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Neues Mohren-Logo mit sanften Veränderungen

08.03.2022 • 21:38 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Gesellschafterin Irmgard Huber und Geschäftsführer Thomas Pachole. <span class="copyright">Paulitsch</span>
Gesellschafterin Irmgard Huber und Geschäftsführer Thomas Pachole. Paulitsch

Mohrenbräu-Verantwortliche stellte das neue Logo und auch eine Produktneuheit vor.

Rassismus und Diskriminierung haben in der Mohrenbrauerei keinen Platz. Das betonte Gesellschafterin Irmgard Huber am Dienstag bei einer Pressekonferenz in den Räumlichkeiten des Unternehmens in Dornbirn.

Neben der Vorstellung eines neuen Produkts wurde dabei auch über den neuen Markenauftritt der Brauerei informiert. Dieser ist das Ergebnis eines eineinhalbjährigen Prozesses, bei dem vor allem das Logo im Fokus stand. Dieses hat in der Vergangenheit immer wieder für Aufregung gesorgt. Vor allem im Zuge der „Black Lives Matter“-Bewegung hatte sich 2020 nach der Tötung des Afroamerikaners George Floyd durch Polizisten eine Diskussion entwickelt, welche die Verantwortlichen der Brauerei aufgrund ihrer Heftigkeit überrascht hat, wie Geschäftsführer Thomas Pachole bei der Pressekonferenz sagte.

Neuer Schriftzug

Wichtigstes Ergebnis des Markenprozesses ist, dass die Silhouette eines Kopfes Wichtigstes Ergebnis des Markenprozesses ist, dass die Silhouette eines Kopfes im Logo erhalten bleibt. Allerdings soll diese künftig neutral dargestellt werden. Die schwulstigen Lippen, die Nase und auch die Haltung werden verändert. Ziel sei es gewesen, jene Merkmale, die von manchen Menschen als rassistisch empfunden wurden, zu entfernen. Der neue Kopf soll deutlich neutraler sein und das alte Logo vollständig ersetzen. Dazu wird auch der Schriftzug geändert. Statt „Mohren“ wird künftig wieder die längere Bezeichnung „Mohrenbräu“ verwendet. Auch eine historische Darstellung aus den 1920er-Jahren, die einen schwarzen Menschen in typischer kolonialistischer Darstellung zeigt und etwa auf dem Kellerbier-Etikett gezeigt wurde, wird künftig nicht mehr genutzt. Diese entspreche nicht der Wertehaltung des Unternehmens, betonte der Geschäftsführer. Die alten Logos seien Teil der Geschichte der Brauerei, und es wäre auch nicht richtig, diese zu verstecken. Zugleich seien diese nicht die Zukunft der Mohrenbrauerei.

Die beiden Logos gegenübergestellt. Links das bisherige und rechts das neue. <span class="copyright">Paulitsch (3)</span>
Die beiden Logos gegenübergestellt. Links das bisherige und rechts das neue. Paulitsch (3)

Noch in der kommenden Woche sollen das 0,5-Liter-„Spezial“, „Pfiff“ und „Helles“ im neuen Design in den Handel kommen. Bis Ende des Jahres sollen alle Produkte ein neues Erscheinungsbild erhalten. Die Umstellung in anderen Bereichen wie etwa bei Gläsern, Bierdeckeln, Kisten oder auch Lkw-Planen ist ein laufender Prozess. Aus Kosten- und Umweltschutzgründen werden die bestehenden Materialien weiter verwendet und bei Neuanschaffungen mit dem neuen Design versehen. Schließlich seien geschätzt fast 600.000 bis 700.000 Bierkisten im Umlauf, verdeut­lichte Pachole.

Neue Jahreszahl

Eine weitere Veränderung aufgrund des Markenprozesses ist, dass künftig die Jahreszahl 1763 in den Fokus gestellt wird. Denn im Zuge der Recherchen zur Geschichte der Brauerei sei man im Tiroler Landesarchiv in Innsbruck auf die älteste urkundliche Erwähnung des Betriebs unter Johann Mohr gestoßen. Bisher sei das Jahr 1834 in den Blickpunkt gerückt worden. Damals wurde die Mohrenbrauerei von der Familie Huber übernommen, die das Unternehmen noch heute in sechster Generation führt.

Links die bekannte 0,5-Liter-"Spezial"-Flasche, rechts die neuen 0,33-Liter-Flaschen mit neuem Design. <span class="copyright">Paulitsch</span>
Links die bekannte 0,5-Liter-"Spezial"-Flasche, rechts die neuen 0,33-Liter-Flaschen mit neuem Design. Paulitsch

Das Unternehmen gehe nicht auf Distanz zum Namen Mohr, aber man distanziere sich von Rassismus, betonte Pachole. Biertrinken verbinde, da Menschen miteinander ins Gespräch kommen. Dafür wolle man stehen. Zugleich stehe man aber zur Geschichte des Unternehmens, weshalb im Museum in Dornbirn ein Bereich zur Entwicklung der Brauerei und der Marke eingerichtet werde.

Neues Produkt

Doch wurde am Dienstag nicht nur ein neues Logo präsentiert. In der Pressekonferenz wurde auch ein neues Produkt vorgestellt. So gibt es das bekannte „Mohrenbräu Spezial“ künftig nicht mehr nur in Halbliterflaschen. Ab Mitte März ist der Gerstensaft auch in einer 0,33-Liter-Mehrweg-Leichtflasche erhältlich. Das „Spezial“ sei mit einem Marktanteil von 31 Prozent das mit Abstand meistverkaufte Bier in Vorarlberg, berichtete der Geschäftsführer. Mit der kleineren Flasche möchte man nun eine neue Zielgruppe erschließen, die das „Spezial“ gern in kleineren Einheiten konsumieren möchte. Durch die Leichtflaschen werde bei einer Kiste mit 20 Flaschen zudem ein Gewicht von zwei Kilo gegenüber herkömmlichen Gebinden eingespart.

Weitere Neuheit angekündigt

Das „Spezial“ in der 0,33-Liter-Flasche wird heuer jedoch nicht das letzte neue Produkt sein. Bereits im April könnte eine weitere Neuheit präsentiert werden, kündigte Pachole an.