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Zahlenspiel als Hochzeitsdatum

28.01.2022 • 21:53 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
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Gleich zwei Termine im heurigen Februar sind bei Heiratswilligen besonders begehrt.

Eigentlich ist der Winter ja keine typische Jahreszeit für Trauungen. Und auch die Tage mitten in der Woche werden nicht gerade häufig im Standesamt nachgefragt. Es sei denn, es ergibt sich ein sogenanntes Schnapszahldatum. Im heurigen Februar sind das gleich zwei, was dazu führt, dass in einigen Standesämtern des Landes Mittwoch, der 02.02.2022, und Dienstag, der 22.02.2022, bereits ausgebucht sind.

„Jedes Paar wünscht sich für die eigene Hochzeit etwas Besonderes. Eine außergewöhnliche Location oder Musik-Band oder gar ein Motto. Und für manche soll es eben ein unverwechselbares Datum sein“, sagt Gabi Micheluzzi, Geschäftsführerin der Bregenzer Hochzeitsfeen (Hochzeitsplanung). Und ja, natürlich ist es leichter, sich ein „Sonderdatum“ einzuprägen. Ob für Mann oder Frau, sei jetzt einfach mal dahingestellt.

Gabi Micheluzzi, Geschäftsführerin der Hochzeitsfeen in Bregenz.<span class="copyright">Santina</span>
Gabi Micheluzzi, Geschäftsführerin der Hochzeitsfeen in Bregenz.Santina

Konkret richten die acht Feen und zwei Feeeriche der Agentur drei kleine Hochzeiten am 22.02.2022 aus, wobei lediglich im kleinen Rahmen gefestet wird. Die große Feier, ist dann jeweils für den kommenden Sommer geplant. „Der 22.02.2022 ist einfach ein cooles Datum, es lässt sich in beide Richtungen lesen. Der 20.05.2005 war auch so ein besonderes Datum. Da habe ich geheiratet. Und das war sogar ein Freitag“, erzählt die Hochzeitsplanerin fröhlich und versichert, dass es bei ihr jedoch purer Zufall war.


Auch Micheluzzi weist darauf hin, dass derzeit keine Saison ist. Wenn es keine Datums-Schnapszahl gäbe, würde auch niemand heiraten. Abgesehen davon ist es derzeit kaum möglich, in gewohnter Manier zu feiern. Es sind maximal 25 Personen erlaubt, mit der geltenden Sperrstunde müsste das Fest früh enden, nämlich spätestens um 22 Uhr.

Gebeutelte Branche

Generell waren die vergangenen Jahre schwierig für die Hochzeitsbranche. „In den letzten 22 Monaten durften wir neun Monate arbeiten. In der Zeit, in der es erlaubt war, arbeiteten wir Vollgas. Der Kalender war innerhalb von Stunden voll, aber auch wieder leer. Zermürbend ist die mangelnde Planbarkeit“, fasst Micheluzzi die Situation zusammen.
Viele Hochzeitsplaner würden mittlerweile um die Existenz bangen. „Wir sind zum Glück breit aufgestellt. Wir haben ein Deko- und Blumen-Business. Außerdem sind wir auf Beerdigungen umgesattelt. Natürlich hat uns die Pandemie Geld gekostet, aber wir dürften noch gut aussteigen“, sagt die 48-Jährige und bleibt optimistisch.
Aus der Pandemie heraus haben sich immerhin diverse neue Trends entwickelt. Man sei flexibel geworden, was Beratungs- und Besprechungstermine betrifft. Ganz viel passiere mittlerweile online oder in Videocalls. Außerdem stehen Hochzeiten im eigenen Garten hoch im Kurs.

Michele Kreil, Ländle Wedding. <span class="copyright">Privat</span>
Michele Kreil, Ländle Wedding. Privat

Keine gute Vorgehensweise

Eine etwas andere Meinung in Sachen „Sonderdatum“ hat Michelle Kreil vom Hochzeitsportal Ländle Wedding. Zumindest, wenn dieses in die Hochsaison von Mai bis September fällt. „Sehr viele Paare wählen so ein Datum. Leider! Es mag schön klingen und leichter zu merken sein. Diese Vorgehensweise ist aber der größte Fehler, den man machen kann. Wir können es gar nicht fassen, wie oft diese Art der Planung von anderen Hochzeitsblogs fälschlicherweise empfohlen wird“, sagt Kreil. Der Grund: Wer sich schon beim Termin völlig einschränkt, tut sich schwer bei der Hochzeitsplanung. Die meisten Dienstleister oder Locations seien dann nämlich schon vergeben – besonders die Beliebten. Selbiges gelte auch für das Standesamt.
„Klappen kann es nur, wenn der gewählte Sondertermin noch sehr weit weg ist oder dieser, wie aktuell, in der Nebensaison von November bis April liegt und man hinsichtlich Location und Co nicht so wählerisch ist oder Glück hat“, meint die Expertin.

Termin in Mittelberg

Eine Umfrage unter den Standesämtern im Land hat jedenfalls ergeben, dass zumindest in den größeren Gemeinden und Städten die beiden einschlägigen Termine stark nachgefragt sind. So auch in Mittelberg im Kleinwalsertal. Während der 22.02.2022 längst ausgebucht ist, wären am 02.02.2022 sogar noch Termine frei. „Jedoch ist aufgrund der kurzen Vorlaufzeit eine Trauung nur noch in Ausnahmefällen möglich“, teilt der zuständige Standesbeamte Erich Schuster mit.
In der Gemeinde Mittelberg wird großen Wert auf eine Trauung ohne Zeitdruck für das Brautpaar gelegt, deshalb werden lediglich zwei Trauungen am Tag vergeben. Bei verstärkten Anfragen zu einem besonderen Wunschtermin, wie an diesen beiden Tagen, wird das Angebot jedoch auf maximal drei Trauungen erhöht.
„Die meisten Paare, welche sich für eine Trauung an einem solchen datumsmäßigen Sondertag entscheiden, machen dies sicher, weil dieser Tag besonders leicht zu merken ist“, meint Schuster. Aber auch die Exklusivität des Datums spiele sicher eine Rolle.

Regelungen

Derzeit sind aufgrund der Pandemie Trauungen nur unter strengen Corona-Maßnahmen möglich. Für Brautpaare gilt 3G, für Gäste 2G. Je nach Größe der Räumlichkeiten sind maximal 25 Personen oder sogar nur zwei Trauzeugen erlaubt. „Aufgrund der sich ständig noch kurzfristig ändernden Regelungen kommt es immer noch zu Verschiebungen und auch Absagen von geplanten Eheschließungen. Jedoch hat sich dies etwas normalisiert. Brautpaare sind mittlerweile darauf eingestellt“, meint Schuster.

Nächstes Jahr

Die nächsten „Sonderdaten“ gibt es dann im März 2023 – doch alle nicht so „cool“ wie 22.02.2022.