreszeit. <span class="copyright">VVF</span>
Am Landesnarrentag erfolgt normalerweise der Auftakt zur fünften Jahreszeit. VVF

Närrinnen und Narren haben es in Zeiten der Pandemie nicht leicht.

Ein besonderer Tag ist normalerweise der erste Sonntag nach dem Dreikönigstag für alle Faschingsbegeisterten in Vorarlberg.

Denn traditionell geht dann alljährlich der Landesnarrentag über die Bühne. Närrinnen und Narren sowie tausende Besucherinnen und Besucher kommen in einer Gemeinde des Landes zusammen, um den Startschuss für die fünfte Jahreszeit zu feiern. Heuer musste die Veranstaltung jedoch bereits zum zweiten Mal aufgrund der Coronapandemie abgesagt werden. Die Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung lassen einen großen Faschingsumzug nicht zu. Dies dürfte sich auch in den kommenden Wochen nicht ändern, weshalb wohl auch heuer wieder eine Fasnat auf Sparflamme drohen könnte.

VVF-Präsidentin Barbara Lässer. <span class="copyright">VVF</span>
VVF-Präsidentin Barbara Lässer. VVF

Die Verantwortlichen des Verbands der Vorarlberger Fasnatzünfte und -gilden (VVF) haben sich schon im vergangenen Jahr frühzeitig dazu entschieden, dass es 2022 keinen Landesnarrentag geben wird. Aufgrund der unsicheren Situation sei es nicht angebracht, einen Verein mit der Organisation der Veranstaltung zu betrauen, meinte VVF-Präsidentin Barbara Lässer im vergangenen September gegenüber der NEUE. Doch nicht alle Umzüge waren zu diesem Zeitpunkt abgesagt. Bei so mancher Zunft und Gilde wurden Veranstaltungen geplant. Doch diese Planungen scheinen nun vergebens gewesen zu sein. Denn immer mehr geplante Umzüge werden abgesagt. Für Lässer ist dies keine Überraschung: „Schon im Herbst hat sich abgezeichnet, dass Umzüge fast nicht zu organisieren sein werden.“ Diese Befürchtung habe sich mittlerweile aufgrund der gültigen Coronaregelungen bestätigt.

Indoor-Events

Bessere Karten dürften dagegen Indoor-Events haben, wobei auch hier vieles davon abhängen wird, wie die Vorgaben der Bundesregierung etwa in Sachen Besucherbeschränkungen oder auch Sperrstunde ausschauen. So sollen beispielsweise der Altprinzenball des Ore Ore Bregenzer Kinderfaschings sowie der Gildenball der Bregenzer Faschingsgesellschaft immer über die Bühne gehen. Geplant wären die beiden Bälle bereits im Jänner gewesen, doch nun sollen diese im Februar über die Bühne gehen – der Altprinzenball am 18. Februar und der Gildenball am 25. Februar. Ebenso verschoben wurde das Monsterkonzert der Emser Palasttätscher. Eigentlich sollten bereits diesen Samstag zahlreiche Guggenmusiken im Hohenemser Tennis-Event-Center aufspielen. Nun soll die Veranstaltung am 23. April über die Bühne gehen. Komplett abgesagt wurden dagegen die Narrenabende der Dornbirner Fasnatzunft.

Das Monsterkonzert der Emser Palasttätscher wurde vom Jänner auf den April verlegt. <span class="copyright">Steurer</span>
Das Monsterkonzert der Emser Palasttätscher wurde vom Jänner auf den April verlegt. Steurer

Die Situation ist für die Vereine herausfordernd, erklärt die VVF-Präsident. Vor allem die Unsicherheit sei eine große Belastung. „Nach dem Stillstand im vergangenen Jahr wollten heuer viele wieder durchstarten und waren hochmotiviert. Aufgrund der gesetzlichen Vorgaben geht dies nun aber wieder nicht. Dieses Auf und Ab tut nicht gut“, verdeutlicht Lässer. Noch belastender werde die Situation dadurch, dass immer noch kein Ende der Pandemie in Sicht sei.

Kreativität

Doch die Präsidentin betont, dass die Situation nicht nur negative Seiten hat. Durch die Einschränkungen seien Innovationen gefragt, um das Brauchtum weiterhin zu pflegen. Viele Vereine hätten hier sehr kreative Wege gefunden – etwa mit Onlinebällen oder indem „Kindersäckle“ in Lebensmittelgeschäften verteilt wurden. „Da muss man wirklich den Hut vor allen Beteiligten ziehen. Außerdem sollte man sich auf das Positive konzentrieren.“