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Schulterschluss beim Klimaschutz

14.02.2022 • 20:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Johann Punzenberger (Klimacent/links) und WKV-Präsident Hans Peter Metzler unterzeichneten die Vereinbarung. <span class="copyright">Klimacent</span>
Johann Punzenberger (Klimacent/links) und WKV-Präsident Hans Peter Metzler unterzeichneten die Vereinbarung. Klimacent

Wirtschaftskammer ist bereit, Preis für CO2-Emissionen zu zahlen.


Die Wirtschaftskammer Vorarlberg (WKV) beteiligt sich an der Plattform Klimacent zur CO2-Kompensation. Darüber haben die Verantwortlichen der Plattform am Montag in einer Aussendung informiert.

Konkret wird seitens der Kammer für alle vorläufig noch nicht vermeidbaren CO2-Emissionen der WKV und der Wifi-Standorte eine freiwillige Abgabe von 50 Euro pro Tonne CO2 bezahlt, wobei diese jährlich um sieben Prozent ansteigt. Mit dem Geld werden im Gegenzug innovative Klimaschutzprojekte in Vorarlberg aus dem Projektfonds „Wasserstoff und saisonale Energiespeicher“ unterstützt. Ziel ist es laut Aussendung, Dynamik beim Umbau der heimischen Infrastruktur zu erzeugen und letztlich eine Vorzeigeregion für nachhaltiges Wirtschaften aufzubauen.

Mit freiwilligen Abgaben für CO2-Emissionen werden regionale Klimaschutzprojekte unterstützt. Sym<span class="copyright">bolbild/Hartinger</span>
Mit freiwilligen Abgaben für CO2-Emissionen werden regionale Klimaschutzprojekte unterstützt. Symbolbild/Hartinger

„Wir wollen unsere Eigen- und Mitverantwortung für die erfolgreiche Umsetzung der Energieautonomie dokumentieren. Jeder kann und soll einen Beitrag leisten um Vorarlberg als eine der ersten klimaneutralen Regionen aufzubauen“, sagt WKV-Präsident Hans Peter Metzler über das Engagement der Interessensvertretung. Denn auch während der Coronapandemie müsse man sich der Klimakrise stellen und den Wirtschaftsstandort sichern.

Vorbildwirkung

Erfreut über die Beteiligung der WKV zeigt sich Johann Punzenberger von der Plattform Klimacent und Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Eneuerbare Energie Vorarlberg (AEEV). Die Kammer könne auf diese Weise eine Vorbildwirkung für die heimische Wirtschaft auf dem Weg zu einem klimaneutralen Betriebsstandord ausüben. Gerade aufgrund der jüngsten Energiepreisentwicklung sei es wichtig in diesem Bereich unabhängiger zu werden und so Versorgungssicherheit zu erlangen. Punzenberger sieht aber auch unabhängig vom Engagment der Kammer ein steigendes Bewusstsein bei den heimischen Unternehmen für den Klimaschutz.

Klimacent

Die Plattform Klimacent richtet sich an alle Interessierten, die ihren Beitrag für eine klimaneutrale und zukunftsorientierte Lebens- und Wirtschaftsweise leisten möchten. Private, Unternehmen, Organisationen und die öffentliche Hand können mit ihrer CO2-Abgabe regionale Klimaschutzprojekte unterstützen.

Weitere Infos: www.klimacent.at

Zwar habe es schon früher eher oberflächliche Maßnahmen in diesem Bereich gegeben, wie etwa die Installation von Fotovoltaikanlagen. Mittlerweile gebe es aber vermehrt „eine ganzheitliche Herangehensweise“, bei der der CO2-Fußabdruck der eigenen Firma ermittelt werde. Der Klimaschutz werde in immer mehr Unternehmen mit der notwendigen Ernsthaftigkeit betrieben, ist Punzenberger überzeugt.

Kostenwahrheit

Die im Zuge der Steuerreform in Österreich eingeführte CO2-Bepreisung sieht der AEEV-Geschäftsführer als Signal der Politik dafür, Kostenwahrheit und nachhaltiges Wirtschaften fördern zu wollen. Allerdings sei zu befürchten, dass die Preise von zu Beginn 30 Euro pro Tonne CO2 im Vergleich mit den jüngsten Energiepreissteigerungen gar nicht wahrgenommen würden. Das Erreichen der Klimaziele hält Punzenberger jedoch für durchaus möglich. Es komme jedoch darauf an, inwiefern es diesbezüglich einen Schulterschluss gibt. Je eher man die Zusammenarbeit in dieser Sache suche, umso eher sei man erfolgreich auf dem Weg. Gerade in Vorarlberg gebe es diesbezüglich eine gute Chance. Schließlich gebe es eine breite Zusammenarbeit. So beteilige sich nicht nur die Wirtschaftskammer an der Plattform Klimacent, sondern auch die Arbeiterkammer, das Land, Gemeinden und Private seien bereits dabei. Über die Initiative werde die Möglichkeit geboten, nicht nur für den Klimaschutz Position zu beziehen, sondern aktiv einen Beitrag für die Energiewende in der eigenen Region zu leisten. Nur mit einem ehrlichen Miteinander sei es möglich der Krise zu begegnen.

Freiwillige Abgabe

An der Plattform Klimacent kann sich jeder beteiligen – von Privatpersonen über die öffentliche Hand und Unternehmen bis hin zu Organisationen wie etwa Vereinen. Basierend auf dem eigenen CO2-Fußabdruck wird eine freiwillige Abgabe von mindestens einem Cent pro Kilogramm CO2 bezahlt. Möglich ist es auch, einen Pauschalbetrag zu bezahlen (bei Haushalten mindestens 50 Euro pro Person, bei Firmen und Organisationen mindestens 200 Euro). Die Teilnehmer bestimmen selbst, welche regionalen Projektfonds von ihrer Abgabe profitieren sollen.

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