Allgemein

Haft: Banker steckte 585.000 Euro ein

01.02.2022 • 21:37 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Veruntreuung von sehr viel Geld. <span class="copyright">Symbolbild Shutterstock </span>
Veruntreuung von sehr viel Geld. Symbolbild Shutterstock

Urteil in zweiter Instanz rechtskräftig bestätigt. Haftstrafe für unbescholtenen 75-Jährigen.

Der Angeklagte räumte ein, dass er von dem deutschen Lehrer im Laufe der Jahre 640.000 Euro übernommen hat. Nach Ansicht der Richter hat der damalige Bankangestellte davon 585.000 Euro eingesteckt und nur 55.000 Euro zurückbezahlt.
Dafür wurde der unbescholtene 75-Jährige im März 2021 in einem Schöffenprozess am Landesgericht Feldkirch zu einer teilbedingten Haftstrafe von 24 Monaten verurteilt. Davon betrug der unbedingte, zu verbüßende Teil acht Monate Gefängnis. Der Schuldspruch erfolgte wegen Veruntreuung, bei einem Strafrahmen von ein bis zehn Jahren Gefängnis. Das Urteil ist nun rechtskräftig. Der Oberste Gerichtshof (OGH) bestätigte im Oktober 2021 den Schuldspruch. Die Wiener Höchstrichter wiesen die Nichtigkeitsbeschwerde des Angeklagten zurück.

Angemessene Strafe

Nun gab das Innsbrucker Oberlandesgericht (OLG) der Strafberufung des Angeklagten keine Folge. In der Berufungsverhandlung wurde die erstinstanzliche Freiheitsstrafe für angemessen erklärt. Das teilte auf Anfrage OLG-Sprecher Wigbert Zimmermann mit.
Nach Überzeugung der Richter hätte der Banker zwischen 2002 und 2016 die ihm stets in bar anvertrauten Kundengelder gewinnbringend und steuerschonend veranlagen sollen. Stattdessen hat der Außendienstmitarbeiter der Bank das Geld nach den gerichtlichen Feststellungen für sich selbst verwendet.

Habe Geld zurückgegeben

Der Angeklagte sagte, er sei nicht schuldig und beantragte einen Freispruch. Der Pensionist gab zu Protokoll, er habe die ihm anvertrauten 640.000 Euro dem deutschen Lehrer zurückgegeben. Quittieren ließ er sich aber lediglich die Rückzahlung von 55.000 Euro. Die Richter hielten es für unglaubwürdig, dass ein Bankmitarbeiter sich die Rückzahlung von 640.000 Euro nicht quittieren lässt.
Der 75-Jährige sagte, er habe vergeblich gehofft, den Deutschen als Bankkunden zu gewinnen. Er habe für den Lehrer das viele Geld in einem deutschen Bankschließfach und im Privatsafe eines deutschen Kunden deponiert. Letztlich habe der Deutsche doch nicht in eine geplante Fischzuchtfarm in Hard investiert. Daraufhin habe er ihm die deponierten Gelder zurückgegeben.
Das Oberlandesgericht setzte den Verfallsbetrag aus der kriminellen Bereicherung, der dem Staat zu bezahlen ist, auf 186.600 Euro herab. Das OLG beschloss zudem, dass Schadenersatzforderungen von Opfern zivilrechtlich geltend gemacht werden müssen.

Du hast einen Tipp für die NEUE Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@neue.at.