Allgemein

Arlberg Hospiz: Deal nicht abgeschlossen

24.01.2022 • 19:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Soravia hat beim Arlberg Hospiz viel vor. 60 Millionen Euro werden investiert. <span class="copyright">soravia</span>
Soravia hat beim Arlberg Hospiz viel vor. 60 Millionen Euro werden investiert. soravia

Immobilieninvestor Soravia will Mehrheit an Arlberg Hospiz erwerben.

eit beinahe zwei Jahren machen Berichte die Runde, wonach der Wiener Immobilieninvestor Soravia Gruppe die Mehrheit an der Familie Werner GmbH in St. Anton am Arlberg beziehungsweise im Ortsteil St. Christoph übernommen hat. Die Familie Werner GmbH steht hinter dem traditionsreichen Arlberg Hospiz und diversen dazugehörenden touristischen Einrichtungen am Arlbergpass.
Jetzt allerdings wird bekannt, dass dieser Deal noch gar nicht in trockenen Tüchern und auch noch nicht rechtskräftig abgeschlossen ist. Denn bei der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) in Wien wurde dieser Tage eine entsprechende Zusammenschluss-Anmeldung veröffentlicht. Konkret geht es darum, dass die Soravia GmbH, ein Unternehmen der Soravia-Gruppe, 51 Prozent an der Familie Werner GmbH mit Sitz in St. Anton am Arlberg erwerben möchte. Der Firmenbucheintrag der Familie Werner GmbH zeigt bis dato unverändert Gerda Werner als Beinahe-Alleineigentümerin. Einen Kleinstanteil hält der Hotelier Florian Werner.

Wegen der Größe von Soravia brauchen wir die Freigabe durch die Wettbewerbsbehörde.

Hermann Semlitsch, Geschäftsführer Familie Werner GmbH

Zuerst Genehmigungen

Hermann Semlitsch, Geschäftsführer der Familie Werner GmbH, klärt im Gespräch mit der Wirtschaftspresseagentur die Hintergründe auf. „Die Verträge zur Übernahme der Mehrheitsanteile wurden schon im Juni 2020 unterzeichnet. Das endgültige Closing findet jedoch erst im Februar 2022 statt.“ Der Grund dafür sei der Umstand, dass Soravia den tatsächlichen Einstieg vom Vorliegen der diversen Genehmigungen durch die Gemeinde für die geplanten Um- und Neubauten abhängig gemacht habe. Dabei sei es unter anderem um die Hotelgröße und die Anzahl der Betten gegangen, so Semlitsch. „Diese Genehmigungen durch die Gemeinde liegen jetzt vor.“ Nunmehr gehe die Angelegenheit noch an das Land Tirol zur Bestätigung weiter.
Dass die Übernahme der Mehrheitsanteile zudem bei der BWB angemeldet worden sei, hänge nicht mit der Größe des Deals, sondern mit der Größe der Soravia Gruppe zusammen. Deshalb benötige es die Freigabe durch die Wettbewerbshüter. Aus diesem Blickwinkel sei es inhaltlich korrekt, dass die Mehrheitsübernahme formalrechtlich noch gar nicht erfolgt sei, so Semlitsch. Das sollte sich jedoch in den kommenden Wochen ändern. Nach dem Einstieg werde Soravia 51 Prozent der Anteile an der Familie Werner GmbH halten. Die anderen 49 Prozent entfallen auf den Hotelier und Gastgeber Florian Werner.

Investition von 60 Millionen Euro

Soravia hat beim Arlberg Hospiz einiges vor. Bis zum Start der Wintersaison 2024/25 sollen rund 60 Millionen Euro inves­tiert werden. Der Baubeginn ist für das Frühjahr 2022 geplant. Die „Hospiz-Alm“ soll bis zum November 2022 renoviert werden und ab der kommenden Wintersaison betriebsbereit sein. Der Hotelkomplex werde in Etappen erneuert beziehungsweise neu gebaut. Das Stammhaus soll bis zur Wintersaison 2023/24 fertig saniert sein. Der Hotelzubau werde 2024/25 eröffnet. Dazu muss vorher der Sporthotel-Komplex abgerissen werden. „Danach soll das Arlberg Hospiz optisch gesehen als Einheit wirken“, so Semlitsch.

Günther Bitschnau / Wirtschaftspresseagentu

Du hast einen Tipp für die NEUE Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@neue.at.