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Anklage: Spaziergängerin in Hard mit Messer angegriffen

08.03.2022 • 21:07 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Prozessstart ist am 17. März. <span class="copyright">hartinger</span>
Prozessstart ist am 17. März. hartinger

Radfahrer soll aus Frust auf ihm unbekannte 27-Jährige eingestochen haben.

Aus Frust über seine missliche Lebenslage habe er wahllos auf einen Menschen eingestochen, sagte der arbeitslose und finanziell verschuldete Beschuldigte vor der Polizei.

Die Passantin sei ein Zufallsopfer gewesen, er habe sie nicht gekannt. Der vor der Polizei geständige 24-Jährige hat nach Darstellung der Staatsanwaltschaft Feldkirch am 11. April 2021 gegen 22.20 Uhr in Hard beim Vorbeifahren mit seinem Fahrrad auf der Landstraße in der Nähe des Gasthauses Sternen einer 27-jährigen Spaziergängerin von hinten einen Messerstich in den zentralen Rückenbereich zugefügt und sie dadurch schwer verletzt.

Lebensgefahr

Mit dem Stich mit dem 21 Zentimeter langen Messer mit der 12 Zentimeter langen Klinge in den Rücken sei grundsätzlich Lebensgefahr verbunden gewesen. Die Verletzte, die an jenem Sonntagabend zusammen mit einer anderen Frau einen Spaziergang unternommen hatte, wurde im LKH Bregenz behandelt. 50 Minuten nach der Bluttat konnte der in Richtung Fußach geflüchtete Radfahrer von der Polizei auf dem Areal einer Entsorgungsfirma festgenommen werden. Vor der Polizei sagte der Beschuldigte, er habe keinen Kontakt zu der ihm fremden Frau gehabt, es habe keine ­Auseinandersetzung mit ihr gegeben.

Zurechnungsfähig

Die Staatsanwaltschaft wertete die Tat als versuchten Mord und hat dazu Anklage erhoben. Denn der angeklagte Untersuchungshäftling habe es in Kauf genommen, dass die junge Frau wegen der Messerattacke sogar sterben könnte. Neben einer Bestrafung beantragt die Strafverfolgungsbehörde seine Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher. Demnach soll der 24-Jährige bei der Tat zwar auch durch Alkohol und Drogen beeinträchtigt, aber noch zurechnungsfähig gewesen sein. Die Staatsanwaltschaft hält ihn für gefährlich und stützt sich in ihrem Einweisungsantrag auf das psychiatrische Gutachten von Reinhard Haller.

Prozessstart am 17. März

Der Geschworenenprozess unter dem Vorsitz von Richter Richard Gschwenter am Landesgericht Feldkirch findet am 17. März statt, von 9.30 bis 18 Uhr. Für den Fall eines Schuldspruchs im Sinne der Anklage sieht das Strafgesetzbuch für versuchten Mord 10 bis 20 Jahre oder lebenslängliche Haft vor. Sollte auch dem Antrag auf Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher stattgegeben werden, würde eine Entlassung in die Freiheit selbst nach verbüßter Haftstrafe erst nach bescheinigter Ungefährlichkeit erfolgen.