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Elf Tote bei Lawinen in den Alpen

06.02.2022 • 18:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Bergrettung (Symbolbild) <span class="copyright">Christoph Schöch</span>
Bergrettung (Symbolbild) Christoph Schöch

Seit Freitag sind österreichweit elf Personen ums Leben gekommen.

Bei traumhaftem Winterwetter, aber gefährlichen Schneeverhältnissen sind in den Alpen seit Freitag elf Menschen durch Lawinen ums Leben gekommen. Neun Todesfälle gab es in Österreich, acht davon in Tirol, wie Polizeistellen berichteten. In Bayern kam ein Österreicher am Samstag in einer Lawine ums Leben, in der Schweiz starb ein Italiener in Schneemassen.

In Tirol sowie weiter westlich im ganzen Alpenkamm bis ins Wallis in der Schweiz galt auch am Sonntag Alarmstufe 3 von 5, also erhebliche Lawinengefahr. Es gingen Dutzende Lawinen nieder, aber nicht bei allen wurden Menschen verletzt. In Tirol gab es nach Angaben der Behörden in so kurzem Zeitraum noch nie so viele Lawinenabgänge – insgesamt rund 100. In 70 Fällen rückten Retter aus, mehr als 500 waren im Einsatz.

Zwei Drittel aller Lawinenunfälle passieren bei Alarmstufe 3, wie Rudi Mair sagte, Leiter des Lawinenwarndienstes Tirol. “Diese statistische Tatsache zeigt gerade auch die Gefährlichkeit dieser Lawinengefahrenstufe auf.” Montag könnte die Lage noch gefährlicher werden: In Nordtirol wird mit einem halben Meter Neuschnee und mit starken Windböen gerechnet. Gefahrenstufe 4 sei nicht auszuschließen.

Ischgl: Vier schwedische Skisportler verunglückt

Der folgenschwerste Unfall passierte am Freitag im Skigebiet Ischgl/Samnaun an der Grenze zur Schweiz. Fünf Skisportler aus Schweden waren mit einem einheimischen Bergführer im Skigebiet Ischgl/Samnaun an der Grenze zur Schweiz außerhalb der Pisten unterwegs und wurden von einer Lawine mitgerissen. Ein Schwede wurde nur zum Teil verschüttet und konnte per Handy einen Freund in seinem Heimatland alarmieren, der für den Einsatz der Bergrettung sorgte. Der 42-Jährige mit dem Handy überlebte als einziger.

Lawinenabgänge immer häufiger

In der Nacht zu Samstag bargen Retter kurz nach Mitternacht die Leichen eines 60 und 61 Jahre alten einheimischen Ehepaars in einem Lawinenkegel. Angehörige hatten die Bergrettung alarmiert, weil die beiden von einer Skitour in der Tiroler Wildschönau nicht zurückgekommen waren. Am Samstag verunglückte in Schmirn rund 40 Kilometer südöstlich von Innsbruck ein 58-jähriger Österreicher tödlich. Eine Lawine riss ihn und vier weitere mit, die anderen konnten aber lebend gerettet werden und kamen ins Krankenhaus. Oberhalb von Reckingen im Schweizer Kanton Wallis wurden zwei von vier Skitourenfahrern am Samstag von einer Lawine mitgerissen. Ein 68-Jähriger kam dabei ums leben.

In Vorarlberg waren am Freitag vier Sportler außerhalb der Pisten – aber mit Snowboardführer – im Skigebiet Albona am Berg Knödelkopf unterwegs, als sich eine Lawine löste. Nach Angaben der Polizei kam für einen 43-Jährigen trotz Lawinenairbag jede Hilfe zu spät. Woher der Mann stammte, wollte die Polizei am Sonntag noch nicht sagen.

Im Berchtesgadener Land wurden am Samstag zwei Österreicher von einer Lawine mitgerissen. Ein 61-Jähriger war mit schweren Verletzungen noch in eine Klinik gebracht worden, starb dort aber. Ein massives Schneebrett löste sich, als die Skitourengeher in der Nähe von Ramsau über das Sittersbachtal auf das 2468 Meter hohe Steintalhörndl aufstiegen etwa 150 Meter unterhalb des Gipfels.

Auch deutsche Wintersportler gerieten am Freitag in Österreich in eine Lawine. Sie waren mit Dänen und Schweden in einer siebenköpfigen Gruppe im Alter zwischen 23 und 33 Jahren im Ötztal unterwegs, wie die Polizei berichtete. Ein Schneebrett riss fünf von ihnen mit. Einige hätten Lawinenairbags ausgelöst und konnten teils verletzt gerettet werden. Im Bezirk Kitzbühel wurde eine vierköpfige Gruppe aus Österreich von einer Lawine mitgerissen. Sie konnte sich aus den Schneemassen befreien, aber ein 24-Jähriger musste schwer verletzt ins Krankenhaus geflogen werden.

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