Allgemein

Bürger üben Kritik an Bauvorhaben

11.03.2022 • 22:55 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Roman Sutterlüty ist einer der Initiatoren der Unterschriftensammlung. <span class="copyright">Hartinger</span>
Roman Sutterlüty ist einer der Initiatoren der Unterschriftensammlung. Hartinger

Bürgerinitiative sammelt Unterschriften gegen geplante Wohnanlage in Egg.

Für Aufregung sorgt derzeit ein Bauprojekt im Ortsteil Hub in Egg.

Ein Dornbirner Wohnbauunternehmen möchte dort eine Wohnanlage mit zwei Gebäuden mit insgesamt 25 Wohnungen errichten. Mehrere Anrainer und Bürger der Gemeinde sehen das Projekt jedoch kritisch und befürchten negative Auswirkungen durch das Bauvorhaben. Die Betroffenen haben sich zusammengetan und sammeln Unterschriften dafür, dass beim Wohnbauprojekt auch gesellschaftliche Interessen berücksichtigt werden sollen. Ebenso hoffen sie darauf, dass ihre Anliegen auch künftig auch bei anderen Bauvorhaben in der Gemeinde Berücksichtigung finden.

Beschwerden befürchtet

Einer der Proponenten der Petition ist Roman Sutterlüty, dessen Elternhaus im Ortsteil Hub liegt. Seine Mitstreiter und er sehen durch die Wohnanlage konkret zwei Betriebe in unmittelbarer Nachbarschaft gefährdet. Einerseits ist dies die Landwirtschaft von Frank Sutterlüty, andererseits geht es um die Lohnmetzgerei Eberle. Es sei absehbar, dass es von den künftigen Bewohnern Beschwerden wegen Lärmbelästigung, Schmutz oder Geruch geben werde. Sei es aufgrund von Schlachtungen, die teilweise frühmorgens durchgeführt werden, sei es aufgrund von Ladetätigkeiten mit Lkw. Sollte es diesbezüglich zu Gerichtsverfahren kommen, wäre dies eine große finanzielle Herausforderung, befürchtet die Gruppe rund um Roman Sutterlüty. Dabei seien die Betriebe nicht nur ein Wirtschaftsfaktor, erläutert er. Vielmehr würden diese auch eine Funktion als generationsübergreifende Treffpunkte erfüllen, was den sozialen Zusammenhalt stärke und auch die öffentliche Hand entlaste.

Anstelle des rot markierten Hauses soll die Wohnanlage entstehen. Links davon der Bauernhof. <span class="copyright">Hartinger</span>
Anstelle des rot markierten Hauses soll die Wohnanlage entstehen. Links davon der Bauernhof. Hartinger

Bedenken haben die Vertreter der Bürgerinitiative auch bezüglich der Verkehrssicherheit. Denn die Ausfahrt der Wohnanlage mündet an einer Stelle in die L 29, an welcher auf der gegenüberliegenden Straßenseite nur ein sehr schmaler Gehsteig ist. Dadurch könnte es zu gefährlichen Situationen kommen, sind die Unterschriftensammler überzeugt.
Auch die Dimensionen der Wohnanlage sind für sie Grund zur Sorge. Denn von den 25 Wohnungen seien nur acht aufgrund ihrer Größe (ab rund 100 Quadratmetern) für Familien geeignet. Es wird befürchtet, dass durch das Bauvorhaben vor allem Finanzinvestoren bedient werden sollen. Zumal es auch an geeigneten „Begegnungszonen“ für die Bewohner fehle. Der einzige größere Grünstreifen und der Spielplatz seien an der vom Schwerverkehr befahrenen L 29 situiert.
Nicht zuletzt gibt es seitens der Bürgerinitiative auch Besorgnis aufgrund des Grundwassers. Immerhin seien für das Projekt Aushubtiefen von bis zu sechs Metern vorgesehen. Dabei seien auf den betroffenen Grundstücken Wasserquellen und -läufe. Durch die Bauarbeiten könnte es dabei zu Problemen kommen, erläutert Roman Sutterlüty.

Der landwirtschaftliche Betrieb ist auch ein Treffpunkt für die Menschen. <span class="copyright">Hartinger</span>
Der landwirtschaftliche Betrieb ist auch ein Treffpunkt für die Menschen. Hartinger

Konkret fordern seine Mitstreiter und er, dass das geplante Projekt verkleinert werden soll. Die Ausmaße sollten ähnlich sein, wie jene bei bereits umgesetzten Anlagen in der Gemeinde. Dadurch soll auch der Abstand zu den beiden Betrieben im Umfeld erhöht werden. „Dazu soll die Ausfahrt an eine Stelle verlegt werden, an welcher der Gehsteig an der L 29 eine gewöhnliche Breite hat“, meint Roman Sutterlüty. Zudem solle mehr Wert auf familiengerechte Wohnungen und Einrichtungen gelegt werden. Es brauche Begegnungszonen, damit sich keine „kontaktlose“ Nachbarschaften entwickelten wie es bei anderen Wohnanlagen im Ort bereits geschehen sei.

Mündliche Bauverhandlung

In dieser Woche ist die mündliche Bauverhandlung über die Bühne gegangen. Nach Angaben von Roman Sutterlüty wurde diese jedoch vertagt. Ein neuer Termin steht noch nicht fest. Grund für die Vertagung sei unter anderem, dass ein neues geotechnisches Gutachten benötigt werde, da das bisherige aufgrund früherer Planungen mit einer Wohnanlage mit drei Gebäuden erstellt worden sei. Ebenso habe sich bei der Bauverhandlung herausgestellt, dass Quellenbesitzer von dem Vorhaben betroffen sind.

Forderungen auch andernorts relevant

Roman Sutterlüty und seine Mitstreiter wollen auf jeden Fall weiterhin Unterschriften für ihr Anliegen sammeln. Denn die Forderungen seien nicht nur beim konkreten Projekt im Ortsteil Hub relevant. Auch bei künftigen Bauvorhaben in der Kommune müsse mehr auf die Auswirkungen auf das Umfeld und eine bedachte Planung im Vorfeld geachtet werden, ist Roman Sutterlüty überzeugt.