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500.000 Menschen behördlich abgesondert

14.03.2022 • 16:28 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Zahlreiche Schulen bleiben derzeit wegen Lehrermangels geschlossen.
Zahlreiche Schulen bleiben derzeit wegen Lehrermangels geschlossen. APA (Themenbild)

In der Politik werden Rufe nach Abschaffung der Quarantäne laut.

Mehr als jeder zwanzigste Einwohner Österreichs ist derzeit behördlich abgesondert. Zusätzlich zu aktuell 384.979 aktiven Covid-Infektionsfällen, die das Gesundheitsministerium am Montagnachmittag verzeichnet, seien derzeit 104.332 Menschen als Kontaktpersonen behördlich isoliert, so ein Sprecher von Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) zur Kleinen Zeitung. (Für einzelne davon in systemkritischen Berufen gibt es aber Ausnahmen von der Quarantäne.) In Summe sind somit 489.311 Menschen zwangsweise isoliert.

Eine Entspannung ist vorerst nicht abzusehen: Am Montag verzeichnete Österreich mit 34.220 den höchsten Wert an Neuinfektionen an diesem Wochentag seit Beginn der Pandemie. Weil die Einmeldungen am Montag traditionell niedrig sind, wird für die kommenden Tage ein starker Anstieg durch Nachmeldungen erwartet. Der Sieben-Tage-Schnitt der täglich nachgewiesenen Neuinfektionen liegt aktuell über 42.000.

Das führt im Bildungsbereich und in der Wirtschaft zu massiven Engpässen. Die Lehrergewerkschaft spricht von einer “extrem angespannten Situation” angesichts des Ausfalls zahlreicher Lehrer, in steirischen Kindergärten fällt durch Absonderung und/oder Krankenstand stellenweise 50 Prozent und mehr des Personals aus.

Stelzer für Abschaffung der Quarantäne

Politisch mehren sich die Forderungen nach Lockerungen der Quarantäneregeln: Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) denkt laut über deren Abschaffung nach: “Ich bin dafür, dass wir in enger Abstimmung mit Gesundheitsexpertinnen und -experten die Quarantäneregeln neu bewerten und rasch – so wie bereits in anderen europäischen Ländern auch – an die aktuelle Situation anpassen beziehungsweise abschaffen”, so Stelzer zu den OÖN.

Angesichts Personalausfällen in Spitälern und Schulen auf der einen und vielen Infizierten ohne Symptome auf der anderen Seite findet Stelzer, dass die Quarantäneregeln “rasch an die aktuelle Situation und an das Infektionsgeschehen anpasst” werden sollten. Dass man symptomlose Infizierte “trotzdem fünf bis zehn Tage wegsperrt, ist nicht nachvollziehbar”, so der Landeshauptmann.

Im Gesundheitsministerium will man darüber aktuell nicht reden: Covid-19 sei nach wie vor eine meldepflichtige Krankheit nach dem Epidemiegesetz, heißt es aus dem Büro von Minister Rauch zur Kleinen Zeitung; die Absonderung Kranker sei weiterhin ein notwendiges Instrument, um die Verbreitung der Seuche zu bremsen.

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