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Wie es beim Megaprojekt Bregenz-Mitte weitergeht

25.02.2022 • 21:04 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Zusätzlicher Wohnraum für 6000 Menschen in 20 Jahren: Der Mas­terplan Bregenz-Mitte sorgte für Aufsehen.<br><span class="copyright">EBERLE</span>
Zusätzlicher Wohnraum für 6000 Menschen in 20 Jahren: Der Mas­terplan Bregenz-Mitte sorgte für Aufsehen.
EBERLE

Mit zwei Ausschreibungen setzt die Stadt nun weitere Schritte zur Umsetzung der städtebaulichen Entwurfsstudie.


Vor gut einem Jahr nahm die Expertengruppe die Arbeit an der städtebaulichen Entwurfsstudie Bregenz-Mitte auf. Im Juli 2021 wurden die Pläne dann öffentlichkeitswirksam präsentiert.

Die als „Jahrhundertchance“ bezeichneten Überlegungen sehen eine unterirdische Verlegung der Landesstraße zwischen dem HTL-Kreisverkehr und dem Stadtteil Vorkloster vor, außerdem soll es einen öffentlichen Raum ohne motorisierten Individualverkehr für Fußgänger, Radfahrende und öffentliche Verkehrsmittel geben. Auch eine Unterflurtrasse der Bahn ist optional angedacht. Dass zumindest die Bahn-Unterflurtrasse technisch umsetzbar und finanzierbar ist, wurde der Stadt Bregenz bereits bestätigt.

Machbarkeit

Ob das auch für die unterirdische Verlegung der Straße gilt, wird derzeit im Auftrag des Landes und der Stadt untersucht. Bis wann die Studie vorliegen soll, darüber waren sich Bürgermeis­ter Ritsch (SPÖ) und der ressortzuständige Landesrat Marco Tittler (ÖVP) nicht einig (die NEUE berichtete). Während sich ersterer die Grundlage für die rechtliche, verkehrliche und wirtschaftliche Machbarkeit schon in diesem Frühjahr 2022 erhoffte, erwartet das Land die Ergebnisse nicht vor Herbst.

Ausschreibungen

Ungeachtet dessen wird die Stadt Bregenz das Megaprojekt nun weiter vertiefen und Grundlagen für die hoheitliche Planung schaffen. Dazu wurden Anfang dieser Woche zwei Beschaffungsaufträge ausgeschrieben Dabei geht es zum einen um die Projektkoordination und zum anderen um die Verfahrensbegleitung der städtebaulichen Vertiefung der Vorstudie. Der geschätzte Gesamtwert der Aufträge wird mit 64.000 bzw. 63.000 Euro beziffert.

Entwurfsstudie Bregenz-Mitte. <span class="copyright">Foto hartinger</span>
Entwurfsstudie Bregenz-Mitte. Foto hartinger

Übergeordnete Kooordinationsstelle

Derzeit gibt es in der Landeshauptstadt mehrere parallel laufende Untersuchungen, die allesamt mit dem Projekt Bregenz-Mitte zu tun haben: Dazu zählen etwa die erwähnte Machbarkeitsstudie für die unterirdische Verlegung der Landesstraße sowie die städtebauliche Vertiefung der Entwurfsstudie. Aber auch die Planungen für den Bahnhofsneubau durch die ÖBB gehen weiter, und ein Verkehrsplanerteam untersucht die notwendigen Dimensionen des zukünftigen Busbahnhofes. Um all das zu koordinieren, brauche es eine übergeordnete Koordinationsstelle, sagt die Leiterin der Abteilung Stadtentwicklung und Mobilität, Andrea Krupski von Mansberg, auf NEUE-Anfrage.

Aufgaben

Die Aufgaben des Planungskoordinators sind umfangreich. Laut Ausschreibung geht es darum, „Wissen aus den unterschiedlichen Strängen bestmöglich zwischen den Akteuren zu transportieren, die Planungen zu koordinieren, gegebenenfalls Adaptierungen der Projektrahmenbedingungen anzustoßen, Herausforderungen und Risiken zu erkennen und zu benennen sowie Diskussionen dazu zu leiten“. Darüber hinaus soll die Planungskoordination die Inhalte aus verschiedenen Fachbereichen „dokumentieren und regelmäßig in alle Stakeholder-Richtungen abgestimmt“ weitergeben.

<em>Andrea Krupski von Mansberg, Leiterin der Abteilung Stadtentwicklung und Mobilität im AMt der Stadt Bregenz.</em> <span class="copyright">Hartinger</span>
Andrea Krupski von Mansberg, Leiterin der Abteilung Stadtentwicklung und Mobilität im AMt der Stadt Bregenz. Hartinger

Dreistufiges Verfahren

Für die städtebauliche Vertiefung der Entwurfsstudie Bregenz-Mitte ist derzeit ein dreistufiges Verfahren geplant. Das Ziel ist ein Masterplan, der dann die Grundlage für die weiteren hoheitlichen Detailbebauungspläne bilden wird. „Dazu muss unter anderem die Bebauung der Baufelder nach Dichte, Höhe etc. evaluiert werden, aber auch der öffentliche Raum, die Straßen dimensioniert und programmiert werden, sowie Durchlässigkeit, Wegeverbindungen und Sichtachsen in weiteren verkehrsplanerischen Untersuchungen präzisiert werden“, erläutert Abteilungsleiterin Andrea Krupski von Mansberg. Laut Ausschreibung soll das Verfahrensbüro „die städtebauliche Vertiefung in enger Abstimmung mit der Stadt Bregenz entwickeln, ausloben, betreuen und durchführen“. Der Masterplan soll bis Ende Jahr bzw. Anfang 2023 fertiggestellt sein.

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