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Anklage: Versuchter Mord mit Messerstich

12.01.2022 • 19:23 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Mann steht am 24. Jänner vor Gericht.   <span class="copyright"> Klaus Hartinger</span>
Der Mann steht am 24. Jänner vor Gericht. Klaus Hartinger

31-Jähriger soll im April 2021 in Wolfurt versucht haben, in seiner Wohnung einen 25-Jährigen zu töten.

Mit einem wuchtigen Messerstich in die Brust hat der angeklagte Wolfurter nach Darstellung der Staatsanwaltschaft Feldkirch am 16. April 2021 in seiner Wohnung einen 25-jährigen Bregenzer schwer verletzt. Die Strafverfolgungsbehörde wertet die Tat als versuchten Mord.

Der Geschworenenprozess findet am 24. Jänner am Landesgericht Feldkirch statt. Die Verhandlung wurde von 9 bis 17.30 Uhr angesetzt. Das teilte auf Anfrage Gerichtssprecher Norbert Stütler mit.

Hoher Strafrahmen

Für den Fall eines Schuldspruchs im Sinne der Anklage beträgt der Strafrahmen 10 bis 20 Jahre oder lebenslängliche Haft. Für den unbescholtenen Angeklagten gilt die Unschuldsvermutung. Der 31-jährige Untersuchungshäftling bestreitet, in Tötungsabsicht gehandelt zu haben.

Zunächst wurde wegen des Verdachts der absichtlich schweren Körperverletzung ermittelt. Dafür beläuft sich die Strafdrohung auf ein bis zehn Jahre Gefängnis. Im gerichtsmedizinischen Gutachten wurde aber festgehalten, dass mit der zugefügten Verletzung grundsätzlich Lebensgefahr verbunden sei.

Deshalb legt die Staatsanwaltschaft dem Angeklagten versuchten Mord zur Last. Weil er in Kauf genommen habe, dass der 25-Jährige an den Verletzungen sogar sterben könnte. Mit einem Küchenmesser mit einer 20 Zentimeter langen Klinge habe der Arbeitslose seinem Bekannten eine fünfeinhalb Zentimeter tiefe Stichverletzung an der Rumpfaußenseite zugefügt, entnimmt Stütler der Anklageschrift.

Beschimpfungen

Wenige Tage zuvor soll der Wolfurter dem Bregenzer per Whatsapp erfolglos Drogenersatzmedikamente zum Kauf angeboten haben. Dabei soll es zu wechselseitigen Beschimpfungen gekommen sein. Zu einer Aussprache sei es am 16. April 2021 in der Wohnung des Wolfurters gekommen, so Stütler. Dabei habe der Besucher dem Angeklagten das Mobiltelefon weggenommen. Daraufhin habe der Angeklagte ein Küchenmesser geholt und damit auf den 25-Jährigen eingestochen. Nach der Bluttat habe der Angeklagte dem Verletzten einen Verband angelegt.

Eine Nachbarin verständigte die Polizei. Die Rettung brachte den Schwerverletzten ins Landeskrankenhaus Bregenz, wo er sofort operiert wurde. Bei der Tat seien die jungen Männer durch Drogenersatzmedikamente beeinträchtigt gewesen, zitierte Stütler aus der Anklageschrift. Das verletzte Opfer sei zudem mit 2,18 Promille alkoholisiert gewesen.