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Warum Impfung kein Thema bei Jobvermittlung ist

14.01.2022 • 21:39 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
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AMS-Geschäftsführer Bernhard Bereuter. Sams

Eine nicht vorhandene Impfung ist derzeit laut AMS-Chef kein Problem bei der Jobvermittlung.

Am Arbeitsplatz gilt in Österreich derzeit bekanntlich die 3G-Regel. Man muss also geimpft, genesen oder getestet sein, um seiner Arbeit nachgehen zu können.

Strenger gehandhabt wird das etwa in Italien, wo ab 15. Februar für über 50-Jährige nur mehr 2G gilt. Wer ab diesem Zeitpunkt bei unserem südlichen Nachbarn in dieser Altersgruppe also nicht geimpft oder nachweislich genesen ist, kann nicht mehr an seinen Arbeitsplatz.

In Österreich ist derartiges aktuell auch dann nicht vorgesehen, wenn Anfang Februar eine allgemeine Impfpflicht in Kraft treten soll. Auch dann soll es möglich sein, „nur“ mit einem Test zu arbeiten. Eine andere Stimme dazu gibt es aber schon: Der Wiener SPÖ-Gesundheitsstadtrat Peter Hacker forderte vor einigen Tagen eine Ausweitung der 2G-Regel auf den Arbeitsplatz. „Bei einer Impfpflicht hört sich dann irgendwann mal die 3G-Regel auf. Denn: Entweder es gibt eine Impfpflicht oder es gibt sie nicht“, so sein Argument.

Am Arbeitsplatz gilt in Österreich 3-G.    <span class="copyright">apa</span>
Am Arbeitsplatz gilt in Österreich 3-G. apa

Beim Arbeitsmarktservice Vorarlberg ist die Impfung in Hinblick auf Vermittlung derzeit allerdings kein Thema, sagt dessen Geschäftsführer Bernhard Bereuter. „Wir erheben den Impfstatus der vorgemerkten Personen nicht“, erklärt er. Auch in den vorliegenden Aufträgen der Unternehmen gebe es nur ganz vereinzelt die Voraussetzung, dass ein Bewerber oder eine Bewerberin geimpft sein müsse, so seine Erfahrungen. Bereuter geht aber davon aus, dass diese Frage eher in den Bewerbungsgesprächen geklärt werde, da diesbezüglich beim AMS eben keine Daten vorliegen.

Auch von Arbeitssuchenden sei bis dato keine Rückmeldung erfolgt, dass sie eine Arbeitsstelle aufgrund einer nicht vorhandenen Impfung nicht annehmen können. „Das könnte sich aber ändern, wenn die Impfpflicht kommt“, so der AMS-Geschäftsführer. Das werde dann davon abhängen, wie das Ganze ausgestaltet sei und wie die Unternehmen darauf reagieren.

Sanktionen

Grundsätzlich keine Probleme gebe es auch in Hinblick auf die geltende Testpflicht, informiert Bereuter. Wenn sich jemand allerdings weigern würde, sich für einen Arbeitsplatz testen zu lassen, dann wäre das eine Vereitelung und könnte sanktioniert werden, erklärt er. Diesbezügliche Einzelfälle könne es schon geben, meint er, „aber eigentlich ist es auch kein Thema“.

Stichwort Sanktionen: 1426 Mal wurden im Vorjahr vom AMS Sanktionen verhängt, sprich das Arbeitslosengeld gestrichen. Im Jahr davor waren es 911 Mal. Das ist eine Steigerung um 56 Prozent. Allerdings seien die Zahlen nicht wirklich miteinander vergleichbar, sagt Bereuter. 2020 habe es aufgrund der Einschränkungen deutlich weniger offene Stellen gegeben, sodass die Vermittlungsaktivitäten um einiges geringer waren. Im Vorcoronajahr 2019 ist im Vergleich 1564 Mal eine Sanktion erfolgt.

Zumutbarkeit

Der Grund für die „Strafe“ ist meistens eine Vereitelung in Zusammenhang mit den Zumut­barkeitsbestimmungen, erklärt der AMS-Geschäftsführer. So sei Arbeitssuchenden etwa der Weg zu lang oder der Lohn zu gering. Es gebe auch solche, die sich nicht vorstellen oder deren Verhalten nicht akzeptabel sei, listet Bereuter Beispiele auf. Dann wird beim ersten Mal das Arbeitslosengeld sechs Wochen gesperrt, beim zweiten Mal acht Wochen.