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Offenes Ohr für Anliegen der Schüler

23.02.2022 • 20:05 Uhr / 5 Minuten Lesezeit

Kultur- und Bildungsausschuss befasste sich mit mentaler Gesundheit von Kindern und Jugendlichen.

Mit Psychotherapieangeboten an den Schulen sowie den Anliegen der Landeschüler- und -schülerinnenvertretung (LSV) haben sich am Mittwoch die Mitglieder des Kultur- und Bildungsausschusses des Landtags befasst. Zu Beginn der Sitzung gab es zudem Informationen aus dem Schüler- und Schülerinnenparlament, das am 27. Jänner getagt hat.

Gemeinsamer Antrag

In Sachen Psychotherapie hatten die Regierungsparteien einen gemeinsamen Antrag eingebracht. In diesem wird die Landesregierung aufgefordert, das in Tirol erprobte Projekt „Fit4School – Psychotherapeutische Beratung an Schulen“ an vier Vorarlberger Bildungseinrichtungen mit besonderen Herausforderungen anzubieten. Der Pilotversuch soll wissenschaftlich begleitet werden. Sollte die Bewertung positiv ausfallen, soll geprüft werden, wie das Angebot in das bestehende psychosoziale Unterstützungssystem an den Schulen eingebaut und auf weitere Standorte ausgedehnt werden kann.

Unterstützung ausbauen

In ihrem Antrag begründen die beiden Bildungssprecherinnen Veronika Marte (ÖVP) und Eva Hammerer (Grüne) ihren Vorstoß damit, dass sowohl Schüler als auch Lehrpersonen unter starker Belastung stehen. Umso wichtiger sei es daher, ihnen Unterstüzung anzubieten. In Vorarlberg gebe es bereits Sozialarbeiter und Schulpsychologen. Diese seien ein „nicht wegzudenkendes und wichtiges Angebot“. Niederschwellige und kostenlose psychotherapeutische Beratung könnten hier eine Ergänzung darstellen.

Gut genutzt

„Fit4School“ wurde nach Angaben von Marte und Hammerer in Tirol am BRG Adolf-Pichler-Platz in Innsbruck zwei Jahre wissenschaftlich begleitet und von der Universität Innsbruck evaluiert. Dabei habe sich gezeigt, dass das Angebot von Schülern, Pädagogen und Eltern gut angenommen worden sei. Daher solle jetzt auch in Vorarl­berg derartig niederschwellige Hilfe angeboten werden.

Vorarlbergs Junos-Chefin Fabienne Lackner begrüßte die Landtagsinitiative. <span class="copyright">Neos</span>
Vorarlbergs Junos-Chefin Fabienne Lackner begrüßte die Landtagsinitiative. Neos

Fabienne Lackner, Landessprecherin der Neos-Jugendorganisation Junos, begrüßte den Beschluss des Antrags im Bildungsausschuss: „Es ist gut, dass die Vorarlberger Landesregierung nach zwei Jahren Pandemie endlich erkannt hat, dass es Maßnahmen im Bereich mentale Gesundheit braucht. Der Antrag ist wichtig, aber lediglich ein Tropfen auf den heißen Stein.“ Daneben brauche es auch einen massiven Ausbau des schulpsychologischen Angebots und eine umfangreiche Aufklärung über psychische Gesundheit an den Bildungseinrichtungen, sagte die Junos-Chefin. Nicht zuletzt bemängelte sie, dass das Projekt „Fit4School“ vorerst lediglich an vier Schulen erprobt werden soll. Dies hält sie für zu wenig ambitioniert.

Umfrage

Neben dem Thema Psychotherapie ging es im Ausschuss auch noch um die Auswirkungen der Coronopandemie auf die Kinder und Jugendlichen im Land. Grundlage dafür war eine Umfrage, die von der LSV im vergangenen Herbst durchgeführt wurde. Insgesamt mehr als 2700 Schüler, Lehrlinge und Maturanten in ganz Vorarlberg beteiligten sich daran. 41,8 Prozent der Befragten bewerteten ihr Befinden mit gut oder sehr gut. 52,7 Prozent fühlten sich dagegen schlecht oder sehr schlecht.

Unsicherheit

In der Umfrage zeigte sich auch, dass sich die jungen Menschen zu wenig über die Impfung und die aktuelle Situation aufgeklärt fühlten. Ebenso fühlten 42 Prozent der Befragten sich in der Schule trotz Coronamaßnahmen unsicher. Auch die Maturanten leiden unter der Pandemie. Nur 14 Prozent der Umfrageteilnehmer meinten, sie seien genügend auf die Reifeprüfung vorbereitet.

Forderungskatalog

Die Verantwortlichen der LSV haben basierend auf den Ergebnissen der Befragung einen Forderungskatalog an die Politik formuliert und veröffentlicht. So machen sich die Schülervertreter unter anderem für Maßnahmen im Bereich der mentalen Gesundheit stark. Auch die Aufklärungsarbeit im Zusammenhang mit Corona soll ausgebaut werden. Ebenso soll die mündliche Matura nach Wunsch der Schüler freiwillig sein.

Anliegen diskutieren

In ihrem gemeinsamen Antrag haben sich die Vertreter aller Landtagsparteien darauf verständigt, dass die Landesregierung gemeinsam mit den Bildungssprechern der Fraktionen sowie den Landesschülervertretern den insgesamt 27 Punkte umfassenden Forderungskatalog diskutieren soll. In weiterer Folge sollen dann die noch offenen Anliegen „bestmöglich umgesetzt werden“.

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