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28-Jähriger missbraucht Schlafende: Haft

26.01.2022 • 20:12 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
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Hartinger

Angeklagter nützte laut Urteil auf seinem Boot wehrlosen Zustand von 23-Jähriger aus.

Beim Übernachten auf seinem Boot hat der 28-Jährige nach den gerichtlichen Feststellungen am 3. Juni 2021 in der Bregenzer Bodenseebucht eine schlafende Bekannte missbraucht.

Nach Überzeugung der Richter hat der Unterländer den wehrlosen Zustand der 23-Jährigen ausgenützt und mit ihr gegen ihren Willen den Geschlechtsverkehr vollzogen.

18 Monate Gefängnis

Damit hat der Angeklagte aus Sicht des Schöffensenats das Verbrechen des sexuellen Missbrauchs einer wehrlosen Person begangen. Dafür wurde der mit einer Vorstrafe ­belas­tete junge Mann zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt. Davon beträgt der unbedingte, zu verbüßende Teil vier Monate. Als Teilschadenersatz hat der Angestellte der jungen Frau 3720 Euro zu bezahlen. Davon entfallen 3000 Euro auf Schmerzengeld und 720 Euro auf bisher angefallene Therapiekosten.

Glaubwürdig

Der Schöffensenat folgte den belastenden Angaben der 23-jährigen Frau. Ihre Aussagen vor der Polizei und bei ihrer gerichtlichen kontradiktorischen Einvernahme vor der Hauptverhandlung seien glaubwürdig gewesen, sagte der vorsitzende Richter Thomas Wallnöfer. Ihre Schilderungen seien in den entscheidenden Punkten widerspruchsfrei und lebensnah gewesen. Es gebe keinen Grund dafür, dass sie die Vorwürfe erfunden haben soll. Zumal ihr Verhältnis zum Angeklagten vor der angeklagten Tat jahrelang ein freundschaftliches gewesen sei.

Nicht rechtskräftig

Der Angeklagte bestritt den Tatvorwurf und sagte, er sei nicht schuldig. Der Sex sei einvernehmlich gewesen. Der 28-Jährige hatte seine 23-jährige Bekannte zu einem Ausflug mit seinem Boot auf dem Bodensee eingeladen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Denn der Angeklagte und Staatsanwalt Johannes Hartmann nahmen drei Tage Bedenkzeit in Anspruch. Der Strafrahmen belief sich auf ein bis zehn Jahre Gefängnis. Mildernd wertete das Gericht die starke Alkoholisierung des Angeklagten zur Tatzeit.

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