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2,5 Jahre Haft nach wuchtigem Messerstich

24.01.2022 • 21:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
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Symbolbild/Shutterstock

31-Jähriger verletzte 26-Jährigen mit Bruststich schwer.

Der arbeitslose 31-Jährige verletzte am 16. April 2021 in seiner Wolfurter Wohnung im Streit um Drogen einen 26-Jährigen mit einem wuchtigen Stich mit einem Küchenmesser 18 Zentimeter unter der linken Achselhöhle schwer. Die 20 Zentimeter lange Klinge drang durch die Winterjacke, den Pullover und das T-Shirt des mit 2,1 Promille alkoholisierten Bregenzers und dann fünfeinhalb Zentimeter tief in die Brust ein.

Purer Zufall

Staatsanwältin Konstanze Manhart klagte den Untersuchungshäftling wegen versuchten Mordes an. Weil es purer Zufall sei, dass das Opfer noch lebe. Denn nahe neben der Einstichstelle hätten sich das Herz und die Lunge des Schwerverletzten befunden.

Die Staatsanwaltschaft hatte Anklage wegen versuchten Mordes erhoben. <span class="copyright">Symbolbild/Hartinger</span>
Die Staatsanwaltschaft hatte Anklage wegen versuchten Mordes erhoben. Symbolbild/Hartinger

Alle acht Geschworenen folgten allerdings der Argumentation von Verteidigerin Chris­tina Lindner und werteten die Tat nur als absichtlich schwere Körperverletzung. Dafür wurde der unbescholtene und reumütig geständige Angeklagte zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Als Teilschmerzengeld hat er dem Geschädigten 4000 Euro zu bezahlen. Das Urteil im Geschworenenprozess ist bereits rechtskräftig, denn der Angeklagte und die Staatsanwältin waren damit einverstanden. Der Strafrahmen habe wegen der Verwendung einer Waffe zwei bis zehn Jahre Gefängnis betragen, sagte der vorsitzende Richter Dietmar Nußbaumer. Für versuchten Mord hätte sich die Strafdrohung auf 10 bis 20 oder lebenslängliche Haft belaufen. Der Verurteilte darf damit rechnen, nach 15 von 30 Haftmonaten auf Bewährung vorzeitig das Gefängnis verlassen zu dürfen.

Unkontrollierter Messerstich

Die Geschworenen gingen davon aus, dass der durch Drogenersatzmedikamente beeinträchtigte Angeklagte seinen Widersacher nicht töten wollte. Und dass der 31-Jährige nicht einmal einen bedingten Tötungsvorsatz hatte. Demnach hielt es der Angeklagte nicht für ernstlich möglich, dass sein Kontrahent durch seinen unkontrollierten Messerstich sogar getötet werden könnte.

Handy weggenommen

Der 26-jährige Bregenzer sagte als Zeuge, er habe den Wolfurter aufgesucht, der ihm Drogen zum Kauf angeboten habe. Er konsumiere aber keine Drogen mehr. Bei der Aussprache habe er dem 31-Jährigen im Spaß das Handy weggenommen. Daraufhin sei der Wolfurter ausgerastet. Der Angeklagte behauptete erstmals vor Gericht, der Bregenzer habe ihm sein Springmesser weggenommen und aufgeklappt. Daraufhin habe er in seiner Angst mit dem Küchenmesser zugestochen.