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Supermarktregale werden immer leerer

28.02.2022 • 20:00 Uhr / 10 Minuten Lesezeit
Die Proteste weltweit werden lauter: Hier wenden sich Menschen in Mexico City gegen den Krieg. <span class="copyright">REUTERS/Luis Cortes</span>
Die Proteste weltweit werden lauter: Hier wenden sich Menschen in Mexico City gegen den Krieg. REUTERS/Luis Cortes

Für Ukrainer wird humanitäre Lage zunehmend schwieriger.

28. Februar 15:45

Die humanitäre Lage in der Ukraine wird zunehmend schwieriger. Vor den Supermärkten steht man teilweise zwei Stunden in der Schlange, die Ausgabe von Brot wurde auf zwei Wecken pro Person rationiert – denn die Regale werde immer leerer. Ein Audio-Update von Christian Wehrschütz:

28. Februar 09:00

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28. Februar 07:00

Christian Wehrschütz meldete sich Montagfrüh mit einem Update aus Kiew: “Was sich in den vergangenen 36 Stunden direkt in der Stadt abgespielt hat, das wissen wir nicht wirklich, weil wir unser Versteck ja nicht verlassen konnten. Es gibt aber immer noch starke Versuche der Zivilisten, die Stadt zu verlassen. Internet, Strom und Wasser funktionieren noch, es gibt aber in der ganzen Stadt keine Kerzen und Taschenlampen mehr zu kaufen. Es hat aber bis jetzt auch noch kein Großangriff auf die zivile Infrastruktur stattgefunden. Für die große Masse an Menschen gibt es keine Alternative, als in der Wohnung zu bleiben und zu warten, es gibt in den U-Bahnschächten nicht genug Platz für alle.” Wehrschütz selbst plant sich im Falle einer Invasion in die österreichische Botschaft abzusetzen. Ein weiters Problem sieht Wehrschütz in der Tatsache, dass Waffen an Zivilisten ausgegeben werden, da viele Ukrainer nicht wissen, wie diese benutzt würden und somit eher eine Gefahr für ihre Mitmenschen als gegen die Russen darstellen würden, so Wehrschütz im Ö1-Morgenjournal um sieben Uhr.

27. Februar, 12.00 Uhr

Gegenüber der Kleinen Zeitung berichtete Christian Wehrschütz, dass in Kiew die Wasserversorgung zusammengebrochen ist. Man versuche nun zu abgefülltem Wasser zu kommen und sich ein Depot anzulegen.

27. Februar, 10.00 Uhr

In einem Update aus dem Regierungsviertel der ukrainischen Hauptstadt Kiew berichtet Christian Wehrschütz, dass die russischen Truppen immer näher heranrücken. Die Rede ist von etwa drei bis vier Kilometern, die die Kämpfe derzeit noch entfernt seien.

26. Februar, 19.40 Uhr

Christian Wehrschütz meldet sich mit einem Update: “Wir hatten um 19 Uhr wieder Fliegeralarm, im Grunde genommen war der heutige Tage aber ein Erfolg für die ukrainischen Verteidiger. Die russischen Angreifer sind nicht weitergekommen, wir konnten am Nachmittag problemlos durch die Stadt fahren. Das Lagebild ist sehr zugunsten der Ukrainer, angeblich sollen 300 russische Soldaten festgenommen worden sein. Die Zahl der gefallenen Russen wird auf 3000 Personen geschätzt, das wird ein Wettlauf mit der Zeit, die schnellen Siege sind nicht da und vielleicht gibt es auch Proteste in Russland, wenn Kiew und die Ukraine länger durchhalten”, berichtet er in der ORF-ZiB1 um 19.30 Uhr.

26. Februar, 16.50 Uhr

Ein Update von Christian Wehrschütz gegenüber der Kleinen Zeitung:

“Die Lage ist zunehmend unübersichtlicher, die Schlinge um Kiew zieht sich zu. Es werde nun eine Ausgangssperre bis morgen früh um acht Uhr geben”, erzählt Wehrschütz. Somit sei es auch für Journalisten ratsam, das Haus nicht zu verlassen, da jeder, der auf der Straße angetroffen wird, als Feind angesehen werde. Die Versorgung in der Hauptstadt werde langsam schwieriger, die Geschäfte zunehmend leerer: “Die nächsten Tage werden schwer für die Ukraine”.

Mehr dazu im Audio:

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26. Februar, 14.40 Uhr:

Mittags scheint die Lage in Kiew ruhig zu sei. Christian Wehrschütz befindet sich in der Nähe des Präsidentenpalastes. Am Bahnhof sei eine große Menschenmenge unterwegs, berichtet er. Insgesamt sind in der Innenstadt keine Kampfhandlungen zu beobachten – das treffe aber nur auf Kiew zu. In anderen Landesteilen sieht es völlig anders aus. Wehrschütz gegenüber Ö1: “Ich glaube, dass die ukrainische Armee bei aller Tapferkeit nur noch ein paar Tage hat, um durchzuhalten. Es geht nicht nur um das Kämpfen: ein Panzer braucht hunderte Liter Sprit, es geht um den Nachschub und die gesamte logistische Herausforderung. Da wirkt sich die Lufthoheit der Russen aus.” Nach unseren Informationen steigt der Druck Richtung Kiew, “im Grund genommen zieht sich die Schlinge zu”, stellt der langjährige ORF-Korrespondent fest.

