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„Froh, dass wir offen haben dürfen“

11.01.2022 • 20:56 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Edith Klinger betreibt "ediths" in Bizau und Dornbirn. <span class="copyright">ediths</span>
Edith Klinger betreibt "ediths" in Bizau und Dornbirn. ediths

Auftakt zu den 2G-Kontrollen im Handel. Die NEUE hat bei den Betroffenen nachgefragt.

Seit Dienstag gelten neue Regelungen zur Eindämmung der Coronapandemie.

Vor allem die verpflichtende Kontrolle des 2G-Status von Kunden im Handel hatte im Vorfeld für Aufregung und Diskussionen gesorgt. Spätestens beim Bezahlen an der Kasse muss der entsprechende Nachweis vorzeigt werden. Ausgenommen sind der Lebensmittelhandel, Drogerien, Apotheken und auch Trafiken. Kritisch wurde von vielen der höhere Aufwand für die Händler gesehen.

Im Handel müssen nun 2G-Nachweise geprüft werden. <span class="copyright">APA</span>
Im Handel müssen nun 2G-Nachweise geprüft werden. APA

Im Einkaufszentrum Zimbapark in Bürs haben sich die Verantwortlichen dafür entschieden, den Besucherinnen und Besuchern das Einkaufen zu erleichtern. An zwei Standorten – dem 2G-Servicepoint im Erdgeschoss und beim Besucherservice im Obergeschoss – kann der entsprechende Nachweis über die Impfung oder Genesung vorgelegt werden. Dafür gibt es dann einen für den jeweiligen Tag gültigen Stempel auf dem Handrücken oder der Handinnenseite, um danach einzukaufen, ohne den Nachweis erneut auf dem Handy oder in Papierform vorzeigen zu müssen.

Einfacher Zugang

Das Angebot kann freiwillig genutzt werden und es werden auch keine Daten registriert, betont Walter Simma, Center-Manager im Zimbapark. Mit dem Service wolle man den Kunden jedoch einen einfachen Zugang zu den Shops ermöglichen. Zugleich soll damit auch das Personal in den Geschäften entlastet werden. Der gestrige Auftakt sei sehr gut gelaufen, berichtet Simma. Die Kunden seien gut über die gültigen Regelungen informiert.

Walter Simma ist Center-Manager im Zimbapark in Bürs. <span class="copyright">Zimbapark</span>
Walter Simma ist Center-Manager im Zimbapark in Bürs. Zimbapark

“Normal für diese Zeit”

Der Besucherzustrom sei gestern niedriger gewesen als noch in der Vorwoche, berichtet der Center-Manager. Auf die neuen Regelungen sei dies jedoch eher nicht zurückzuführen. Viel eher spiele eine Rolle, dass die Schule wieder begonnen habe und auch Berufstätige nach den Feiertagen wieder arbeiten würden. „Der Besuch war normal für diese Zeit“, sagt Simma. Er geht davon aus, dass die Frequenz in Richtung Wochenende wieder anziehen wird. Ganz allgemein ist der Zimbapark-Verantwortliche zufrieden mit den vergangenen Wochen. Das Einkaufszentrum werde auch von Urlaubsgästen vor allem als Alternativprogramm bei schlechtem Wetter genutzt. Die heurige Wintersaison sei bisher spürbar besser gewesen, als jene im vergangenen Jahr.

Verschiedene Ansätze

Ruhiger ist es diese Woche auch in den Geschäften von Edith Klinger. Sie betreibt gemeinsam mit ihrem Ehemann „ediths“ in Bizau und Dornbirn. Wohnaccessoires, Deko, Geschirr und Geschenkideen skandinavischer Marken werden dort verkauft. Doch auch die Geschäftsfrau glaubt nicht, dass dies auf die Verschärfungen bei den 2G-Kontrollen zurückzuführen ist. Viel mehr spiele wohl der Schulanfang eine Rolle.In den beiden Geschäften wird der 2G-Nachweis unterschiedlich überprüft. In Bizau befinde sich die Kasse direkt beim Eingang, also erfolge die Kontrolle beim Betreten des Geschäfts. In Dornbirn wird der 2G-Status erst beim Bezahlen überprüft. „Anders geht es leider nicht. Da bräuchten wir mehr Personal“, erläutert Klinger.

“Nicht die Hilfssheriffs”

Freude mit den Kontrollen hat die Unternehmerin jedoch nicht unbedingt. „Wir sind nicht gerne die Hilfssheriffs der Nation“, sagt sie. Dies würden viele ihrer Kollegen im Handel ebenfalls so sehen. Auch die Tatsache, dass zum Beispiel in Drogerien ohne 2G-Nachweis eingekauft werden kann, hält die Geschäftsfrau für unfair. Schlussendlich richtet sie den Fokus jedoch auf das Positive: „Wir sind froh, dass wir offen haben dürfen.“

In Feldkirch ging´s beschaulich zu

Modeverkäuferin Denise Moschen: "Kundinnen sind verständnisvoll". <span class="copyright">NEUE</span>
Modeverkäuferin Denise Moschen: "Kundinnen sind verständnisvoll". NEUE

Beschaulich ging es am Dienstag auch in der Feldkircher Innenstadt zu. „Normalerweise ist an Markttagen mehr los“, befindet Denise Moschen vom Damenmodengeschäft Monari in der Schmiedgasse. Insofern hielt sich gestern auch der zusätzliche Kontrollaufwand in Grenzen. Die Kunden seien allesamt sehr verständnisvoll gewesen und hätten ihren 2G-Nachweis meist unaufgefordert hergezeigt. erzählt die Verkäuferin. Nur eine einzige Kundin habe sie dazu auffordern müssen. Die Maßnahme hält Moschen für richtig.

Umfrage 2G im Handel
Umfrage 2G im Handel

Auch Karin Burtscher vom Spielwarengeschäft Spielewelt stellt ihren Kunden ein gutes Zeugnis aus. „Viele zeigen ihren 2G-Nachweis her, sobald sie den Laden betreten haben.“
Ungeimpfte haben nicht nur in der Spielewelt nach wie vor die Möglichkeit, Waren online zu bestellen und im Geschäft abzuholen. Gerade im Lockdown sei „Click and Collect“ gut angenommen worden, weiß Burtscher.