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Welche Maschen Betrüger anwenden

10.01.2022 • 21:00 Uhr / 8 Minuten Lesezeit
Welche Maschen Betrüger anwenden
Betrug über‘s Telefon. Niemals sollte man unbekannten Menschen Kontodaten angegeben. Hartinger

Wie man sich vor Online-Betrugsmaschen schützen kann.

Wenn morgens um 6.30 Uhr das Festnetztelefon läutet, ist das sehr unangenehm. Noch mehr ärgert man sich, wenn sich der Anrufer als angeblicher Mitarbeiter von Microsoft entpuppt und in Wahrheit nur eines vorhat: den Angerufenen zu betrügen. Seit einiger Zeit kommen solche Anrufe in Vorarlberg öfters vor, berichtet Polizeisprecher Horst Spitzhofer.
Gnerell sei es so: „Betrugsanrufe oder -E-Mails treten immer in Wellen auf“, so Spitzhofer. Das heißt, dass ein paar Monate die eine Betrugsmasche aktuell ist, danach eine andere. Manche laufen auch gleichzeitig. Wenn eine Art des Betrugs eine Zeit lang nicht mehr vorkommt, wird sie irgendwann wieder aufgenommen. Ist dies der Fall, wendet sich die Polizei mit Warnmeldungen an die Öffentlichkeit.

Anrufe melden

Wenn Betrüger am Telefon oder Handy anrufen, kann Meldung bei der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR) gemacht werden, und zwar bei der Meldestelle für Rufnummernmissbrauch. Das führt zwar nicht unbedingt zu einer Beendigung der Belästigung. Die RTR verfügt aber über einige Möglichkeiten, wie gegen solche Anrufe vorgegangen wird. Bei bestimmten Problemen kann sie Gegenmaßnahmen ergreifen. Infos sind unter www.rtr.at zu finden.
Die NEUE listet die Täuschungen auf, die momentan im Umlauf sind, sie beschreibt die Vorgangsweise der Betrüger und gibt Tipps der Polizei weiter, was bei Betrugsversuchen oder eventuellen Schädigungen zu tun ist.

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Täter versenden Sms oder E-Mails von vermeintlich seriösen Logistikunternehmen. Symbolbild Vol.at

Link führt zu Abo-Fallen

Immer wieder sind SMS, manchmal auch E-Mails, im Umlauf, die vermeintlich von seriösen Logistikunternehmen wie DHL oder der Post stammen. Sie enthalten Infos über ein unzustellbares Paket sowie einen Link. Dieser führt auf eine gefälschte Website, auf der zur Eingabe der Kreditkartendaten aufgefordert wird. Es sei ein geringer Geldbetrag zu bezahlen, weil das Gewicht der Sendung zu hoch sei. Diese Nachricht führt jedoch in Abo-Fallen.

Maßnahmen

Wer in eine solche Falle getappt ist, kann folgendes unternehmen:
– Kontaktdaten des Anbieters suchen. Möglicherweise ist dazu ein Hinweis auf der Kreditkartenabrechnung zu finden. Sofortige Kündigung des unrechtmäßig zu Stande gekommenen Vertrags und die Rückerstattung aller abgebuchten Beträge fordern.
– Den Kreditkartenanbieter kontaktieren und die Rückerstattung der Gelder, die nicht bewusst freigegeben wurden, zurückfordern.

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Die scheinbaren Microsoft-Mitarbeiter rufen an und versuchen, Zugriff zum Rechner zu bekommen.Symbolbild Vol.at

Angeblich rufen Microsoft-Mitarbeiter an

Die Täter geben sich als Mitarbeiter von Microsoft oder sonst einem EDV-Unternehmen aus und behaupten, dass der Computer oder Laptop von Viren befallen sei. Die falschen Microsoft-Mitarbeiter – die häufig nur Englisch oder in gebrochenem Deutsch sprechen – bieten ihre Soforthilfe an und fordern den Angerufenen auf, eine Fernwartungssoftware zu installieren. Über diese Software können die Betrüger Zugriff auf den Rechner erlangen, aber auch sensible Daten, beispielsweise Passwörter für das Online-Banking, ausspähen. Durch geschickte Gesprächsführung ist es einem Täter in einem Fall gelungen, sein Opfer stundenlang in der Leitung zu halten und an zahlreiche Informationen zu kommen.

