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Erhöhte Nachfrage nach Jod-Tabletten

28.02.2022 • 16:31 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Erhöhte Nachfrage nach Jod-Tabletten

Krieg hat österreichweit zu erhöhter Nachfrage geführt.

Das Medikament darf jedoch nur nach ausdrücklicher Aufforderung durch die Gesundheitsbehörden eingenommen werden, eine solche gibt es derzeit nicht. Jod-Tabletten bieten nach einem Atom-Unfall Schutz vor Einlagerung von radioaktivem Jod in die Schilddrüse und verringern so das Krebsrisiko.

Bereits erste Engpässe bei Erwachsenen

Es gebe aber noch keine Zahlen zu der erhöhten Nachfrage nach Jod-Tabletten, hieß es bei der Apothekerkammer. Bei den selbst zu bezahlenden Mitteln für Erwachsene bis 40 Jahre sei es jedoch in Apotheken bereits zu Engpässen gekommen. Diese sollten sich im Lauf der Woche wieder entspannen, sagte ein Sprecher.

Kostenloser Vorrat für Kinder nicht betroffen

Der kostenlose und rezeptfrei erhältliche Vorrat an Jod-Tabletten in Apotheken für Null- bis 18-Jährige sowie Schwangere und Stillende ist nicht von einem Engpass betroffen. In Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen steht ebenfalls ein Vorrat für die dort betreuten Kinder zur Verfügung. Es bestehe jedenfalls derzeit generell kein Grund für eine Einnahme, warnte der Apothekerkammer-Sprecher.

Personen über 40 Jahre sollten Kaliumjodid-Tabletten nicht einnehmen, da ihr Risiko an strahlenbedingtem Schilddrüsenkrebs zu erkranken, sehr gering, das Risiko von schweren Nebenwirkungen durch die Jodzufuhr aber hoch ist, informiert das Gesundheitsministerium auf seiner Internetseite. Im Fall eines Reaktorunfalls geben die Gesundheitsbehörden bekannt, welche Personen Kaliumiodid-Tabletten einnehmen sollen und in welchen Regionen eine Einnahme notwendig ist.

Vergangenen Donnerstag hatten Berichte für Unruhe gesorgt, wonach das russische Militär das ehemalige Atomkraftwerk Tschernobyl in der Ukraine erobert hat. Danach wurden in dem Gebiet erhöhte Strahlungswerte gemessen, die nach Einschätzung der Internationalen Atomenergiebehörde IAEO jedoch nicht gefährlich sind. Die Organisation mit Sitz in Wien warnte allerdings am Sonntag vor möglichen Atomunfällen, da mehrere nuklearen Einrichtungen in der Ukraine von den Kämpfen betroffen sind. Außerdem setzte Russlands Präsident Wladimir Putin am Sonntag die Atomstreitkräfte des Landes in Alarmbereitschaft.