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Zweites Werk wegen BMW-Großauftrag

28.02.2022 • 22:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Motorenkomponentenhersteller König mit Stammsitz in Rankweil bekommt zweiten Produktionsstandort. <span class="copyright">hartinger</span>
Motorenkomponentenhersteller König mit Stammsitz in Rankweil bekommt zweiten Produktionsstandort. hartinger

Rankweiler König nimmt zweites Werk in Meiningen in Betrieb.

Der Motorenkomponentenhersteller König GmbH & Co KG nimmt schrittweise einen zweiten Produktionsstandort in Vorarlberg in Betrieb. Das zweite Werk befindet sich im Kunert Industriepark in Rankweil. Dort hat das Rankweiler Familienunternehmen seit Februar 2022 eine rund 1800 Quadratmeter große und neu errichtete Halle angemietet. Die genutzten Flächen sollen ab Februar 2024 auf rund 3200 Quadratmeter ausgeweitet werden, wie König-Geschäftsführer Herbert Brandstötter im wpa-Gespräch erklärte.

Mitentwicklung und Produktion

Der Grund für den zweiten Produktionsstandort liege in einem Großauftrag des Fahrzeugherstellers BMW. So habe BMW bei König die Mitentwicklung und Produktion von Kolben für die neue Motorrad-Serie der GS-Modelle in Auftrag gegeben. Dieser Auftrag umfasse ein Volumen von rund 62 Millionen Euro innerhalb von elf Jahren. Die ersten Teile für das neue Motorenkonzept sollen im August 2022 im Kunert-Areal hergestellt werden. Im großen Stil produziert werde dann ab August 2023, so Brandstötter. „Diesen Großauftrag hätten wir am Stammsitz in Rankweil platzmäßig niemals untergebracht“, so der König-Geschäftsführer. Der zweite Standort sei ein Quantensprung für die weitere Entwicklung des Unternehmens. Für den neuen Maschinenpark im Kunert Industriepark, der sich mit einem hohen Automatisierungsgrad auszeichne, nehme man rund 5,2 Millionen Euro in die Hand.

Standort im Ausland keine Option

Im Laufe der kommenden zwei Jahre werden an die 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die bislang am Stammsitz in Rankweil arbeiten, an den zweiten Produktionsstandort (Bild links, derzeit noch ohne Maschinen) wechseln. „Der Produktionsstandort Vorarlberg wird mit dieser Investition langfristig abgesichert“, so Brandstötter. Ein zweiter Produktionsstandort in größerer Entfernung oder gar im Ausland sei für König keine Option, da für die Entwicklung und Herstellung dieser Bauteile das jahrelange Know-how der vorhandenen Belegschaft unverzichtbar sei. König beschäftigt in Vorarlberg rund 420 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Umsatzplus

Im Geschäftsjahr 2021 kam König auf einen Umsatz von 58,5 Millionen Euro. Eigentlich war man von etwa 55 Millionen Euro ausgegangen. „Wir liegen damit beim Geschäftsvolumen höher als in Vor-Corona-Zeiten.“ Brandstötter begründet die Entwicklung mit vielen Neuprojekten. „Viele unserer Kunden haben ihre Einkaufspolitik in den vergangenen Monaten grundlegend geändert. So setzt man vermehrt auf kontinentaleuropäische Supplier und Lieferanten.“ Das dürfte eine Konsequenz aus den unterbrochenen interkontinentalen Lieferketten sein, mit der viele OEM-Teile-Hersteller in der Pandemie konfrontiert waren oder sind, meint Brandstötter. Für heuer rechne man mit einem organischen Umsatzplus von etwa 66 Millionen Euro.

Hocheffizient und automatisiert

Nichtsdestotrotz müsse König in einem Hochlohnland wie Vorarlberg eine hocheffiziente und mit möglichst viel Automatisierung ausgestattete Produktion unterhalten. Ansonsten sei man preislich nicht konkurrenzfähig und komme nicht zum Zug, sagt Brandstötter. Gleiches gelte, wenn man sich derzeit als Motorenkomponentenhersteller zu viel Zeit lasse, um auf das geänderte Kundenverhalten zu reagieren.

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