Wie man sich schützen kann

Teilweise rufen die Betrüger sehr früh am Morgen an. Laut Polizeisprecher Horst Spitzhofer kann man nichts gegen die Anrufe selbst unternehmen. Es gibt jedoch Möglichkeiten, sich zu schützen bzw. Vorgehensweisen, wenn der Schaden bereits eingetreten ist:
– Seriöse Unternehmen, wie z.B. Microsoft, nehmen nicht unaufgefordert Kontakt mit jemandem auf. Beim Anruf der vermeintlichen Microsoft-Mitarbeiter auflegen.
– Auf keinen Fall sensible Daten, insbesondere Konto-/Kreditkartendaten oder Zugangsdaten zu Kundenkonten wie zum Beispiel PayPal bekannt geben.
– Einem unbekannten Anrufer sollte niemals Zugriff auf den eigenen Computer gegeben werden.
– Auf keinen Fall sensible Daten, insbesondere Konto-/Kreditkartendaten oder Zugangsdaten zu Kundenkonten wie zum Beispiel PayPal bekannt geben.
– Wer Opfer dieser Betrugsmasche wurde, sollte den Rechner sofort vom Internet trennen und das Gerät ausschalten. Danach unverzüglich die Passwörter ändern.
– Es ist ratsam, den Rechner überprüfen zu lassen und gegebenenfalls installierte Software/Schadprogramme zu löschen.
– Kontakt mit dem Geldinstitut aufnehmen und sich beraten lassen.
– Anzeige bei der Polizei erstatten.

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Die Betrüger geben sich am Telefon als Polizisten aus. Symbolbild Paulitsch

Falsche Polizisten

Wieder einmal sind Betrüger am Werk, die sich am Telefon als Polizisten ausgeben und dann zur Herausgabe von Geld locken. Die Täter rufen meist am Festnetz an. Sie geben sich als Polizei- oder Kriminalbeamte aus und behaupten, dass ein naher Angehöriger, zum Beispiel ein Sohn oder eine Tochter, in einen schweren Verkehrsunfall verwickelt gewesen und nun in Haft sei. Unter dem Vorwand, dass die Versicherung abgelaufen wäre, fordern die Täter die sofortige Bezahlung eines größeren Geldbetrages als angebliche Kaution. Zur Untermauerung ihrer falschen Geschichte sind teilweise weinerliche Frauenstimmen der angeblich inhaftierten Angehörigen am Telefon zu hören.

Wie vorgehen?

Was im Falle eines Anrufs getan werden soll, weiß die Kriminalpolizei:
– Dubiose Telefonate sofort beenden.
– Die Polizei fordert am Telefon von Angehgörigen nie die Herausgabe von Geld oder Schmuckstücken.
– Am Telefon keine Bankdaten oder Vermögensverhältnisse preisgeben.
– Niemals Geld oder sonstige Wertgegenstände an unbekannte Personen übergeben.
– Mit einer Vertrauensperson sofort über den Anruf sprechen oder ihn bei der nächsten Polizeidienststelle melden.

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Anhand einer Push-Nachricht erschleichen sich die Betrüger Zugang zum Konto des Opfers. Symbolbild Vol.at

Zugang zum Konto über Push-Nachricht

Zur Zeit versuchen Täter wieder, mit dem sogenannten Pishing-Betrug an Geld zu gelangen. Dabei werden Benutzer von Online-Banking-Apps mit einer Push-Nachricht, die scheinbar vom eigenen Bankkonto stammt, aufgefordert, eine Überweisung oder sonstige Aktion freizugeben. Die Freigabe erfolgt üblicherweise durch Fingerprint oder Gesichtserkennung. Danach erhalten die Täter Zugang zum Konto des Opfers und können willkürlich Geld transferieren.

Was die Kripo rät

Die Kriminalpolizei hat einige Tipps für solche Betrugsfälle zusammengestellt:
– Kein seriöses Geldinstitut oder Unternehmen schickt unaufgefordert Push-Nachrichten zur Freigabe irgendwelcher Aktionen. Auch fordern seriöse Unternehmen nicht auf, persönliche Daten wie Passwörter oder Zugangsdaten einzugeben.
– Auf Push-Nachrichten, die nicht bewusst ausgelöst wurden, auf keinen Fall reagieren.
– Keinen Links und/oder Anweisungen folgen, deren Absender nicht eindeutig zugeordnet werden können.
– Keine Software auf den Computer bzw. das Handy laden, ohne vorher mit dem Unternehmen oder Bankinstitut Rücksprache gehalten zu haben. Software-Updates erfolgen normalerweise automatisiert.
– Informationen im Internet einholen, zum Beispiel unter www.onlinesicherheit.gv.at