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Sporteln ohne Schwitzen

29.01.2022 • 14:00 Uhr / 7 Minuten Lesezeit
Geschäftsführerin Maria Greußing im Feelgood-Studio in Dornbirn. <span class="copyright">Hartinger</span>
Geschäftsführerin Maria Greußing im Feelgood-Studio in Dornbirn. Hartinger

Bewegungscenter Feelgood jetzt auch in Vorarlberg.

Im Feelgood-Studio im Kehlerpark in Dornbirn: Mehrere Menschen bewegen sich auf Fitnessgeräten, eine Frau zieht eine Stange auf und ab, während sie mit den Füßen ein Pedal tritt.

Ein Mann hat seine Füße in einer Rolle eingerastet, bewegt die Beine auf und ab und hält mit den Händen eine Stange über dem Kopf. Auffallend ist: Alle Menschen hier sind über 60 Jahre alt, einige tragen Straßenkleidung. Die Atmosphäre ist ruhig, ja fast gemütlich. Die Frauen und Männer unterhalten sich oder scherzen, während sie am Gerät sind. Was ist denn das für ein Fitnessstudio? „Es ist kein Fitnessstudio“, sagt Geschäftsführerin Maria Greußing schmunzelnd. „Feelgood ist ein Bewegungscenter.“ Was man nicht sieht, aber merkt, wenn man selbst in einem der Fitnessgeräte sitzt oder liegt: Die Geräte bewegen sich von selbst. Der Körper wird lediglich mitbewegt, und dafür ist keine Kraftanstrengung nötig.

Übung verstärken

Die Übung an einem Gerät dauert 2,5 Minuten. Zwölf Geräte gibt es, jedes von ihnen sollte beim Training einmal benutzt werden. In spätes­tens 45 Minuten ist man fertig. Die Geräte geben die Bewegung zwar vor, doch durch ein geringfügiges Ändern der Arm- oder Beinposition oder durch das Anheben des Beckens kann eine Übung verstärkt werden. Außerdem besteht die Möglichkeit, zwischen drei verschiedenen Geschwindigkeiten zu wählen. Die Muskeln werden durch das Training aktiviert, der Körper wird sanft gedehnt. Das wirke mobilisierend, und der Körper werde geschmeidiger, sagt Greußing. Und: „Die Übungen fördern die Beweglichkeit bis ins hohe Alter. Sie bewirken zudem eine gute Standfestigkeit. Deshalb ist das Training eine gute Sturzprophylaxe.“

Mehr Bewegungsfreiheit

Heidi Fink ist seit mehreren Monaten Kundin bei Feelgood. Sie hat ein Leiden, durch das sie sich dauernd fühlte, als hätte sie Muskelkater. Mit Betonung auf „fühlte“, denn jetzt ist es anders: „Das Training hat eine immense Wirkung. Ich habe dadurch mehr Bewegungsfreiheit bekommen“, berichtet sie. Wichtig sei, dass man kontinuierlich trainiere, am besten zwei- bis dreimal pro Woche. Zusätzlich zum Effekt, dass körperliche Beschwerden gelindert werden, ist das Training für Heidi Fink auch meditativ, da sie einfach nur auf den Geräten sitzt und sich bewegen lässt. „Danach fühle ich mich immer super, leicht und gelenkig“, sagt sie. Dem Wohlgefühl nach dem Training verdankt das Bewegungscenter übrigens seinen Namen.
Das Konzept von Feelgood und die Geräte wurden von Physiotherapeuten mitentwickelt. Das Training sei deshalb auch gut als Nachsorge einer Physiotherapie geeignet, so Geschäftsführerin Greußing. Auf Krankenschein bekommt man es allerdings nicht. Es kann jedoch der „Gesundheitshunderter“ der SVS beantragt werden.
Bei einer Gratis-Einführung bekommen Interessierte die Geräte erklärt. Sie sind sehr einfach zu bedienen und auch sehr sicher, sagt Greußing. Sollte jemand einen akuten Schmerz spüren, zum Beispiel in der Schulter, soll das Gerät, bei dem die Schulter bewegt wird, ausgelassen werden.

Wollen keinen Sport machen

Feelgood ist nicht nur für ältere Menschen, auch wenn die allermeisten Kunden die 60 überschritten haben: Eine Kundin ist zum Beispiel Ende 20, ein anderer Ende 30. Beide betreiben keinen Sport, wollen ihren Körper aber trotzdem bewegen. Oder besser gesagt: bewegen lassen. Ins Schwitzen kommt man bei Feelgood übrigens nicht. Deshalb kann zum Training auch Straßenkleidung getragen werden.
Feelgood in Dornbirn ist das erste Bewegungscenter dieser Art in Vorarlberg. In ganz Österreich gibt es mittlerweile zehn Feelgood-Studios. Eröffnet wurde das Studio im Kehlerpark im Mai 2021. Neben Maria Greußing war und ist ihr Mann Stefan Mätzler federführend an dem Projekt beteiligt. Er war es auch, der zuerst vom Feelgood-Konzept erfahren hat. Entwickelt wurde Feelgood von zwei Norwegern, die in dem skandinavischen Land 50 Studios betreiben. Das Ehepaar aus Dornbirn war sofort überzeugt vom Konzept des Bewegungscenters. „Und in Norwegen funktioniert es ja sehr gut“, erklärt Greußing die Motivation, ein Studio zu eröffnen.

Viele Kunden sind 60 Plus. Es kommen aber auch jüngere ins Feelgood. <span class="copyright">Hartinger </span>
Viele Kunden sind 60 Plus. Es kommen aber auch jüngere ins Feelgood. Hartinger

Pandemie durchkreuzte Pläne

Die Pandemie brachte dann aber einige Schwierigkeiten mit sich. Ursprünglich war die Eröffnung für Februar 2021 geplant, doch das ließ sich nicht einhalten. Eine weitere Herausforderung ist, dass Feelgood vor allem ältere Personen anspricht und diese zur Risikogruppe zählen. „Wir merken, dass einige aus Vorsicht zu Hause bleiben“, sagt Greußing. Ihnen kommt sie mit Kulanz bezüglich der Mitgliedsbeiträge entgegen. Das handhabte sie auch so, als das Studio im letzten Lockdown drei Wochen geschlossen war. Dazu ein Detail am Rande: Auch während des Lockdowns wurden die Geräte eingeschaltet, weil sie in Bewegung bleiben müssen.
Abschrecken ließen sich Greußing und Mätzler durch die Pandemie jedenfalls nicht: „Es muss schließlich weitergehen. Wenn jeder sich von der Pandemie von seinen Plänen abhalten ließe, wäre das furchtbar.“ Die Eltern zweier Söhne haben auch die Sicherheit, nicht von Feelgood abhängig zu sein, da sie zudem in anderen Berufen arbeiten. Und schließlich gab es eine weitere Erleichterung: Feelgood ist ein Franchiseunternehmen. Deshalb war vieles schon vorgegeben und musste nicht selbst ausgesucht werden, etwa die Farben oder die Grafik der Werbung.

Feelgood

Einjahresmitgliedschaft: 59 Euro pro Monat

Dreimonatsmitgliedschaft: 64 Euro pro Monat

Einmonat-Probemitgliedschaft: 69 Euro einmalig

Kostenloses, unverbindliches Probetraining

Alle Mitglieder erhalten einen Chip, mit dem sie das Studio betreten können. Die Trainingszeiten sind täglich von 7 bis 22 Uhr (auch an Feiertagen).

Mehr Infos: www.feelgood-dornbirn.at

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