26. Februar, 11.40 Uhr:

Christian Wehrschütz berichtet Samstagvormittag gegenüber der Kleinen Zeitung via Audionachricht über die aktuelle Situation in der Ukraine:

“Von drei Seiten versuchen derzeit russische Truppen in die Stadt [Anm.: Kiew] einzudringen und bis ins Zentrum vorzudringen. Aus dem Norden und dem Osten offensichtlich mit größeren Problemen, aus dem Westen aber mit stärkerem Vordringen, dort ist auch die Zufahrtsstraße größer. Wir haben verstärkt Beschuss ziviler Objekte, wir haben verstärkt Beschuss ziviler Gebäude und ziviler Infrastruktur und damit steigen auch die Schäden. Wie genau die Kampftätigkeit jetzt im Moment abläuft, ist schwer zu sagen, was wir aber wissen ist, dass Einheiten der Russen noch etwa drei Kilometer vom direkten Stadtzentrum entfernt sein sollen.”

Die gesamte Nachricht können Sie hier anhören:

26. Februar, 8 Uhr:

Christian Wehrschütz über die aktuelle Situation in Kiew:

“Wir gehen in den vierten Kampftag und die Nacht war deutlich unruhig. Wir haben bei den Einfahrtstraßen von Westen her offensichtlich ein deutliches Vorrücken der russischen Kräfte gesehen. Dort kommt ihnen auch entgegen, dass die Straße relativ breit ist. Hier soll man noch etwa drei Kilometer vom Stadtzentrum entfernt sein. Wir hatten jetzt in der Früh vor einer dreiviertel Stunde wieder Fliegeralarm. Von Norden und Osten ist der Vorstoß offensichtlich geringer. Möglicherweise wurde versucht im Osten eine Luftlandung durchzuführen, aber da sind zwei Transportflugzeuge, mit vermutlich Luftlandungskräften drinnen, abgeschossen worden. In jedem dieser Flugzeuge saßen etwa 180 Leute. Das zeigt, dass natürlich auch die russische Seite deutliche Verluste hat. In den Außenbezirken von Kiew hat eine Rakete ein Hochhaus getroffen und der Teil dieses Hochhauses brennt ganz deutlich. Das hat man durch die verschiedenen Bilder, die man bekommt, gesehen. Und auch in anderen Gebieten gibt es Kämpfe, die schwersten waren gestern und noch in der Nacht im Raum Charkiw, bei Mariupol soll es eine Landung der Marineinfanterie gegeben haben und von Norden wird mit Kräften von Weißrussland her nach wie vor weiter auf Kiew angedrückt. Da sollen die Kämpfe etwa 80 Kilometer von Kiew entfernt sein.

Ich sehe aber weiterhin keine Kämpfe im Zentrum von Kiew, wenn man darunter den Raum Maidan, Regierungsviertel, Parlament und so weiter versteht.”

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Der ganze Bericht zum Nachhören im Ö1-Journal vom Samstag hier.

Protokoll vom 25. Februar:

Am zweiten Kampftag ist der Krieg näher an die ukrainische Hauptstadt herangerückt. So auch wir. In den Morgenstunden haben wir Kiew erreicht. Auf der Außenringautobahn um Kiew waren russische Panzer zu sehen. Im Zentrum der Stadt kam es immer wieder zu Artilleriebeschuss. Die Sirenen heulten und die Menschen sind besorgt. Im Zentrum gleicht Kiew wirklich einer Geisterstadt, die Geschäfte und Restaurants sind geschlossen. Man muss schon genau suchen, um noch etwas einkaufen zu können. In dem einen Geschäft, in dem wir waren, gab es kein Brot mehr. Aber von Versorgungsengpässen kann man noch nicht reden. Viele haben sich in Luftschutzkeller geflüchtet oder haben Schutz in den U-Bahn-Stationen gesucht. Die Menschen sind kreativ, wo sie Unterschlupf finden können.

Was die Lage an der Front betrifft, muss man davon ausgehen, dass der Druck auf die ukrainischen Truppen immer größer wird. Wobei wir noch nicht wissen, was das für die Städte bedeuten wird. In Mariupol sind die prorussischen Separatisten und russische Truppen von der Krim her immer näher gerückt und dürften bald die Stadt umzingelt haben. Auch in Charkiw wird heftig gekämpft. Im Norden ist unklar, wie weit die Erfolge der russischen Truppen reichen, oder ob sie zurückgeschlagen wurden.

Dieser Krieg ist auch ein Propaganda-Krieg. Präsident Selenskyj hat noch einmal an den Durchhaltewillen appelliert, um sich dann bereitzuerklären, Verhandlungen aufzunehmen. Minsk, der Ort der Verhandlungen, ist ein Affront, weil auch von Belarus aus angegriffen wird. Dass es tatsächlich zu Verhandlungen kommt, halte ich für unwahrscheinlich. Denn Putin hat Selenskyj und seine Truppe als Drogensüchtige und Neonazis bezeichnet. Und auch die Bedingungen, die Russland fordert, sind für die Ukraine kaum zu akzeptieren.

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