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Es werden wieder Kilometer gesammelt

16.03.2022 • 18:47 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Wolfgang Schenk (Omicron), Katharina Schwendinger (Radverkehrsbeauftragte des Landes), Landesrat Daniel Zadra und der Klauser Bürgermeister Simon Morscher. <span class="copyright">VLK/Bernd Hofmeister</span>
Wolfgang Schenk (Omicron), Katharina Schwendinger (Radverkehrsbeauftragte des Landes), Landesrat Daniel Zadra und der Klauser Bürgermeister Simon Morscher. VLK/Bernd Hofmeister

Mobilitätslandesrat Daniel Zadra absolvierte seine erste Pressekonferenz im Amt.

Von derzeit 16 auf 21 Prozent soll der Radverkehrsanteil in Vorarlberg bis 2030 gesteigert werden.

Dieses Ziel hat sich die Landesregierung gesetzt. Der neue Mobilitätslandesrat Daniel Zadra (Grüne) bekräftigte dieses Vorhaben am Mittwoch in einer Pressekonferenz beim Klauser Unternehmen Omicron. Anlass für die Veranstaltung war der Auftakt zum diesjährigen Fahrradwettbewerb Radius, der am Sonntag erfolgt. Unter dem Motto „Gut für dich, gut fürs Klima“ sind in der heurigen Saison sieben Aktionen und verschiedene Gewinnspiele geplant. Die Bevölkerung soll damit motiviert werden, im Alltag öfter das Fahrrad zu benutzen.

Eine Fahrradputz- und -serviceaktion gab es am Mittwoch bei Omicron. Auch Daniel Zadra ließ sein Rad waschen. <span class="copyright">VLK</span>
Eine Fahrradputz- und -serviceaktion gab es am Mittwoch bei Omicron. Auch Daniel Zadra ließ sein Rad waschen. VLK

Um den Radverkehrsanteil zu steigern, seien zwei Dinge von großer Bedeutung, betonte der Landesrat. Einerseits müsse ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass Radfahren nicht nur eine Freizeitaktivität ist, sondern auch im Alltag von Bedeutung sein kann. Andererseits müsse in die Infrastruktur investiert werden, um den Menschen ein sicheres und bequemes Vorankommen mit dem Rad zu ermöglichen.

Teilnehmerzahl gestiegen

Ers­teres soll mit dem Radius und den dazugehörigen Aktionen erreicht werden. Schließlich können nicht nur Privatpersonen an dem Wettbewerb teilnehmen, sondern auch Vereine, Schulen, Institutionen und Unternehmen. Während der Coronapandemie ist die Teilnehmerzahl beim Radius deutlich angestiegen, berichtete Katharina Schwendinger, Radverkehrskoordinatorin beim Land Vorarl­berg. 8400 Personen – und damit um 40 Prozent mehr als im Jahr davor – haben 2021 an den verschiedenen Aktionen im Rahmen des Wettbewerbs beteiligt. Auch an den Dauerzählstellen des Landes zeige sich der Trend zum Zweirad. Immerhin seien im vergangenen Jahr über 4,8 Millionen Radfahrerinnen und Radfahrer gezählt worden.

Bürgermeister radeln wieder mit

Zum zweiten Mal geht heuer im Rahmen des Radius eine eigene „Bürgermeister Challenge“ über die Bühne, bei der die Gemeindechefs und -chefinnen um einen Wanderpokal rittern. Im Vorjahr holte sich der Hittisauer Bürgermeister Gerhard Beer mit insgesamt 2748 Radkilometern den Sieg. Insgesamt 25 Gemeindeoberhäupter haben sich am Wettstreit beteiligt. Landesrat Daniel Zadra hofft, dass diese Zahl heuer ansteigen wird und stellte dem Gewinner oder der Gewinnerin neben dem Wanderpokal einen Sonderpreis in Aussicht. Denn die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister hätten in Sachen Radfahren eine Vorbildfunktion für die Bevölkerung und spielten eine wichtige Rolle bei der Bewusstseinsbildung.

