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Bei Impfungen hinten, bei Infektionen Spitze

14.02.2022 • 19:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
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Hartinger

Land ist Schlusslicht bei Impfzertifikaten und führt bei Infektionen.

Beim Land Vorarlberg gibt man sich trotz der ernüchternden Zahlen positiv: „Mehr als die Hälfte aller Geimpften in Vorarlberg sind bereits ‚geboostert‘“, verlautbarte das Amt der Landesregierung am Montag. Die weniger erfreuliche Seite dieses Erfolgs blieb in den Statis­tiken des Gesundheitsministeriums verborgen: In Vorarlberg verfügen zwar 65,7 Prozent der Bevölkerung über ein gültiges Impfzertifikat, damit steht man österreichweit aber an vorletzter Stelle vor Ober­österreich (65,4 Prozent) und hinter Kärnten (66,6 Prozent). Der Bundesschnitt liegt bei 69,66 Prozent, Spitzenreiter bleibt hingegen das Burgenland (75,9 Prozent).

Spitzenreiter bei Infektionen

Während Vorarlberg mit einer verhältnismäßig niedrigen Impfrate dahindümpelt, führt es dafür die Infektionsstatistik an. Mit einer Inzidenz von derzeit 3094,9 Infizierten auf 100.000 Einwohner, liegt man im Ländle deutlich über der bundesweiten Inzidenz von 2447,9. Die niedrigste Inzidenz hat auch hier, wenig überraschend, das am stärksten durchgeimpfte Burgenland mit 1901,3 Infektionen auf 100.000 Einwohner.

Nachdem die Impfpflicht nicht nur politisch auf Widerstände stößt, halten sich die Erst- und Zweit­impfungen nach wie vor in Grenzen.
Bei den in der Vorwoche verabreichten 3853 Impfdosen handelte es sich bei 2731 um Drittimpfungen. Daneben wurden laut Gesundheitsbehörden lediglich 280 Erst- und 842 Zweit­immunisierungen gespritzt. Beim Land will man trotz der Lockerungen am Apell zur Impfung festhalten. Die breiten Angebote sollen bestehen bleiben. Auf die fünf- bis elfjährigen Kinder entfielen 119 Impfungen, diese Altersgruppe weist derzeit auch eine der höchsten Infektionsraten auf.

Formular für Befreiung online

Seit gestern ist jenes Onlineformular verfügbar, mit dem Ausnahmen von der Impfpflicht beantragt werden können. Sie gelten etwa für Schwangere und Krebspatienten. Die Österreichische Ärztekammer und die Vorarlberger Landesspitäler empfehlen vulnerablen Gruppen sich dennoch impfen zu lassen, und kritisieren die unwissenschaftlich weit gefassten Ausnahmebestimmungen.
Eine Ausnahme von der Impfpflicht kann beim Epidemieärztlichen Dienst Vorarlberg beantragt werden. Beantrag werden kann die Befreiung grundsätzlich nur von Personen mit Wohnsitz in Vorarlberg.

Mit dem Antrag sind entsprechende Befunde und Arztbriefe zu übermitteln. „Ärztliche Bestätigungen über das Vorhandensein neutralisierender Antikörper gelten nicht als Nachweise über eine überstandene Infektion mit SARS-CoV-2.“ Eine persönliche und unmittelbare Untersuchung erfolge außerdem nur in Einzelfällen.

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