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Friseure warten noch auf Klarheit

07.02.2022 • 22:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Wie lange beim Friseurbesuch noch die 2G-Regel gilt, ist nach wie vor ungewiss. <span class="copyright">APA/Schlager</span>
Wie lange beim Friseurbesuch noch die 2G-Regel gilt, ist nach wie vor ungewiss. APA/Schlager

Innungsmeister Günther Plaickner plädiert für Öffnung analog zum Handel.

Die seitens der Bundesregierung geplanten Lockerungsschritte schreiten plangemäß voran.

Nachdem am Samstag bereits die ersten Änderungen in der Gastronomie, Zusammenkünften ohne zugewiesene Sitzplätze sowie Veranstaltungen in Kraft getreten sind, gibt es seit Montag auch Erleichterung in den Schulen. So entfällt die Maskenpflicht beim Sportunterricht in der Turnhalle. In der kommenden Woche soll zudem in den Volksschulen die Maskenpflicht am Sitzplatz entfallen. In Vorarlberg profitieren die Schülerinnen und Schüler davon jedoch erst in zwei Wochen, da in der kommenden Woche Semesterferien sind.

Nächste Woche fällt die Maskenpflicht am Sitzplatz in den Volksschulen. <span class="copyright">APA/Schlager</span>
Nächste Woche fällt die Maskenpflicht am Sitzplatz in den Volksschulen. APA/Schlager

Mit Freude blicken die Verantwortlichen im Handel auf diesen Samstag. Denn zu diesem Zeitpunkt entfällt die bisher gültige 2G-Regel. Stattdessen gilt dann in allen Geschäften eine FFP2-Pflicht. Eine Woche länger warten, heißt es in der Gastronomie. Denn am 19. Februar wird die dort noch gültige 2G-Regel zur 3G-Regel. Dann können Lokale auch wieder mit einem negativen PCR-Test besucht werden. Dessen Gültigkeit wird für den Besuch in der Gastro jedoch auf 48 Stunden verkürzt. Für alle anderen Bereichen bleibt die Gültigkeit bei 72 Stunden. Sollten keine PCR-Tests verfügbar sein, gelten auch Antigentests, diese sind allerdings nur 24 Stunden gültig.

Blick über die Grenze

Nicht nur in Österreich beziehungsweise Vorarlberg werden die Coronamaßnahmen gelockert. Auch in den Nachbarländern laufen die Planungen für eine Aufhebung von Maßnahmen. In Bayern kündigte am Montag Ministerpräsident Markus Söder (CSU) an, dass die Sperrstunde in der Gastronomie aufgehoben werden soll. Bisher musste um 22 Uhr zugesperrt werden. Die 2G-Regel soll jedoch bleiben. Weiters sollen bei Kultur- und Sportveranstaltungen wieder mehr Plätze besetzt werden dürfen. Für die körpernahen Dienstleister wie etwa Friseure und Nagelstudios wird die bisher gültige 2G-Regel zu 3G ausgeweitet.

In der Schweiz wurden in der vergangenen Woche die Homeoffice-Pflicht und Kontaktquarantäne aufgehoben. Derzeit läuft zudem eine Konsultation über die kommenden Öffnungsschritte, die am 16. Februar im Bundesrat beschlossen werden könnten. Zur Diskussion steht dabei auch eine vollständige Öffnung ab dem 17. Februar. Der Bundesrat hat aber auch eine schrittweise Rücknahme der Maßnahmen ab diesem Datum als mögliche Variante vorgeschlagen. Die Verantwortlichen im Fürstentum Liechtenstein planen ebenfalls Lockerungen, die sich an den Maßnahmen in der Schweiz orientieren sollen.

Unklarheit gibt es nach wie vor in Sachen körpernahe Dienstleister, zu denen unter anderem auch die Friseure gehören. Die Verantwortlichen in diesem Bereich wollen ebenfalls eine Änderung von der 2G- auf die 3G-Regel. Ob und wann das passiert ist derzeit noch unklar, berichtet der Vorarlberger Innungsmeister Günther Plaickner am Montag auf Nachfrage. Man habe gefordert, dass es zu Wochenbeginn Klarheit gibt, wie es für die Friseure nun weitergeht, allerdings gebe es aus dem Gesundheitsministerium noch keine Neuigkeiten. „Es ist alles in Schwebe. Wir wissen nicht, ob 2G fällt und künftig 3G gilt. Wir wissen nicht, ob mögliche Änderungen zeitgleich mit jenen im Handel erfolgen oder erst eine Woche später wie in der Gastronomie“, ärgert sich der Innungsmeister.

Günther Plaickner, Innungsmeister der Friseure in Vorarlberg. <span class="copyright">Hartinger</span>
Günther Plaickner, Innungsmeister der Friseure in Vorarlberg. Hartinger

Aus seiner Sicht wäre es berechtigt, wenn die Friseure ebenso behandelt würden wie der Handel. „Wir tragen Masken und halten schon lange die entsprechenden Hygienemaßnahmen ein“, betont Plaickner. Da müsse auch eine Öffnung ohne große Einschränkungen möglich sein. Die Friseure könnten aber auch mit der 3G-Regel leben, solange die Testungen nicht zu kompliziert oder mit langen Wartezeiten verbunden seien. Dazu gehöre beispielsweise, dass auch Wohnzimmertests wieder gültig sein sollten. Wichtig sei, dass bald Klarheit über die nächsten Schritte herrsche, betont der Innungsmeister. Denn es gebe viele Kunden, die einen Termin buchen und wissen möchten, welche Regeln künftig gelten.

Ausweichen in die Schweiz

Umsatzeinbrüche von 20 bis 30 Prozent seien durch die strengen Regelungen verzeichnet worden. Problematisch sei hier neben der zunehmenden Schwarzarbeit auch die Nähe zur Schweiz. Denn dort brauche es für den Friseurbesuch kein Zertifikat, und es reiche auch eine einfache Mund-Nasen-Schutzmaske. So mancher und so manche habe sich daher die Haare ganz legal in der Schweiz schneiden lassen, auch wenn dies ein wenig teurer sei als hierzulande.

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