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Neues von der Montafonerbahn

15.02.2022 • 18:19 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Verlängerung der Montafonerbahn sieht Landesrat Johannes Rauch als langfristige Option. <span class="copyright">Hartinger</span>
Die Verlängerung der Montafonerbahn sieht Landesrat Johannes Rauch als langfristige Option. Hartinger

Investitionspaket wurde geschnürt. Mögliche Verlängerung ist eine Kostenfrage.

Insgesamt 33,1 Millionen Euro werden bis zum Jahr 2025 in die Modernisierung und den Ausbau der Montafonerbahn investiert. Das haben Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) und Mobilitätslandesrat Johannes Rauch (Grüne) am Dienstag in einer Aussendung bekannt gegeben.

Montafonerbahn

Die Montafonerbahn wurde im Jahre 1905 eröffnet und war die erste elektrisch betriebene normalspurige Eisenbahn der österreichisch-ungarischen Monarchie. Heute ist die Bahn im Besitz der Montafonerbahn AG. Hauptaktionär ist der Stand Montafon mit 54,5 Prozent der Anteile. 2020 wurde eine knappe Million Fahrgäste transportiert.

Die im neunten mittelfristigen Investitionsprogramm, das die Jahre 2021 bis 2025 umfasst, vorgesehenen Mittel haben sich damit gegenüber früheren Investitionspaketen in die Privatbahn verdreifacht. Finanziert wird das Programm von Bund, Land und dem Stand Montafon. Ersterer trägt 50 Prozent des Pakets – insgesamt fast 16,5 Millionen Euro. Das Land steuert zwölf Millionen Euro (36,4 Prozent) bei und der Stand Montafon 4,5 Millionen Euro (13,6 Prozent).

Unbeschrankter Bahnübergang

Bei den Investitionen stehen Maßnahmen zur Barrierefreiheit und zur Verlängerung mehrere Bahnsteige im Mittelpunkt. Auf diese Weise soll es ermög­licht werden, auch mit den neuen kapazitätsstärkeren Nahverkehrsgarnituren umsteigefreie Verbindungen aus dem Rheintal und Walgau anbieten zu können. Erste Planungen dafür haben in St. Anton, Tschagguns und Schruns bereits stattgefunden. Weiters wird ein zweigleisiger Abschnitt zwischen St. Anton und Vandans errichtet. Von großer Bedeutung ist nach Angaben von Landesrat Rauch auch der Umbau eines derzeit noch unbeschrankten Bahnübergangs, bei dem es immer wieder auch zu Unfällen komme. „Unbeschrankte Bahnübergänge sind ein Auslaufmodell“, meinte Rauch dazu. Das Projekt werde daher priorisiert behandelt.

Eine Kostenfrage

Keine Neuigkeiten gibt es im Zusammenhang mit der Montafonerbahn im Bezug auf eine mögliche Verlängerung, die bereits seit Längerem diskutiert wird. Grundsätzlich sei eine solche machbar, sagte Rauch. Das haben entsprechende Untersuchungen ergeben. Zudem habe man sich auch mögliche Varianten bei der Trassenführung angeschaut und vor allem eine Anbindung der Valiserabahn an die Strecke habe „ihren Reiz“, meinte der Landesrat. Schlussendlich sei eine mögliche Verlängerung jedoch eine Kostenfrage. In der Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2019 heißt es diesbezüglich, dass eine Umsetzung des Vorhabens mit rund 284 Millionen Euro zu Buche schlagen könnte. Allerdings wurde für die damaligen Berechnungen das Jahr 2017 als Preisbasis herangezogen.

Mobilitätslandesrat Johannes Rauch. <span class="copyright">Stiplovsek</span>
Mobilitätslandesrat Johannes Rauch. Stiplovsek

Man werde heuer noch das Gespräch mit den Gemeinden suchen, um zu sehen, wie deren Verantwortliche zu einer Verlängerung stehen. Zugleich werde natürlich versucht, die für einen möglichen Bau benötigten Flächen vorerst frei zu halten. Schlussendlich wäre man jedoch auch davon abhängig, dass der Bund bei der Finanzierung mit an Bord sei und das Projekt in ein entsprechendes Investitionsprogramm aufgenommen werde. „Das wird aber in den nächsten fünf Jahren noch nicht passieren“, erklärte Rauch. Langfristig sei die Verlängerung jedoch weiterhin eine Option.

Tram-Train-System

In der Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2019 war ein kombiniertes Tram-Train-System als Bestvariante hervorgegangen. Zum Einsatz kommen würden hier Fahrzeuge, die eine Kombination aus Straßenbahn und Zug darstellen. Das heißt, diese können auf herkömmlichen Eisenbahnstrecken mit der dortigen Sicherheitstechnik betrieben werden, aber auch auf straßenbahnähnlichen Abschnitten unterwegs sein. Die Verlängerung von Schruns nach Gaschurn hätte eine Länge von etwa 15 Kilometern. Die Trasse von Bludenz nach Schruns hat derzeit etwa 13 Kilometer.

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