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Untreue-Prozess gegen Ex-Bankleiter

21.02.2022 • 19:51 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Prozess am Landesgericht Feldkirch beginnt am kommenden Montag.<span class="copyright">Hartinger</span>
Prozess am Landesgericht Feldkirch beginnt am kommenden Montag.Hartinger

Angeklagter soll als Bankvorstand Millionenkredite vergeben haben.

Das Verbrechen der Untreue beging nach Darstellung der Staatsanwaltschaft Feldkirch der Angeklagte als damaliger Vorstandschef einer Bank im Bezirk Bregenz.

Demnach soll der Filialleiter zwischen 2012 und 2017 wirtschaftlich unvertretbare Kredite im Umfang von 2,9 Millionen Euro vergeben und so die Bank geschädigt haben. Das entnahm Norbert Stütler als Sprecher des Landesgerichts Feldkirch am Montag auf Anfrage der Anklageschrift.

Prozess am 28. Februar

Der Schöffenprozess unter dem Vorsitz von Richterin Sabrina Tagwercher beginnt am Landesgericht am 28. Februar und soll vier Tage lang dauern. Für die angeklagte Untreue sieht das Strafgesetzbuch für den Fall eines Schuldspruchs ein bis zehn Jahre Gefängnis vor. Für den Angeklagten gilt die Unschuldsvermutung. Der 55-Jährige bestreitet die Tatvorwürfe und sagt, er sei nicht schuldig.
Die Staatsanwaltschaft legt dem Angeklagten zur Last, er habe in unvertretbarer Weise gegen Bestimmungen verstoßen und seine Befugnis wissentlich missbraucht, über fremdes Vermögen zu verfügen. Demnach soll der Bankchef trotz fehlender Sicherheiten und mangelnder Rückzahlungsfähigkeit Kredite für drei Kreditnehmer geneh­migt haben, so Stütler unter Bezugnahme auf die Anklage.

Der Angeklagte war von 2003 bis 2017 Geschäftsleiter des Geldinstituts. 2017 erhielt er die Kündigung. Daraufhin verklagte er die Bank in einem Arbeitsprozess mit einer Kündigungsanfechtung. Der Rechtsstreit endete 2018 mit einem Vergleich. Demnach erhielt der Gekündig­te von seinem Ex-Arbeitgeber 60.000 Euro.

Weiterhin anhängig ist am Landesgericht ein Zivilprozess um Bankgarantien in Millionenhöhe. Denn der 2017 geschlossene gerichtliche Vergleich wurde widerrufen und für ungültig erklärt. Die gütliche Einigung hätte vorgesehen, dass die beklagte Bank, deren Vorstand der nunmehrige Angeklagte war, der klagenden Bank aus Nieder­österreich 1,5 Millionen Euro bezahlt.

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