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Ehefrau bedroht: 11.760 Euro Strafe

21.01.2022 • 16:24 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Mann stand in Feldkirch vor Gericht.      <span class="copyright">Hartinger</span>
Der Mann stand in Feldkirch vor Gericht. Hartinger

Geldstrafe für unbescholtenen Angeklagten fiel hoch aus, weil er sehr gut verdient und ein Verbrechen begangen hat.

Die Höhe der Geldstrafe ist auch abhängig von den finanziellen Möglichkeiten des Angeklagten. Der 40-jährige Familienvater verdient nach eigenen Angaben als Angestellter netto 4500 Euro. Deshalb fiel die zu bezahlende Geldstrafe für ihn mit 11.760 Euro hoch aus. Wäre er arbeitslos, müsste er dem Gericht nur 840 Euro überweisen.

Nach zwei Morddrohungen gegen seine Ehefrau wurde der Angeklagte am Landesgericht Feldkirch wegen des Verbrechens der versuchten schweren Nötigung und des Vergehens der gefährlichen Drohung schuldig gesprochen. Dafür wurde der unbescholtene Unterländer zu einer teilbedingten Geldstrafe von 23.520 Euro (420 Tagessätze zu je 56 Euro) verurteilt.

Nicht rechtskräftig

Davon beträgt der unbedingte, dem Gericht zu bezahlende Teil 11.760 Euro. Die anderen 11.760 Euro wurden für eine Probezeit von drei Jahren bedingt nachgesehen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Der Strafrahmen belief sich auf sechs Monate bis fünf Jahre Gefängnis. Die verhängte Geldstrafe entspricht umgerechnet sieben Monaten Haft.

Nach den gerichtlichen Feststellungen hat der 40-jährige Türke seiner 35-jährigen Ehefrau etwa per Handynachricht damit gedroht, er werde sie töten, wenn sie nicht in die Türke ziehe. Diese Drohung wertete die Strafrichterin als versuchte schwere Nötigung. In einer anderen Handynachricht drohte er seiner Frau damit, sie lichterloh brennen zu lassen. Er befinde sich im letzten Stadium vor einem Amoklauf.

Keine Aussage

Die Ehefrau des Angeklagten machte von ihrem Recht Gebrauch, als Zeugin vor Gericht nicht mehr auszusagen. Deshalb durften ihre belastenden Angaben vor der Polizei nicht verwertet werden, die Handynachrichten aber schon. Das führte dazu, dass der Angeklagte mangels Beweisen von drei Vorwürfen freigesprochen wurde. Dabei ging es um zwei angeklagte Körperverletzungen und eine angeklagte Drohung mit einem vorgehaltenen Messer.