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Herkunftskennzeichnung: Plan nimmt Fahrt auf

21.02.2022 • 12:43 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Elisabeth Köstinger
Elisabeth Köstinger, LandwirtschaftsministerinAPA/HANS PUNZ

Gesetzesvorschlag für Herkunftskennzeichnung von Lebensmitteln.

Die “Fairness-Allianz” wächst. Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) hatte beim jüngsten EU-Agrarministerrat in Straßburg das Thema Herkunftskennzeichnung von Lebensmitteln angestoßen, mittlerweile fand sich im neuen deutschen Agrarminister Cem Özdemir ein Mitstreiter. Beim heute in Brüssel stattfindenden Agrarrat wissen die beiden schon 14 EU-Länder auf ihrer Seite. Gemeinsam fordern sie die Kommission auf, noch in diesem Jahr einen entsprechenden Gesetzesvorschlag vorzulegen.

“Unser Vorstoß beim informellen Rat im Februar hat gezeigt, dass die verpflichtende Herkunftskennzeichnung ein zwingend notwendiges Instrument ist, um die Wertschöpfung bei den Bäuerinnen und Bauern zu steigern. Mehr als die Hälfte der Mitgliedsstaaten unterstützen unsere gemeinsame Allianz mit Deutschland. Das ist ein Riesenerfolg”, freut sich Köstinger. Der Gesetzesvorschlag soll eine verpflichtende EU-weite Herkunftskennzeichnung definieren, der die veränderten Verbraucheranforderungen berücksichtigt und Rahmenbedingungen schafft, “damit Bäuerinnen und Bauern wieder fair von ihrer täglichen Arbeit leben können”.

Wichtige Richtlinien einhalten

Erste Schritte dazu gibt es bereits, dazu gehören die Umsetzung der Richtlinie gegen unfaire Handelspraktiken (UTP-Richtlinie) und die Stärkung von Erzeugergemeinschaften zur Verbesserung der Marktposition. Ebenfalls in diese Richtung weist die Stärkung regionaler Versorgungsketten und kurzer Versorgungswege, wie sie auch schon in der Strategie “Vom Hof auf den Tisch” angesprochen werden. Damit sollen die Bedeutung regionaler Lieferketten gestärkt und kurze Transportwege forciert werden.

Schon jetzt gelten in Österreich und der EU Kennzeichnungsregeln. So muss bei Frischobst und -gemüse sowie bei unverarbeiteten Eiern, verpacktem Schweine-, Schaf-, Ziegen- und Geflügelfleisch und verpacktem sowie unverpacktem Rindfleisch muss die Herkunft angegeben werden, bei Fisch und Fischereiprodukten muss das Fanggebiet ausgewiesen sein. In Österreich gibt es darüber hinaus mit dem AMA-Gütesiegel, dem AMA-Biosiegel und dem AMA-Genuss-Region-Gütesiegel drei staatlich anerkannte freiwillige Herkunftssysteme.

Köstinger will letzten Endes keine “schwammige” Lösung mit einer freiwilligen Kennzeichnung, sondern eine EU-weite Verpflichtung dazu. Wie berichtet, soll in Österreich zunächst eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung für Großküchen und Kantinen kommen.

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