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Ein „Leuchtturm“ an der Bärenkreuzung

05.02.2022 • 01:23 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das Erscheinungsbild der Bärenkreuzung wird sich ändern. <span class="copyright">Hartinger</span>
Das Erscheinungsbild der Bärenkreuzung wird sich ändern. Hartinger

Spatenstich für Holz-Bürohaus in Feldkirch. Man spricht von einem Vorzeigeprojekt.

Bauunternehmer und Visionär Hubert Rhomberg hat bereits vor zehn Jahren gezeigt, was beim Bauen mit Holz alles möglich ist.

Mit dem „Life Cycle Tower One“ in Dornbirn entwickelte er das erste Holz-Hybrid-Hochhaus Österreichs und einen Prototypen für eine neue Art des seriellen Bauens. An der neuralgischen Bärenkreuzung in Feldkirch, auf der täglich 40.000 Fahrzeuge gezählt werden, präsentiert Rhomberg nun seinen neuesten Wurf. Ein 25 Meter hohes Gebäude, das bis auf den Liftschacht und die Estriche – komplett aus Holz gebaut wird. „Wir freuen uns, dass wir dieses Leuchtturmprojekt an so einem besonderen Platz bauen dürfen“, sagte Rhomberg beim gestrigen Spatenstich.

Hubert Rhomberg freut sich über den prominenten Bauplatz. <span class="copyright">Hartinger</span>
Hubert Rhomberg freut sich über den prominenten Bauplatz. Hartinger

Als Investor tritt – wie die NEUE bereits berichtete – die CityOffice Feldkirch Development GmbH auf. Das Unternehmen gehört zu je 50 Prozent Beteiligung Elke Auer, gebürtige Vorarlbergerin und Geschäftsführerin der Wiener Immobilienfirma ela Real Estate Consulting, sowie der Austria Immo GmbH, hinter der der österreichweit bekannte Investor und Sanierer Erhard Grossnigg steht. Beide zeigten sich gestern erfreut, dass es nun mit den Bauarbeiten losgeht.

Schaubild vom "Bärahus" in Feldkirch. <span class="copyright">CityOffice Development GmbH</span>
Schaubild vom "Bärahus" in Feldkirch. CityOffice Development GmbH

14 Monate Bauzeit

In etwa 14 Monaten soll das sogenannte „Bärahus“ samt Tiefgarage bezugsfertig sein, wobei der aus vorgefertigten Holzelementen bestehende Rohbau innerhalb weniger Wochen stehen wird. Zwei der sieben Geschosse sind schon fix an die Landesorganisation des ÖGB vermietet. Diese war bereits im seinerzeit abgerissenen Gebäude am Standort untergebracht. Mit anderen Interessenten sei man in Gesprächen, heißt es vonseiten der Investoren.
Auer spricht von einem „Vorzeigeprojekt“, das ganz auf Nachhaltigkeit ausgerichtet sei. Das Gebäude mit einer Nutzfläche von 2250 Quadratmetern wird über eine Wärmepumpe mit Erdsonden und Photovoltaik verfügen. „Wir haben uns bei jedem Ding, das verbaut wird, gefragt, ob es zeitgemäß ist.“ Standort-Bürgermeister Wolfgang Matt (ÖVP) freut sich über ein „weiteres Alleinstellungsmerkmal“ in Feldkirch. Auch Landesrat Marco Tittler (ÖVP) zeigte sich angetan von den Plänen.

Immobilenunternehmerin Elke Auer mit Zeitkapsel. <span class="copyright">Hartinger</span>
Immobilenunternehmerin Elke Auer mit Zeitkapsel. Hartinger

Das Grundstück gehört der Arbeiterkammer Vorarlberg, die hier ursprünglich selbst bauen wollte. Als das Land als potenzieller Mieter absprang, wurde das Projekt auf Eis gelegt. Vergangenes Jahr hat die AK das zwischenzeitlich als Parkplatz genützte Grundstück im Baurecht auf 70 Jahre an genanntes Immobilienunternehmen vergeben. Zur Investitionssumme macht Auer keine Angaben. Die Kosten für das seinerzeit von der AK geplante Gebäude waren mit zehn Millionen Euro veranschlagt. Für die bereits getätig­ten Planungen hat die AK eine Abschlagszahlung von einer halben Million Euro bekommen. Darüber hinaus erhält die AK einen Baurechtszins von zwei Euro pro Quadratmeter.
Wie die NEUE berichtete, kam der Deal über einen Hinweis von AK-Vizepräsidentin und ÖGB-Landessekretärin Manuela Auer zustande. Sie ist die Schwester von Elke Auer.