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FFP2-Masken made in Lustenau

14.01.2022 • 21:35 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Bürgermeister Kurt Fischer sowie die Unternehmer Günter und Enrico Grabher (v.l.n.r.). <span class="copyright">Marktgemeinde Lustenau/Miro Kuzmanovic</span>
Bürgermeister Kurt Fischer sowie die Unternehmer Günter und Enrico Grabher (v.l.n.r.). Marktgemeinde Lustenau/Miro Kuzmanovic

Grabher Group investierte 5,6 Millionen Euro und stellt ím Start-up Vprotect FFP2-Masken her.

Wieder einmal sorgt der Lustenauer Smart-Textiles-Unternehmer Günter Grabher für Furore.

Nachdem er zu Beginn gemeinsam mit anderen heimischen Betrieben Schutzmasken gefertigt hat, werden seit Anfang dieser Woche in seinem Betrieb im Lustenauer Millennium Park FFP2-Masken hergestellt. Das spezielle Filtervlies wird dabei selbst produziert. Dafür wurde eine eigene Meltblown-Anlage angeschafft. Diese ist die einzige ihrer Art in Österreich. Inves­tiert wurden für die Produktion der Masken insgesamt 5,6 Millionen Euro.

Europaweit einzigartig

„Dass vom Rohstoff bis zum fertigen Produkt alles am selben Standort produziert wird, ist europaweit einzigartig. Möglich macht das die neue Meltblown-Anlage, mit der wir die speziellen Viren-Filtervliese herstellen“, erklärte Günter Grabher bei einer Betriebsbesichtigung. Zu Gast waren der Lustenauer Bürgermeister Kurt Fischer, Wirtschaftsgemeinderat Vizebürgermeister Daniel Steinhofer (beide ÖVP) und Raimund Zirker, Leiter der Wirtschaftsabteilung.

Die Vertreter der Gemeinde beim Betriebsbesuch mit den Unternehmern.  <span class="copyright">Marktgemeinde Lustenau/Miro Kuzmanovic </span>
Die Vertreter der Gemeinde beim Betriebsbesuch mit den Unternehmern. Marktgemeinde Lustenau/Miro Kuzmanovic

Über das Start-up Vprotect werden die Masken verkauft. Sie sind sowohl für Privatpersonen als auch Unternehmen über die Webseite www.vprotect.at erhältlich. Verkauft werden die FFP2-Masken in Boxen zu je 25 Stück. Für den öffentlichen Bereich gibt es zudem ein Abo-Modell für die Sicherheits-Grundversorgung. Großabnehmer sowie Unternehmen haben die Möglichkeit, die Masken speziell bedrucken zu lassen. In Lustenau wird es im „Botta“-Shop in Kürze spezielle Masken mit Lustenau-Aufdruck geben.

Gefragtes Material

Für Grabher ist die Anlage eine Investition in die Zukunft. Einerseits kann das aufgrund der Pandemie gefragte Filtermaterial für die FFP2-Masken nun selbst produziert werden. Gerade zu Beginn der Coronakrise sei dieses in ganz Europa Mangelware gewesen. Nun sei Vprotect das einzige österreichische Unternehmen, das das gefragte Filter-Material sowie die Schutzmasken in ­Österreich herstellt. Andererseits kann die neue Anlage auch nach der Pandemie genutzt werden. Das spezielle Material der Filtervliese wird auch im medizinischen Bereich in der Wasser- und Luftfiltration vielfach verwendet.

Für die Produktion der hochwertigen Masken wurden neue Mitarbeiter eingestellt.  <span class="copyright">Marktgemeinde Lustenau/Miro Kuzmanovic (3)</span>
Für die Produktion der hochwertigen Masken wurden neue Mitarbeiter eingestellt. Marktgemeinde Lustenau/Miro Kuzmanovic (3)

Für die Maskenherstellung wurden auch neue Mitarbeiter eingestellt, berichtete der Unternehmer. Das Vlies besteht aus Fasern, die wesentlich dünner als menschliche Haare sind und mittels Plasmatechnologie behandelt werden. Die Masken sind aus hypoallergenem, nicht brennbarem, atmungsaktivem Material. Die Produktion sei besonders prüfaufwendig, meinte Grabher. Alle zwei Stunden werden Blindziehungen aus einer Charge von Masken geprüft. Erst, wenn sicher sei, dass die Maske die nötige Filterleistung erbringe, gehe die Charge in die Verpackung.

Recyling

Bei der Grabher Group werden jedoch nicht nur Masken aus Rohmaterial hergestellt. Im Unternehmen werden diese auch recycelt. „Täglich landen in Österreich um die 3,8 Millionen Masken auf dem Müll. FFP2- und OP-MNS-Masken bestehen zu 97 Prozent aus dem hochwertigen Kunststoff Polypropylen“, verdeutlichte Grabher. Gemeinsam mit Forschern und Unternehmen sei es im Start-up Vprotect gelungen, aus gebrauchten Schutzmasken einen neuen Werkstoff zu generieren. Aus dem Rezyklat der Masken werde ein Superabsorber-Vlies hergestellt, welches kein Wasser aufnehme, aber die Fähigkeit besitze, Chemikalien und Öle in großen Mengen zu speichern. „Dieses neue Material kommt im Gewässerschutz oder im Katastrophen-Fall zum Einsatz, kann aber auch als Reinigungstücher oder als Bau-Dämm-Material verwendet werden“, erläuterte der Unternehmer.

Freude beim Bürgermeister

Der Lustenauer Bürgermeister zeigte sich nach dem Besuch im Unternehmen beeindruckt. „Wir dürfen uns glücklich schätzen, innovative Unternehmerinnen und Unternehmer wie Günter Grabher hier in Lustenau ansässig zu haben. Er beschreitet neue Wege in der Textilforschung und -produktion, Hightech auf höchstem Niveau“, sagte Fischer.