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Lenkerin soll auf Opfer zugefahren sein

07.02.2022 • 17:03 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Große Trauer in Villach: Frische Blumen, Kerzen und Plüschtiere wurden zum Tatort gebracht
Große Trauer in Villach: Frische Blumen, Kerzen und Plüschtiere wurden zum Tatort gebracht KLZ/Lux

Mordverdächtige von Villach noch im Krankenhaus.

Nachdem eine Mutter (43) und ihr fünfjähriger Sohn in Villach totgefahren wurden, gehen die Ermittlungen wegen zweifachen Mordes weiter. Nun sind zusätzliche Details bekannt geworden: Laut Erhebungen der Polizei soll die Beschuldigte mit ihrem Auto von vorne mit überhöhter Geschwindigkeit auf die Opfer zugefahren sein. “Ja, es gab eine frontale Kollision”, bestätigt Tina Frimmel-Hesse, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Klagenfurt.

Mutter und Sohn waren gemeinsam spazieren. Der Bub war mit einem Scooter unterwegs, als er getötet wurde. “Das Kind ist vor seiner Mutter mit einem Scooter gefahren, die Mutter ging hinter ihm”, sagt Frimmel-Hesse. Wie passt das mit den Aussagen der Beschuldigten zusammen? Die 37-jährige Lenkerin hat bisher immer erklärt, sie habe den Buben nicht wahrgenommen. Klarheit – auch darüber, ob die Frau von vorne auf die Opfer zugefahren ist – sollen gerichtsmedizinische und KFZ-technische Expertisen bringen. “Man wird sehen, was die Beschuldigte unter Vorhalt des KFZ-technischen Gutachtens sagt”, meint Frimmel-Hesse. Das Gutachten wird für Anfang März erwartet. Die 37-jährige Lenkerin hat zwar gestanden, die Mutter des Buben vorsätzlich – in Mordabsicht – getötet zu haben. Doch das Kind habe sie nicht gesehen, so die Frau.

Mordabsicht aus Eifersucht

Das Motiv der 37-Jährigen war Eifersucht und Hass. Der Bub, den sie niedergefahren hat, war der Sohn ihres Ex-Gatten. Der Mann war früher – schon vor der Ehe mit der Beschuldigten – mit der Mutter des Buben zusammen. Die mutmaßliche Mörderin machte diese frühere Beziehung für das Scheitern ihrer Ehe verantwortlich.

In dieser Straße wurden Mutter und Kind totgefahren
In dieser Straße wurden Mutter und Kind totgefahrenKleine Zeitung

Bub und Mutter waren zum Tatzeitpunkt auf einer schmalen einspurigen Straße in Villach-Völkendorf unterwegs und hatten keine Chance, dem VW-Golf der 37-Jährigen auszuweichen. Beide starben nur 50 Meter von ihrer Wohnung entfernt. Die mutmaßliche Mörderin hat sich nach der Tat selbst schwer verletzt – offenbar versuchte sie sich selbst zu töten. “Sie wird nach wie vor im Klinikum Klagenfurt stationär betreut”, sagt Krankenhaus-Sprecherin Kerstin Wrussnig am Montagvormittag.

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Der Klagenfurter Rechtsanwalt Michael Hirm ist Verfahrenshelfer der Beschuldigten, einer gebürtigen Rumänin. “Wegen des Suizidversuchs wird auch die psychische Komponente der Frau zu prüfen sein. Dabei geht es vor allem um die Frage des Schuldausmaßes”, sagt er in einer ersten Stellungnahme. Für die 37-Jährige gilt die Unschuldsvermutung.

Die Trauer um die Verstorbenen ist groß, das Entsetzen über Tat ebenso. Dort, wo der Fünfjährige und seine Mutter vor rund einer Woche sterben mussten, stehen heute, Montag, neue Kerzen, frische Blumen, Fotos und andere, liebevolle Erinnerungsstücke. Irgendjemand hat sogar Spielzeugautos und neue Plüschtiere an den Tatort gebracht – in Gedenken an den kleinen Buben.

Die Trauer um die Verstorbenen ist groß, das Entsetzen über Tat ebenso
Die Trauer um die Verstorbenen ist groß, das Entsetzen über Tat ebensoKleine Zeitung

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