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„Erschreckend“: Trotz Infektion Spital betreten

11.01.2022 • 20:59 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
26-Jähriger stand vor Gericht. <span class="copyright">hartinger</span>
26-Jähriger stand vor Gericht. hartinger

Geldstrafe wegen Corona-Gefährdung: 26-Jähriger begleitete Mutter trotz Absonderungsbescheid ins Krankenhaus.

Für den Richter ist es „erschreckend“, dass der Angeklagte trotz seiner Coronainfektion und des Absonderungsbescheids der Bezirks­hauptmannschaft Feldkirch am 3. September 2021 das Landeskrankenhaus Hohenems und damit einen Ort mit vielen kranken und besonders ­gefährdeten Menschen betreten hat.
Sein Verhalten trug dem 26-jährigen Tschetschenen am Dienstag in der Hauptverhandlung am Landesgericht Feldkirch einen Schuldspruch wegen des Vergehens der vorsätzlichen Gefährdung von Menschen durch übertragbare Krankheiten ein. Dafür wurde der unbescholtene Lehrling zu einer Geldstrafe von 800 Euro (200 Tagessätze zu je 4 Euro) verurteilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, denn der Angeklagte und der Staatsanwalt erhielten drei Tage Bedenkzeit. Die mögliche Höchststrafe wäre drei Jahre Gefängnis gewesen. Die verhängte Geldstrafe entspricht drei Monaten Haft.

„Aufeinander angewiesen.“

Der Angeklagte sagte, er habe trotz der behördlich angeordneten häuslichen Quarantäne seine Wohnung nur deshalb verlassen, um mit seinem Auto seine Mutter als stationäre Patientin ins Krankenhaus zu fahren. Er und seine Mutter seien aufeinander angewiesen. Für seine Mama würde er auch sein Leben opfern, gab der 26-Jährige zu Protokoll.

Verständnis

Er habe Verständnis dafür, dass der Angeklagte seiner Mutter helfen wollte, merkte der Strafrichter in seiner Urteilsbegründung an. Dennoch hätte der Angeklagte wegen seiner Coronainfektion und des BH-Absonderungsbescheids das Krankenhaus nicht betreten dürfen. Es sei ja nicht so gewesen, dass er seine Mutter nur bis vor das Spital gebracht habe. Stattdessen sei er mit ihr auch noch ins Landeskrankenhaus gegangen.
Nicht angeklagt hat die Staatsanwaltschaft, dass der junge Mann auch am 4. September 2021 im Hohenemser Spital war, um seiner Mutter etwas mitzubringen. Denn an jenem Tag machte er einen Corona-Selbsttest, mit negativem Ergebnis.