Allgemein

Haft nach Einbrüchen mit 15 Euro Beute

14.03.2022 • 15:32 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Mehrmals vorbestrafter Einbrecher wurde zu 21 Monaten Gefängnis verurteilt. <span class="copyright"> Hartinger (Symbolbild)</span>
Mehrmals vorbestrafter Einbrecher wurde zu 21 Monaten Gefängnis verurteilt. Hartinger (Symbolbild)

Offen ist, ob Drogensüchtiger Therapie statt Strafe erhält.

Wegen drei Einbruchsdiebstählen wurde der mehrfach vorbestrafte Angeklagte am Montag am Landesgericht Feldkirch zu 21 Monaten Gefängnis verurteilt. Hinzu kommen drei Monate und elf Tage aus einer vorzeitigen Haftentlassung. Damit beträgt die Gesamtstrafe 24 Monate und elf Tage Haft. Das Urteil, das der Angeklagte annahm, ist nicht rechtskräftig, denn die Staatsanwältin nahm drei Tage Bedenkzeit in Anspruch.

Zwei der drei Einbrüche erfolgten in eine Wohnung. Dafür beläuft sich der Strafrahmen auf sechs Monate bis fünf Jahre Haft. Weil er aber in den letzten fünf Jahren schon mindestens zwei einschlägige Freiheitsstrafen verbüßt hat, erhöhte sich die Strafdrohung um die Hälfte auf bis zu siebeneinhalb Jahre Freiheitsstrafe.

Einbruch in dieselbe Wohnung

Als Schadenersatz hat der Arbeitslose 250 Euro zu bezahlen. Der geständige Angeklagte hat im Vorjahr zweimal in die Bregenzer Wohnung einer Bekannten eingebrochen, als sie sich im Gefängnis befand, und nach eigenen Angaben Beute im Wert von 15 Euro gemacht. Dabei blieb es einmal beim Versuch. Einen versuchten Einbruch hat der 47-Jährige auch in ein Café im Rheindelta verübt.

Die Verteidigerin wertete die Taten ihres drogensüchtigen Mandanten als Beschaffungskriminalität. Sie stellte beim Gericht einen Antrag auf Therapie statt Strafe nach dem Suchtmittelgesetz. Offen ist, ob dem Antrag stattgegeben wird. Der Strafrichter machte dazu auf das Problem der wohl mangelnden öffentlichen Finanzierung einer Drogentherapie aufmerksam. Denn der italienische Staatsbürger verfüge in Österreich über einen Aufenthaltstitel. Wegen seiner Vorstrafen bestehe gegen ihn ein Aufenthaltsverbot. Deshalb sei er in Österreich gar nicht sozialversichert.

Der Richter lässt nun ein Drogengutachten einholen. Bis zu seiner Entscheidung über den Therapieantrag bleibt der Vater von zwei Kindern in der Feldkircher Justizanstalt in Untersuchungshaft.

Du hast einen Tipp für die NEUE Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@neue.at.