Dem stimmte auch der Klauser Bürgermeister Simon Morscher zu. Er setzt selbst auf das Rad als Fortbewegungsmittel und besitzt gar kein eigenes Auto. Der Gemeindechef betonte die Bedeutung einer guten Radinfrastruktur und zeigte sich daher erfreut über die geplante Radschnellverbindung in der Region. Ebenfalls wichtig sei es, dass die Wirtschaft sich in dieser Frage ebenfalls mit einbringe, so wie es beispielsweise die Firma Omicron bereits tue.

Um diesen Wanderpokal rittern die Gemeindechefs und -chefinnen. <span class="copyright">VLK</span>
Um diesen Wanderpokal rittern die Gemeindechefs und -chefinnen. VLK

Offizieller Startschuss für den Radius ist am 20. März. Ab diesem Tag können die Teilnehmer bis 30. September wieder Radfahrkilometer sammeln. Zum Auftakt wird beim „#anradeln“ bis 30. April unter allen Teilnehmern, die mindestens 100 Kilometer zurückgelegt haben, Fahrradzubehör verlost. Eine weitere Verlosung gibt es unter dem Motto „#zielsprint“ im September. Dazwischen wird von Mai bis August jede Woche ein Markenfahrrad verlost. Dazu kommen unterschiedliche Aktionen für verschiedene Zielgruppen wie etwa Schulklassen, Pendlerinnen und Pendler, die das Rad nutzen, oder auch Familien.
In Sachen Investitionen in die Infrastruktur verwies Landesrat Zadra auf die geplante Rad­schnellverbindung zwischen der Region „amKumma“ und dem Vorderland. Hier werden von Bund, Land und Gemeinden rund 35 Millionen Euro investiert. Erstmals wird dabei auch ein Tunnel nur für Radfahrer errichtet, betonte Zadra. 60.000 Menschen könnten mithilfe der Schnellverbindung mit dem Drahtesel leichter ihren Arbeitsplatz erreichen. Geplanter Baustart für das Projekt ist im kommenden Jahr.

Seit zwölf Jahren dabei

Ein Betrieb, welcher davon profitieren könnte, ist Omicron. Doch nicht nur deswegen wurde die Pressekonferenz am Mittwoch in den Räumlichkeiten des Technologie-Unternehmens veranstaltet. Denn im Betrieb wird bereits jetzt sehr stark auf das Radfahren gesetzt. Seit zwölf Jahren beteiligt sich Omicron zudem am Fahrradwettbewerb Radius, berichtete Wolfgang Schenk, der die Teilnahme seit drei Jahren koordiniert. Rund 130 von 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern am Standort beteiligen sich alljährlich. Zum Auftakt wurde am Mittwoch eine Radputz- und Serviceaktion durchgeführt.
Ebenso wird den Radfahrern im Unternehmen eine entsprechende Infrastruktur zur Verfügung gestellt. Dazu gehören Fahrradtiefgaragen in den Firmengebäuden, in denen es auch Umkleideräume und Duschmöglichkeiten gibt. Für die Wege zwischen den verschiedenen Firmenstandorten im Umkreis und zum Bahnhof in Klaus gibt es eigene Firmenräder, die die Mitarbeiter nutzen können.

Der Landesrat kam mit der Bahn und dem Fahrrad zur Pressekonferenz. <span class="copyright">VLK</span>
Der Landesrat kam mit der Bahn und dem Fahrrad zur Pressekonferenz. VLK

Nicht zuletzt wurde ein „Ecopoints“-System eingeführt. Beschäftigte des Unternehmens können sich auf dafür registrieren und erhalten für jeden Kilometer des Arbeitswegs, der nicht mit dem Auto zurückgelegt worden ist, entsprechende Punkte. Diese können gegen Gutscheine für Sportartikel, Öffi-Tickets und anderes eingetauscht werden. „Wir nehmen den Wettbewerb als großen Ansporn im Team wahr und planen heuer auch zusätzliche Aktivitäten“, sagte Schenk.

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