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Für welche Baumarten die Ampel rot leuchtet

17.01.2022 • 13:43 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Für welche Baumarten die Ampel rot leuchtet

„Baumartenampel“ macht als neues Online-Tool per Mausklick ersichtlich.

Es sind Zeiträume über viele Jahrzehnte, in denen Waldbesitzer denken und planen müssen. Was heute in den Waldboden gepflanzt wird, kommt erst Generationen später für die Holzernte infrage. Während früher dabei aufgrund stabilerer Klimabedingungen auf tradierte Erfahrungswerte gebaut werden konnte, funktioniert das für die Zukunft nicht mehr. „Bäume, die heute keimen, werden bereits im mittleren Alter in einem veränderten Klima leben“, sagt Peter Mayer, Leiter des Bundesforschungszentrums Wald (BFW). „Einige Baumarten kommen mit den neuen Bedingungen nicht mehr zurecht und sterben oder haben geringere Widerstandskraft gegen Krankheiten und Schädlinge.“

Mit einer bundesweiten „Baumartenampel“ haben die Forscher nun ein Online-Tool entwickelt, das Waldbesitzern bei der ersten Einschätzung helfen soll, welcher Baumart in welchen Gebieten überhaupt eine Zukunft beschieden ist. Über www.klimafitterwald/baumarten kann jedermann einen beliebigen Ort in Österreich auswählen und bekommt per Klick zu jeder infrage kommenden Baumart ein Ampelschema mitgeliefert. Es handelt sich dabei um eine Art Prognose für den Zeitraum 2080 bis 2100. Grün bedeutet, dass für die jeweilige Baumart mit hoher Wahrscheinlichkeit die Klimabedingungen zum Ende des Jahrhunderts passend sein werden, Gelb steht für mittlere, Rot für geringe Wahrscheinlichkeit.

Für welche Baumarten die Ampel rot leuchtet
Peter Mayer, Leiter des Bundesforschungszentrums Wald (BFW)Sonstiges

So sollen etwa in den südlicheren und östlichen Regionen der Steiermark Fichten, Kiefern oder Tannen tendenziell nicht mehr nachgepflanzt werden, während andere Arten wie Birken und Stieleichen gute Zukunftsaussichten haben. Das südliche Kärnten dagegen ist für Weißtannen und Lärchen besser geeignet. „Mit diesem Wissen erleichtern wir erheblich die Wahl der richtigen Baumart für die Zukunft“, sagt Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP).

Stichwort Wald

47,9 Prozent der österreichischen Staatsfläche, das entspricht rund vier Millionen Hektar, sind von Wald bedeckt. Den höchsten Wald-Anteil hält mit 62
Prozent die Steiermark, gefolgt von Kärnten mit 61 Prozent und Salzburg mit 53 Prozent.

Allerdings, so schränken die Fachleute des BFW ein, kann die Ampel den Waldbesitzern vorerst nur eine erste Grob-Orientierung geben. Zusätzliche Beratungen seien empfehlenswert. Die Datenbank wird aber weiter ausgebaut, geologische und bodenspezifische Informationen sollen einfließen. Den Anfang soll diesbezüglich die Steiermark machen.