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Drei Freisprüche in Raubprozess

07.03.2022 • 19:00 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
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Dornbirn: Angeklagte Afghanen sollen 17-Jährigen bestohlen haben.

Im Zweifel wurden die drei afghanischen Angeklagten im Alter von 20 und 22 Jahren am Montag am Landesgericht Feldkirch vom Vorwurf des Raubes freigesprochen. Das Urteil des Schöffensenats unter dem Vorsitz von Richter Dietmar Nußbaumer ist nicht rechtskräftig. Denn Staatsanwältin Konstanze Manhart nahm drei Tage Bedenkzeit in Anspruch. Für den Fall eines Schuldspruchs hätte der Strafrahmen ein bis zehn Jahre Gefängnis betragen.

Für den Schöffensenat sei nicht mit der erforderlichen Sicherheit feststellbar, dass die Angeklagten dem 17-Jährigen am 25. Dezember 2020 beim Dornbirner Bahnhof mit Gewalt 150 Euro weggenommen hätten, sagte Richter Nußbaumer in seiner Urteilsbegründung. Zwar habe es Widersprüche bei den Angaben der drei Angeklagten gegeben. Aber die gerichtliche Zeugenaussage des mutmaßlichen Opfers sei nicht so vollständig und glaubwürdig gewesen, dass sich darauf ein Schuldspruch stützen lassen hätte.

Staatsanwältin Manhart ging davon aus, dass die drei Angeklagten am jenem Abend zuerst vom Angeklagten Marihuana gekauft und sich danach ihr Geld von ihm mit Gewalt zurückgeholt hatten. Der 17-jährige Belastungszeuge sei in der Vergangenheit bereits mehrmals wegen Drogenverkäufen am Dornbirner Bahnhof verurteilt worden.

Bestritten

Die Angeklagten bestritten den Tatvorwurf. Sie sagten, sie hätten dem 17-Jährigen lediglich jenes Handy abgenommen, das er einem von ihnen zuvor weggenommen habe. Einer der jungen Afghanen sagte, der 17-Jährige habe ihnen Marihuana zum Kauf angeboten. Die Verteidiger Toni Jakupi, Oliver Diez und Sandra Wehinger-Albrecht beantragten mit Erfolg jeweils einen Freispruch. Zwei der drei Angeklagten sind vorbestraft.

Der 17-Jährige gab an, er habe die ihm bekannten Angeklagten am Dornbirner Bahnhof getroffen. Sie seien ihm dann nachgegangen, hätten ihn auf den Boden gedrückt und ihm 150 Euro weggenommen.

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