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Geheimprozess gegen Ex-Bankfilialleiter

28.02.2022 • 18:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
In der Verhandlung geht es um die angebliche Vergabe von unbesicherten Krediten.<span class="copyright"> Symbolbild/apa/Barbara Gindl</span>
In der Verhandlung geht es um die angebliche Vergabe von unbesicherten Krediten. Symbolbild/apa/Barbara Gindl

Wegen Bankgeheimnis wurde Öffentlichkeit von Verhandlung ausgeschlossen.

Schon vor dem Anklagevortrag des Staatsanwalts wurde die Öffentlichkeit am Montag am Landesgericht Feldkirch zu Beginn des mehrtägigen Schöffenprozesses gegen einen angeklagten Ex-Bankfilialleiter auf Antrag des Anwalts der betroffenen Bank bis zur Urteilsverkündung ausgeschlossen. Richterin Sabrina Tagwercher begründete die Entscheidung des Schöffensenats mit dem Bankgeheimnis, das es zu schützen gelte.

Kredite im Ausmaß von drei Millionen Euro

Denn dem unbescholtenen 56-Jährigen wird in der Anklageschrift der Wiener Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) vorgeworfen, dass er zwischen 2012 und 2017 als damaliger Vorstand der Bank aus dem Bezirk Bregenz im Alleingang unbesicherte und damit wirtschaftlich unvertretbare Kredite im Ausmaß von drei Millionen Euro vergeben und so die Bank geschädigt hat. Angeklagt ist das Verbrechen der Untreue, das für den Fall eines Schuldspruchs ein bis zehn Jahre Gefängnis vorsieht. Für den Angeklagten gilt die Unschuldsvermutung.

Zur Wahrung des Bankgeheimnisses wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelt. <span class="copyright">Symbolbild/Hartinger</span>
Zur Wahrung des Bankgeheimnisses wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelt. Symbolbild/Hartinger

Wegen der zahlreichen Zeugen hat die Vorsitzende des Schöffensenats acht Verhandlungstage angesetzt. Am Montag war die ganztägige Befragung des Angeklagten vorgesehen. Heute, Dienstag, sollen die ersten Zeugen aussagen.

Strenge Prozesse etabliert

Der Angeklagte sagt, er sei nicht schuldig. Sein Verteidiger Georg Kudrna beantragt einen Freispruch. Vor Prozessbeginn sagte der Wiener Rechtsanwalt, sein Mandant habe sämtliche Kreditanträge immer mit dem Co-Vorstand abgestimmt. Regelmäßig sei dafür die Zustimmung des Aufsichtsrats eingeholt worden. Der Angeklagte habe als Bankvorstand strenge Prozesse für die Kreditvergabe etabliert, die es bis dahin nicht gegeben habe. Er sei fast 15 Jahre lang als Bankvorstand aktiv gewesen. Dabei habe sich das Geschäft sehr erfolgreich entwickelt.

Vergleich im Arbeitsprozess

2017 erhielt der Angeklagte die Kündigung, die er dann vor Gericht bekämpfte. Der Arbeitsprozess endete mit einem Vergleich: Der Gekündigte erhielt 60.000 Euro.

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