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Filme für eine Welt ohne Diskriminierung

02.03.2022 • 20:45 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Szene aus dem Eröffnungsfilm „Wet Sand“, der am Sonntag zu sehen ist.  <span class="copyright">Stadtkino Filmverleih</span>
Szene aus dem Eröffnungsfilm „Wet Sand“, der am Sonntag zu sehen ist. Stadtkino Filmverleih

Am Freitag beginnt das sechste Human-Vision-Filmfestival am Dornbirner Spielboden.

Equality“, Gleichberechtigung, ist das Thema des diesjährigen Human Vision am Spielboden Dornbirn. Das Festival mit Schwerpunkt Film, das heuer zum sechsten Mal stattfindet, wird am Sonntag offiziell eröffnet. Gestartet wird aber schon am Freitag mit zwei Previewtagen, erklärt Johny Ritter. Er war gemeinsam mit Niklas Koch und Spielboden-Geschäftsführerin Heike Kaufmann für die Auswahl der Filme zuständig. Elf Spiel- und Dokumentarfilme sind es nun, die heuer gezeigt werden.

Das Festival hat sich seit seinen Anfängen stark vergrößert. Mittlerweile arbeite man mit über 80 regionalen, nationalen und internationalen Partnern zusammen, erzählt Ritter. Darunter sind etwa NGOs und andere Initiativen und Einrichtungen.

Menschenrechte im Fokus

Die Grundidee bei der Gründung von Human Vision war, prinzipiell aufzuzeigen, wo Menschenrechte verletzt aber auch gewahrt und gefeiert werden, erläutert Ritter. Seit einigen Jahren gibt es aber auch einen jährlichen thematischen Schwerpunkt. Zusätzlich zum Programm ist auch der Publikumszuspruch gewachsen. So waren am Eröffnungstag des Festivals 2020 – noch bevor die Pandemie alles lahmgelegt hat – mehr Besucher als während des gesamten Festivals im Jahr davor, erzählt er.

Im vergangenen Jahr wurde eine Hybridveranstaltung durchgeführt, die allerdings nur bedingt angenommen wurde. Umso erfreuter zeigen sich die Verantwortlichen, dass heuer wieder ein weitgehend „normales“ Festival möglich ist.

Johny Ritter, einer der drei Kuratoren des Festivals.  <span class="copyright"> Niklas Koch</span>
Johny Ritter, einer der drei Kuratoren des Festivals. Niklas Koch

Nach Frauen- und Kinderrechten 2019 und Klimawandel in Bezug auf Menschenrechten 2020 widmet man sich heuer nun der Gleichberechtigung – mit einem zusätzlichen Schwerpunkt auf LGBTIQ+-Rechten. Rund 40 bis 50 Filme wurden während der Planungsphase angeschaut, erzählt Ritter. Zu den präsentierten Filmen, die auf verschiedenste Weise Einblick in die Thematik geben, kommt auch ein umfangreiches Rahmenprogramm mit weiteren Erzählformaten.

So wird es am offiziellen Eröffnungstag, am Sonntag, etwa einen „Vision Bazar“ geben. „Der gesamte Spielboden verwandelt sich in einen Bazar“, erklärt Ritter. Unter anderem wird der bildende Künstler Lorenz Helfer ein temporäres Atelier einrichten und aus Gesprächen mit Besuchern und Festival-Inputs Werke schaffen. Ein Kleidertauschplatz und georgische Kulinarik gibt es ebenso wie eine Geschichtenerzählerin, die die Kleinen an die Thematik heranführt. Als Eröffnungsfilm ist „Wet Sand“ aus Georgien zu sehen. Zwei Schauspielerinnen und die Produzentin sind für eine Diskussion vor Ort.

"9 Days in Raqqa" wird am Weltfrauentag gezeigt.      <span class="copyright">Jean-Matthieu GAUTIER/CIRIC</span>
"9 Days in Raqqa" wird am Weltfrauentag gezeigt. Jean-Matthieu GAUTIER/CIRIC

Bereits am Freitag ist die Langzeitdoku „I Am Samuel“ über einen jungen homosexuellen Mann aus Kenia zu sehen. Das Einführungs- und anschließende Filmgespräch mit der Wiener Kultur- und Filmwissenschaftlerin Doris Posch dreht sich um soziale Ausgrenzung, Diskriminierung und Kriminalisierung von LGBTIQ+-Menschen in Kenia.

Nachdem der Weltfrauentag in die Festivalzeit fällt, wird an diesem Abend der Dokumentarfilm „9 Days in Raqqa“ über eine Bürgermeisterin der gleichnamigen syrischen Stadt gezeigt. Für das anschließende Gespräch steht der Politikwissenschaftler und NEUE-Kolumnist Thomas Schmidinger zur Verfügung, der die Protagonistin von seinen Besuchen in der Region kennt.

Für alle Altersklassen

Daneben bieten die Festivalverantwortlichen auch Schulaufführungen an, weil es „wichtig ist, alle Altersgruppen zu erreichen“, so Ritter. Bis Samstag, 12. März, findet das Human Vision statt und die bisherigen Rückmeldungen seien sehr positiv, freut er sich. „Ich glaube, dass die Leute wieder froh sind, uns zu besuchen und ein Festival wie vor der Pandemie zu erleben.”
Human-Vision-Filmfestival: 4. bis 12. März, Spielboden Dornbirn. www.humanvision.at

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